was bedeutet ein pferd "brechen" und wie und warum machen menschen das?

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8 Antworten

Du kannst ein Pferd, das den Menschen gewohnt ist und von ihm erzogen wurde nicht "brechen".

Das "brechen" selbst wird nicht mehr praktiziert - kenne es zumindest nicht mehr, selbst in Amerika wird mittlerweile Angeritten und nicht mehr Eingebrochen.

Früher musste alles sehr schnell gehen und dazu waren es auch noch Tiere aus dem Wildfang, die vorher so gut wie noch nie Menschen gesehen hatten. Also wurde ihnen das Handeln und das Reiten durch Kraftüberzeugung klar gemacht. Also Sattel drauf, Reiter drauf und jetzt darfst du so lange buckeln, bis du aufgibst. Danach hat man ein sogenanntes "gebrochenes Pferd" das alles mit sich machen lässt, weil es sicher ist, das der Mensch ja eh stärker ist als es selbst und es sich kommentarlos unterordnet.

Pferd ist ein rangliebendes Tier - wer den Rang klarstellt, dem wird es auch folgen. Jeder der sich als Überpferd darstellt wird auch angenommen.

Früher waren das solche Methoden und heute überredet und überzeugt man das Wildpferd sich auf den Menschen einzulassen und erreicht den höheren Rang ohne "brechen des Willens des Pferdes".

Bei einem schon in Gefangenschaft lebenden Tier brauchst du gar nichts mehr überzeugen, denn die Mutter (wenn sie ordentlich mit dem Menschen funkt) zeigt ihren Fohlen, das das alles seine Richtigkeit hat, und man dem Menschen folgt und ihn akzeptiert. 

Von hieran ist es nur eine Frage der weiteren Erziehung durch den Menschen. 

Das was man früher gemacht hat, fand ich noch nicht mal schlimm, weil es eine ganz klare Sache war für die Pferde und im Grunde sehr kurze Zeit gedauert hat. Wenn ich dagegen das heutige Vorgehen von Nichtfachmännern sehe, stehen mir die Haare viel mehr zu Berge. Heute werden die Pferde beim Beritt und in der Einreitzeit danach regelrecht Versaut. Oder sogar schon im Fohlenalter durch unsachgemäße Aufzucht und mangelnder Konzequenz.

Du kannst dein Pferd nicht brechen - ziemlich egal was du machst. Konzequenz ist der Schlüssel zu allem in der Erziehung.

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Kommentar von Michel2015
25.11.2015, 09:28

Sehr gute Erklärung, aber bitte definiere "Früher". Du könntest ein falsches Bild erzeugen.

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Ach du wieder :-) :-) 

Zwischen einem gut erzogenen Pferd und einem gebrochenen Pferd liegen Welten. Willst du dir wirklich von ein paar Hundert Kilo Pferd auf der Nase herumtanzen lassen, aus lauter Angst, du könntest es "versehentlich" brechen ? 

Man sollte schon wissen, wie man mit einzelnen Pferden umzugehen hat, denn es gibt Sensibelchen, die nehmen einem schon einen scharfen Blick krumm und dann gibts - und da scheint mir nach deinen Fragen - dein Pony auch dazuzugehören, welche, die wollens schon genau wissen, wer jetzt sagt, wo es lang geht... Da muss man halt Konsequent sein. Das hat aber nix mit "brechen" zu tun.

Man versucht ja, sein Pferd nicht aus einem Machtgefühl heraus zu erziehen, sondern weil es zur Sicherheit von Mensch UND Tier dient. 

Das "brechen" eines Pferdes dürfte wohl eher weniger im Freizeitbereich,s sondern eher im Sportbereich vorkommen, da wo Pferde halt "ungefragt" möglichst viel Leistung bringen müssen, damit der Reiter weit vorne mitreiten kann. 

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Du kannst das mit einer Eltern-Kind-Beziehung vergleichen: einem Kind gewisse Manieren beizubringen, dafür zu sorgen dass es zB nicht schlägt, klaut, respektvoll mit anderen Menschen umgeht und in der Lage ist sozial zu agieren, das ist Erziehung. Das hat nichts mit Brechen zu tun. Ein Kind zu prügeln, einzusperren, zu mißhandeln bis es völlig blind alles tut was man von ihm verlangt, das ist Brechen. Zum "Wie" hat Punkgirl ja schon einiges geschrieben, Join Up und Co gehören da oben auf die Liste.

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Kommentar von Punkgirl512
23.11.2015, 23:47

Das ist ein sehr passendes Beispiel!

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Von deinen restlichen Fragestellungen her wirst du das Pferd wohl eher weniger gebrochen haben. Im Gegenteil - es tanzt dir völlig auf der Nase herum und akzeptiert dich nicht. 

Den Willen brechen, bedeutet dass man das Pferd mit Gewalt (physisch: Schläge, etc. oder psychisch: Join Up z.B.) dazu bringt, sich unterzuordnen. Das hat nichts mit Vertrauen oder Grundgehorsam zu tun, sondern passiert meistens bei Pferden, die JETZT funktionieren müssen. Viele Pferde haben danach starke Traumata, weil sie Angst um ihr Leben hatten. 

Außer mit einem Join Up bricht man sein Pferd nicht einfach so aus Versehen - und bitte, verwechsel es nicht mit dem Grundgehorsam - der baut auf dem Vertrauen zum Menschen auf und ist nötig für einen sicheren (!!!) Umgang mit Pferden. 

Je nach Pferd dauert es auch lange, bis mancher kranker Mensch es gebrochen hat - und mindestens drei mal so lange, um Vertrauen wieder aufzubauen. 

Gerade deine RB tanzt dir doch so oft auf der Nase herum - in dem Fall hat es nicht mit brechen zu tun, wenn du dem Pferd mal sagst, dass du Chef bist. Das bedeutet aber, dass das Pferd dich jederzeit lesen kann. Du musst also konsequent sein, berechenbar. Das bedeutet: Scharrt das Pferd einmal und du tust nichts, scharrt es beim nächsten Mal und du sagst was, denkt sich das Pferd: Und was ist nun richtig? Und scharrt weiter. Wenn du dem Pferd einen gedanklichen Raum lässt, in dem es sich bewegen darf (z.B. beim Führen, wenn es dich überholt übertritt es diesen Raum), fühlt es sich auch wohl, weil es weiß - du bist da. Und du bist immer gleich gestimmt, du bist berechenbar, du stürzt nicht plötzlich ein. Dir kann man Vertrauen. 

Wenn du das endlich mal beherzigst, bräuchtest du auch keinerlei Angst haben, dass du das Pferd jetzt brichst, nur weil du dich einmal durchgesetzt hast. 

Noch kurz was anderes:

Multi-Using, dazu gehört auch mehrere Leute an einem Account, ist übrigens immer noch verboten. 

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Huhu,

also ich kenne auch noch den Begriff "einbrechen", der oft damit verwechselt wird. Dieser stammt aus dem Trabrennsport und bedeutet soviel wie ein Pferd einfahren bzw. an den Wagen gewohnen.

Es gibt auch noch "den Willen eines Pferdes brechen", also auf die Arbeit bezogen, dass schafft man aber nur mit willkürlicher Gewalt, also "Bestrafung" ohne dass das Pferd ein Fehlverhalten dahinter erkennen kann. Da muss aber schon ALLES falsch bzw. schlecht gemacht werden, angefangen von der Haltung bis hin zum Umgang. Das was Du beschreibst nennt sich einfach nur "Duchsetzen" und ist wichtig, denn der Mensch muss Boss sein und nicht das Pferd.


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Kommentar von ponyfliege
24.11.2015, 17:01

zu deinem ersten absatz: dann rate mal, wie man es früher gemacht hat, damit es so heisst. im galoppsport nennt man es genauso.

man hat früher in beiden disziplinen "widersetzliche" jungpferde solange laufen lassen, bis sie fast zusammengebrochen sind. das "einbrechen" der vorderhand ist ein sicheres zeichen für baldiges zusammenbrechen. dann hat man aufgehört.

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nein, kann man nicht.

dazu geört schon eine menge bewusste brutalität.

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Pferd brechen = dem Menschen untertan machen und den Willen des Pferdes brechen damit das Pferd nur das macht, was der Mensch will.

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Kommentar von Otakumitherz
23.11.2015, 20:00

aber...wer macht den sowas? ): das ist doch ein lebewesen

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Kommentar von Viowow
23.11.2015, 20:16

die "methoden" sind mit schweren misshandlungen zu vergleichen. google das doch mal....

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Du nimmst ihnen ihren willen damit sie tun was du willst. Der Widerstand wird gebrochen

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