Was bedeutet eine russische Glocke als Geschenk?

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bin russe und die glocken haben nur eine bedeutung: Glaube-Kirche-Böse Geister Vertreibung. falls er gläubig ist, ist es zu deinem schutz, falls nicht dann ist es ein souvenir aus seiner heimatstadt.

Vlt. Ist es eine kleine nachbaut der Zearnglocke(http://de.m.wikipedia.org/wiki/Zarenglocke) die eine Art wahrzeichen von Russland ist, ansonsten ist das Glockenläuten eine Tradition in Russland: Kein noch so starker Frost kann die Teilnehmer des einzigen internationalen Winterfestivals des Glockenläutens einschüchtern, das im nordrussischen Kargopol veranstaltet wird. In diesem Januar wird es zum achten Mal stattfinden (vom 17. bis zum 19. Januar) unter Beteiligung von gut 40 professionellen Glockenläutern aus 16 Städten Rußlands, aber auch Deutschlands und Finnlands. Das Festival trägt den Titel „Kristallklares Geläute“. In der Alten Rus sind die Glocken laut Chroniken nach der Christianisierung erschienen. Zunächst wurden sie eingeführt, aber schon nach ein paar Jahrhunderten berichten dieselben Chroniken, daß die Russen selbständig Glocken gießen. Ab dem 14. Jh., als Glockentürme, oder Glockenspiele, zu entstehen begannen, wurden sie von kunstfertigen Glöcknern sorgfältig „nach Stimmen“ abgetönt, erzählt der Vorsitzende der Gesellschaft der Kirchenglöckner, Igor Konowalow. „Ich würde die Entstehung der Glocken als eine Erscheinung des 14. Jhs. bezeichnen, als im Moskauer Kreml die Kirche von Johannes Kl i makos gebaut wurde. Man schreibt das Jahr 1329. In der fürchterlichsten Zeit der tatarisch-mongolischen Tributherrschaft wird inmitten der neugebauten Hauptstadt, zwischen den neuen weißen Kathedralen erstmals ein Glockenturm errichtet.“ Seitdem gehören Glockentürme in der Regel zum architektonischen Ensemble der orthodoxen Kirchen, und das vielstimmige Glockengeläute wächst zu den wichtigsten Komponenten des Gottesdienstes an. Mehr noch, die Melodien des Glockengeläutes dringen tief in das Leben, den Alltag, die Kultur des russischen Volkes ein. Sie werden zu einem integrierenden Teil der russischen Geschichte. Dieser Meinung ist der Glöckner des Orchesters des Bolschoi-Theaters Moskau, Alexander Koschewoi. „Die Glocke besitzt einen absolut einmaligen Klang“, sagt weiter der Experte, „kein anderes Musikinstrument kann ihre Frequenzpalette nachahmen bzw. von Lebewesen auf die gleiche Weise wahrgenommen werden. Die Wirkung des Glockenklangs wurde nämlich erforscht, und er hat sich als heilsam erwiesen. Die Einmaligkeit der russischen Glocken und des russischen Geläutes liegt darin, daß dieses Geläute über die eigentliche Signalfunktion hinausgeht. Die Glockenspiele und einzelne Glocken sind zu einem Musikinstrument herangewachsen, das weltweit seinesgleichen sucht.“ Diese ästhetische, künstlerische Eigenschaft des Glockengeläutes mußte Komponisten auffallen, beginnend mit dem Begründer der russischen klassischen Musik, Michail Glinka, der in einer Oper als Erster Glocken auf die Bühne gebracht hat. Später verwendeten sowohl Rimski-Korsakow als auch Mussorgski und Tschaikowski mehrmals den Glockenklang in ihren Opern und symphonischen Werken. Bezeichnend ist, daß die Glockenmelodie aus der Oper von Mussorgski „Boris Godunow“ mit der Zeit zum Kanon wurde, so daß sie von den heutigen Glöcknern als ein selbständiges Stück gespielt wird. Noch tiefer wurde die Glockentradition von Sergej Rachmaninow verinnerlicht: das „Glockenhafte“ hat das musikalische Denken des Komponisten grundsätzlich bestimmt: seine Melodik, Rhythmik, Klangfarben. Rachmaninow erklärte das wie folgt: „Eine der teuersten Kindheitserinnerungen ist mit den vier Noten verbunden, die von den Glocken der alten Nowgoroder Sophienkathedrale gespielt wurden... Die vier Noten fügten sich zu einem immer wiederkehrenden Thema, die vier silbernen klagenden Noten...“ In der atheistischen Sowjetzeit, als praktisch alle Kirchen geschlossen und 90% der Kirchenglocken zerschlagen oder verschlmelzt wurden, hat sich das Glockengeläute trotzdem aus dem klanglichen Gedächtnis des russischen Volkes nicht gelöscht, behauptet der Glöckner der Kirchen des Moskauer Kreml, Konstantin Mischurowski. „In der gottlosesten Zeit“, erzählt der Glöckner, „als der Glockenklang offenbar von der Mentalität des Sowjetbürgers gestrichen werden sollte, wurden die wichtigsten Momente, mit denen die Zeit markiert wird, von Glockenklang begleitet: das Feiern jedes Neuen Jahres, der Beginn jedes neuen Tages. Die Radio- und dann auch die Fernsehsender übertrugen nämlich die Klänge des Glockenspiels auf dem Erlöserturm des Moskauer Kreml.“ Quelle: Radio stimme Russlands

Das ist ein sehr liebes Zeichen. Die Russen feiern Weihnachten am 06. Januar, und in dieser Vorweihnachtszeit (für die Russen eben) eine Glocke zu verschenken, ist ein gutes, liebes Geschenk, das an das russische Weihnachtsfest erinnern will, an die Hoffnung, Liebe und an den Glauben. Es scheint ein enger Freund zu sein, sei glücklich. (Ich habe viele russische Freunde; es sind alles sehr warmherzige Menschen.)

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