Was bedeutet es wenn die "USA mehr Geld druckt"?

11 Antworten

Der Begriff "Geld drucken" bedeutet, dass die Geldmenge in US-Dollar weltweit vermehrt wird. Geld in Form von Münzen und Scheinen nimmt in den USA eher ab, da die Kerlchen alle mit Karte bezahlen und kaum noch "Bargeld" benutzen. Um das zu verstehen, muss man wissen, was "Geld" bedeutet. "Geld" - in Dollar sind Forderungen an die Zentralbank der USA, die vom Staat gedeckt sind. Ein 10-Dollarschein bedeutet die Garantie der USA, diesen Wert einzulösen. Ha, jetzt entsteht die Frage, was heißt "Wert" - und da gibt es den Nominalwert und den Realwert. Nominalwert ist der Wert, der auf dem Schein draufsteht. Er bedeutet eigentlich nur, dass ich für einen 100-Dollarschein 10 mal soviel bekomme wie für einen 10-Dollarschein. Das ist alles. Erst der Realwert sagt, was ich dafür kaufen kann, z.B. wieviel Popcorn oder Kinokarten.

Jetzt - wie stellt es die amerikanische Zentralbank an, dass mehr Forderungen in Dollar unters Volk kommen. Da gibt es verschiedene Wege. Z.B. kann sie den Leitzins senken, sodass sich die Banken stärker mit Krediten in Dollar eindecken und an Verbraucher, Wirtschaft oder Staat weitergeben. Ein anderer Weg ist, bestehender Forderungen in Form von Schuldverschreibeungen des Staates aufzukaufen und dafür mehr zu zahlen, als sie auf dem Wertpapiermarkt gehandelt werden. Banken, Versicherungen und Private, die amerikanische Schuldverschreibungen sagen wir im Wert von 1 Mio. Dollar halten, bekommen 1,2 Mio dafür, haben also 200.000,- Dollar mehr an Forderungen an den am. Staat. Der reale Wert des Dollar bestimmt sich aber aus dem Verhältnis von Forderungen an den am. Staat (Geld) zu realer Wirtschaftsleistung. Erhöht sich die Wirtschaftsleistung nicht und nur das Geld, wird es weniger wert und zwei Kinokarten für 10,- Dollar kann man nur noch eine kaufen. Das fördert den Export, da amerik. Waren auf dem Weltmarkt nun billiger werden.

Sie drucken zwar tatsächlich mehr Geld. Aber die Wirtschaft kurbeln sie schon seit Jahren damit an, dass sie Kredite an die Banken praktisch zu 0 % ausleihen. Es funktioniert leider nicht so, wie gedacht. Die Banken sanieren sich nur selbst damit.

Die USA drucken kein Geld um die Inflation anzufeuern, sondern ihren Export. Die Inflation ist die Folge des vermehrten Geldes.

Nun zur Frage. Stellen Sie sich vor, Sie könnten selbst Geld drucken und hätten viele Schulden. Dann wäre es doch naheliegend soviel Geld zu drucken, dass Sie Ihre Schulden bezahlen können. Da gibt es nur ein Problem. Sie werten Ihr Geld ab und verringern so die Kaufkraft des Geldes. Das bedeutet Inflation.

Technisch gesehen funktioniert das so, dass das frisch gedruckte Geld in Umlauf gebracht wird, also den Banken gegen Buchgeld oder teilweise Wechsel ausgegeben wird.

Der Vorteil dieser Art der Geldentwertung ist, dass Sie für einen Euro mehr Dollar als bisher erhalten, was wiederum zur Folge hat, dass Sie amerikanische Produkte billiger kaufen können. Das soll die amerikanische Wirtschaft ankurbeln.

Der Haken an der Sache ist allerdings, dass die Löhne häufig nicht so schnell steigen, wie die Inflationsrate und somit die Gesellschaft noch mehr verarmt, wenn die Inflation nicht durch entsprechendes Wirtschaftswachstum ausgeglichen wird.

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