Was bedeutet eigentlich homeophatisch?

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10 Antworten

Hallo susanagabu,

Was bedeutet Homöopathie?

Das Wort Homöopathie setzt sich aus den altgriechischen Wörtern

ὅμοιος hómoios (gleich, gleichartig, ähnlich) und

πάθος páthos (Leid, Schmerz, Affekt, Gefühl) zusammen.

Homöopathie bedeutet also „ähnliches Leiden“.

Was ist Homöopathie?

Die Homöopathie ist eine Idee des sächsischen Arztes Samuel Hahnemann. Der war ein Zeitgenosse Napoleons, lebte also zu einer Zeit, als man von Bakterien, Viren, den Funktionen unseres Körpers, den Aufgaben der Organe, Infektionswegen ... noch keine Ahnung hatte.

Was Hahnemann allerdings richtig bemerkte, war, dass das, was sich in der "Medizin" seiner Zeit abspielte, dem Patienten eher schadete als nutzte. In Unkenntnis der Körperfunktionen unternahm man damals alle möglichen hanebüchenen und oft sehr drastischen Methoden, wenn jemand erkrankte. Aderlass und Quecksilbereinläufe haben die Patienten oft mehr geschwächt als die Krankheit selbst.

Hahnemanns Ziel, ein medizinisches Verfahren zu schaffen, das dem Patient nicht schadet, war damals also eine richtig gute Idee. Was Hahnemann aus dem Wissen seiner Zeit heraus aber nicht wissen konnte, war, dass das System, das er sich letztlich ausdachte, überhaupt nicht funktioniert und dem Patienten nur Placebo-Effekte (= damals auch nicht bekannter unspezifischer Behandlungseffekt) bietet, das eigentliche Leiden aber unbehandelt lässt.

Hahnemanns System steht auf folgenden Säulen:

  • Ähnlichkeitsprinzip (namensgebend)Stoffe sollen beim Kranken ähnliche Symptome heilen, wie sie sie beim Gesunden hervorrufen. Hintergrund für diese Annahme war, dass Hahnemann malariaähnliche Symptome bekam, nachdem er etwas Chinarinde eingenommen hatte, die man damals als Medikament gegen Malaria verordnete. Heute ist das Ähnlichkeitsprinzip als allgemeingültiges Naturprinzip widerlegt: die allermeisten Stoffe heilen Beschwerden, die sie verursachen beim Kranken keineswegs.
  • Arzneimittelprüfung am GesundenUm das Ähnlichkeitsprinzip anwenden zu können, musste Hahnemann ausprobieren, welche Stoffe beim Gesunden welche Symptome verursachen. Das macht man in sogenannten Arzneimittelprüfungen. Freiwillige nehmen das Mittel ein und schreiben alles (wirklich alles) auf, was sie danach an sich feststellen.Dieses Prüfverfahren funktioniert schlicht nicht: Nicht alles, wie wir uns morgen fühlen, ist deshalb so, weil man etwas eingenommen hat. Der menschliche Körper ist nicht so monokausal. Der Prüfling kann sich Erkältungen,  einen steifen Hals, einen blauen Fleck oder Kopfschmerzen ganz unabhängig von der Prüfung einfangen. Ist es heiß, so wird er "schwitzen" notieren. Trotzdem landen diese Dinge dann über die Prüfungen in den Arzneimittelbildern, also den Listen der Symptome, die das eingenommene Mittel angeblich heilen kann. Der Fachausdruck für diesen Irrtum lautet "Post-hoc-Ergo-Propter-hoc". Obwohl er längst bekannt ist, kennt die Homöopathie bis heute kein Verfahren, falsche Symptome in den Listen zu erkennen und zu entfernen.Sauber verblindete Arzneimittelprüfungen versagen. Bis heute ist nicht nachweisbar, dass homöopathische Hochpotenzen überhaupt in der Lage sind, Symptome beim Gesunden zu verursachen.
  • Verdünnen/"Potenzieren"Weil die Homöopathie auch hochgiftige Stoffe einsetzt (Arsen zum Beispiel, Nitroglycerin, Thallium,...) musste Hahnemann seine "Arzneien" verdünnen, um dem Patienten damit nicht ebenso zu schaden, wie die Medizin seiner Zeit. Hahnemann hatte den Eindruck, dass ein vom ihm erdachtes Verfahren der schrittweisen Verdünnung in Kombination mit Schütteln gute Effekte beim Patienten erzielt, ohne diesem noch zu schaden. Er nannte sein Verfahren deswegen nicht mehr Verdünnen, sondern Potenzieren.Was Hahnemann nicht wusste (Atomphysik war damals komplett unbekannt), war, dass er so weit verdünnte, dass seine Arzneien beizeiten gar keinen Wirkstoff mehr enthielten. Hahnemann verschüttelte undverdünnte fast über den gesamten Prozess hinweg einfach immer nur frisches Lösungsmittel mit frischem Lösungsmittel. Heute wissen wir, dass das Schütteln beim Verdünnen keinen (gezielten) Unterschied macht. Es kommt etwas mehr Dreck und Luft ins Lösungsmittel. Mehr nicht. Hahnemanns Arzneien sind Placebos, Scheinmedikamente - was er damals aber nicht wissen konnte. Homöopathen gehen aber bis heute nicht ehrlich mit dieser Tatsache um und versuchen über pseudowissenschaftliche Ansätze eben doch gezielte Wirkungen der Arzneien zu "erklären. Meist werden einfach Schlagworte in den Raum geworfen, aus denen sich der Patient dann "seine Erklärung" zusammenreimen soll. Beliebte Schlagworte sind hierbei "Schwingungen", "Resonanzen", "Quanten", "Information"... 

Homöopathika sind Placebos. Was dem Patienten aber mitunter gut tut, sind die ausführlichen Gespräche beim Homöopathen, die sogenannten "Anamnese-Gespräche". In diesen Gesprächen findet der Patient einen lange zuhörenden Therapeuten (der dies aber auch gut bezahlt bekommt: Ein einzelnes Anamnesegespräch kann ein Arzt mit Zusatz "Homöopathie" teurer abrechnen als alle medizinischen Gespräche für einen Patienten im Quartal). Der Patient kann sich also endlich mal aussprechen, in sich hineinhorchen, einen neuen, geordneteren Blick auf seine Leiden bekommen.

Es gibt Studien, die zeigen, dass derartige empathische Gesprächssituationen dem Patienten wirklich nutzen können. Kritiker der Homöopathie - hauptsächlich Ärzte und Naturwissenschaftler - drängen deshalb auf eine bessere allgemeine Vergütung der Arzt-Patientengespräche und eine bessere Ausbildung junger Ärzte in Gesprächsführung; ebensosehr drängt man darauf, diese Gesprächssituation vom unnötigen (und aufgrund der heute bekannten Unplausibilitäten höchst wissenschaftsfeindlich verteidigten) Überbau der wirkstofffreien Globuli zu entkoppeln.

Gefährlich wird die Homöopathie durch Homöopathen, die den Placebocharakter der Kügelchen selbst nicht wahrhaben wollen. Das führt leider immer wieder dazu, dass Patienten beim Homöopathen eingeredet wird, wichtige medizinische Maßnahmen zu unterlassen oder aufzuschieben, was schon zu ernsten Therapieverzögerungen geführt hat.

So lange Du Homöopathika als Placebos anwendest und keine notwendige Maßnahme deswegen unterlässt, ist grundsätzlich nichts dagegen zu sagen. Außer vielleicht, dass es auch preiswertere Placebos gibt und eine psychologisch geschulte Gesprächsführung sogar noch mehr bringt. Als Warnsignal solltest Du aber wahrnehmen, wenn Dein Homöopath anfängt, Medizin, Ärzte und notwendige Maßnahmen schlecht zu reden. Der Anfang dieser "Miesmach-Taktik" ist bereits der Begriff "Schulmedizin", denn Medizin ist weder abgeschlossenes "Schulwissen", noch wird sie auf der Schule gelehrt. Dafür braucht es dann halt doch die Universität.

Zum Weiterlesen:

http://www.netzwerk-homoeopathie.eu/faq/30-was-ist-eigentlich-homoeopathie

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Kommentar von Huflattich
27.10.2016, 18:40

Gefährlich wird die Homöopathie durch Homöopathen, die den Placebo charakter der Kügelchen selbst nicht wahrhaben wollen. Das führt leider immer wieder dazu, dass Patienten beim Homöopathen eingeredet wird, wichtige medizinische Maßnahmen zu unterlassen oder aufzuschieben, was schon zu ernsten Therapie verzögerungen geführt hat.

...und selbst das wäre letztendlich die Entscheidung eines selbstbestimmten Menschen dem Du gerade seine Selbstbestimmtheit abschwatzen willst .

Kein Mensch wird sich schaden wollen. Ob die heute übliche - von Dir so geschätzte Behandlung beim Hochschul (Universitäts) geschulten Arzt mit einer Computer und maschinen - unterstützten Diagnose und Behandlung  richtiger liegt, wage ich (nachdem was man heute so hört und liest) immer mehr zu bezweifeln.  

Aber natürlich alles Geschmackssache . 

Menschen die nachweislich helfen, als gefährliche Scharlatane und Betrüger zu verschreien, halte ich für mehr als bedenklich - grenzt für mich an Rufmord.

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Similia similibus curentur. = Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt. - oder auch nicht. 

Eher nicht, denn trotz intensiver Bemühungen, konnte noch kein einziger Beweis dafür gefunden werden, dass die Homöopathie eine wirksame Heilmethode ist. Die Inhaltsstoffe werde so lange verdünnt, bis in den Zuckerkügelchen, den Globuli, nur mehr der Zucker drin ist.

Der Glaube versetzt allerdings Berge und so schwören die Anhänger darauf, dass sich fast alles damit heilen lässt. 

Was sich ganz sicher beweisen lässt, ist, dass sogar sonst sehr kluge Menschen Probleme mit der Schreibweise haben. Das Wort Homöopathie scheint zum Teil unüberwindbare Hürden aufzustellen.  ; -)

Abgesehen davon, möge jeder für sich selbst bestimmen,  was er davon hält, oder nicht!

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Kommentar von Huflattich
27.10.2016, 12:39

Abgesehen davon, möge jeder für sich selbst bestimmen,  was er davon hält, oder nicht!

Wie wahr, wie wahr......

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Das "homöopathisch" wird meist verwendet im Zusammenhang mit Verdünnungen.

Eine homöopathische Verdünnung ist eine Menge von Lösungsmittel, in der von der Ursubstranz wirklich absolut nichts mehr enthalten ist.

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Homöopathisch: Medikamente ohne jeden Wirkstoff (Globuli)

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Kommentar von Ninombre
27.10.2016, 09:17

in jedem 7. Globoli soll wohl noch ein Molekül Wirkstoff stecken, habe ich gehört. Vielleicht auch nur ein Fabrikationsfehler und das hätte noch mehr verdünnt werden müssen.

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Kommentar von Huflattich
27.10.2016, 10:11

Der Wirkstoff ist immer vorhanden zumindest seine Information - Problem, er ist so wenig verdünnt existent, dadurch nicht nachweisbar - daher für den Wissenschaft - Gläubigen nicht vorhanden. 

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homöpatisch?

https://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6opathie

Grob gesagt: Dass die Wirkstoffe hochgradig verdünnt werden, bis eigentlich nichts mehr drin ist außer Zucker. Was je nach Ansicht dazu führt, dass die Naturgesetze ausgehebelt werden und das Zeug besonders gut wirkt (weil so verdünnt, dass nix mehr drin ist) oder es halt nur wirkt, weil man daran glaubt.

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Kommentar von PatrickLassan
27.10.2016, 09:21

Ich nehme Alternative 2.

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"Gleiches mit gleichem behandeln" ein alter Ansatz der in der heutigen Zeit - in Zeiten das alles bewiesen werden muss - nicht mehr zählt .

Merkwürdig ist, dass sogar Tiere homöopathisch behandelt werden und denen es tatsächlich am Ende besser geht .Merkwürdig, da man ja hier kaum vom "Placebo Effekt" ausgehen kann.

Viele mittelalterlich wirkende Mittel wie sie auch in der Spagyrik verwendet werden erscheinen unattraktiv - vermutlich kosten sie einfach zu wenig und bringen nicht den Gewinn ein wie eine moderne Computeruntersuchung .oder eine "Neuentwicklung" eines Medikaments.

Was nix kostet - ist nix .

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Kommentar von PatrickLassan
27.10.2016, 10:36

Was nix kostet - ist nix

Dass die Hersteller homöopathischer Mittel allein in Deutschland einen Jahresumsatz von etwa 400 Millionen € haben, scheint dir entgangen zu sein.

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Kommentar von MalNachgedacht
27.10.2016, 11:39

"Gleiches mit gleichem behandeln" ein alter Ansatz

Richtig - ungefähr genauso alt wie der Ansatz der Homöopathie - mit der Du gerade Isopathie verwechselst.

"Gleiches mit gleichem behandeln"  ist nämlich Isopathie

"Ähnliches mit ähnlichem heilen" hingegen ist Homöopathie

Von Isopathie hielt der Erfinder der Homöopathie (freundlich formuliert) gar nichts :-)

Merkwürdig ist, dass sogar Tiere homöopathisch behandelt werden und denen es tatsächlich am Ende besser geht .

Merkwürdig dass Tiere oft sogar ganz ohne jede Behandlung gesund werden oder es ihnen zumindest nach einiger Zeit besser geht.
Andererseits dann doch nicht so merkwürdig - ohne die natürlichen Selbstheilungskräfte wären die meisten Tierarten wohl längst ausgestorben bevor Hahnemann sich seine Globuli ausdachte...

Merkwürdig, da man ja hier kaum vom "Placebo Effekt" ausgehen kann.

Doch kann man - der Placeboeffekt ist bei diversen Tierarten wissenschaftlich bestens belegt....

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Kommentar von uteausmuenchen
27.10.2016, 13:32

Huflattich,

Merkwürdig ist, dass sogar Tiere homöopathisch behandelt werden und denen es tatsächlich am Ende besser geht .

Merkwürdig wäre eher das Gegenteil. Auch Tiere haben ein durch die Evolution ausgebildetes und trainiertes Immunsystem, so dass sie mit den meisten Infekten mit der Zeit fertig werden.

Verabreicht man also während der Erkrankung Placebos, beobachtet man auch bei Tieren irgendwann danach recht oft Besserungen.

Erstaunlich wäre, wenn es anders wäre, denn dann würden Placebos ja eine Genesung aktiv verhindern.

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