Was bedeuten die Worte Korrelation und Kausalität?

5 Antworten

Korrelation bedeutet, das bestimmte Ereingnisse zusammen auftreten oder auschließen. z.B In Regionen mit mehr Störchen ist die Geburtenrate höher. Korrelationen sind ungerichtet, also in Regionen mit hoher Geburtenrate gibt es mehr Störche.

Kausalität bedeutet eine tatsächlich inhaltliche Abhängigkeit. z.B. Raucher erkranken häufiger an Lungenkrebs. Es gibt eine Ursache (Rauchen) das zu einem anderen Ereigniss ( Lungenkrebs) führt.

Eine Kausalität führt dabei immer auch zu einer Korrelation.

Daher sind Korrelationen geeignet nach Kandidaten für Kausalitäten zu suchen. Allerdings läßt sich aus einer Korrelation keine Kausalität schließen. Da eine Korrelation ungerichtet ist, läßt sich schon gar nicht auf eine Richtung schließen.

Beispiel: Leute die häufiger Aspinrin nehmen haben auch häufiger Kopfschmerzen. Es gibt eine Kausalität, die verläuft aber natürlich entgegengesetzt.

Auch schön erklärt.

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Kausalität bedeutet, dass sich zwei Dinge direkt beeinflussen. Sprich Ereignis A ist die Ursache von Wirkung B.
Korrelation heißt nur, dass zwei Dinge in einer Wechselbeziehung stehen, also sich unter gewissen Umständen oder durch Zufall gegenseitig beeinflussen, aber nicht müssen.

Die Bedeutung von Korrelation hab ich noch nicht verstanden. Was soll Wechselbeziehung bedeuten ?

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@narutofan58

Zwei Ereignisse heißen zueinander korreliert, wenn irgendwelche Abhängigkeiten zwischen ihnen bestehen.

Es könnte z.B. sein, dass sie beide ein und dieselbe Ursache haben (und daher stets nur gemeinsam, aber nicht auch einzeln auftreten).

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Gibt es dazu vielleicht auch Beispiele ? Denn ich bin immer noch etwas verwirrt

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Die beiden Worte sind miteinander "verwandt".

Eine Korrelation besteht dann, wenn zwei Ereignisse (z.B. CO² und Erdwärme) miteinander in irgendeiner Verbindung stehen (= keine Aussage).

Eine Kausalität besteht dann, wenn ein Ereignis (z.B. die Erdwärme) in kausalem Zusammenhang mit ihrem Ursprung steht (z.B. dem erhöhten CO²). Hier steht eine Aussage, im Gegensatz zur Korrelation. Man behauptet also, dass das CO² bewirkt, dass die Erde sich erwärmt.

Alles klar?

Das ist eine gute Frage.

Es gibt noch einen dritten Begriff, den viele Leute mit den zwei anderen durcheinander werfen: Koinzidenz.

So.

  1. Koinzidenz ist das Auftreten zweier Phänomene, die nichts miteinander zu tun haben. Ich schalte das Licht ein und draußen knallt es weil jemand was umgeworfen hat. Unser Gehirn erzeugt aber sofort einen Zusammenhang: eine Kausalität - und ich erschrecke mich. Was habe ich getan? Dieses falsche Muster kann man auch als Aberglaube bezeichnen.
  2. Korrelation ist das statistisch (!) gekoppelte Verhalten zweier Phänomene - Phänomen 1 und Phänomen 2. Die Geburtenrate in Niedersachsen entwickelte sich in manchen Regionen genauso wie die Population der Weißstörche. Auch hier machen wir daraus eine Kausalität. Unser Gehirn kann nicht anders - außer man bemüht sich. Oft liegen hinter Korrelationen dritte oder vierte Phänomene auf die die Phänomene 1 und 2 zurück geführt werden können.
  3. Kausalität ist ganz einfach "wenn 1 dann 2". 1 ist die Ursache für 2! Auch das ist nicht trivial. Wenn ich dir fest genug mit einem Hammer auf den Kopp haue, stirbst du. Hm...Zunächst erzeuge ich ein schweres Trauma, dieses führt zum Versagen essentieller Funktionen, diese führen wieder dazu...undsoweiter.

Die böse Falle liegt darin, dass wir reflexartig eine Kausalität sehen. Das ist ein Überlebensreflex! "Sieht aus wie große Katze, ist gelb-schwarz gestreift - nix wie weg hier!"

Ich hatte mal eine entfernte Tante, die sagte: "Ich bin ja nicht abergläubisch - aber wenn eine Schere runterfällt und im Boden stecken bleibt (damals gab es noch Holzfußböden), dann gibt es Streit!" Und jetzt kommt das Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung ins Spiel. Die macht aus jedem Mist eine Kausalität. Deshalb glauben so vile Menschen an Homöopathie. "Bei Onkel Erwin hat es geholfen." (Koinzidenz). Statistisch gibt es nicht einmal eine Korrelation, von einer Kausiltät ganz zu schweigen.

Schwierig.

Das hast Du ausgezeichnet erklärt. Ergänzen könnte man noch, dass es zu 2. sogenannte “cum hoc ergo procter hoc“ (mit diesem, also wegen diesem) bzw “post hoc ergo procter hoc“ (nach...)-Fehlschlüsse gibt. Ein Beispiel für cum...: Es ist statistisch bewiesen, dass immer dann besonders häufig Sonnenbrändee auftreten, wenn besonders viel Speiseeis verzehrt wird. Ergo: Speiseeis verursacht oder macht anfällig für Sonnenbrände. Natürlich hängt in Wahrheit beides von einem gemeinsamen Dritten als Ursache ab, nämlich dem intensiven und langanhaltenden Sonnenschein.

Ein post hoc, ergo procter hoc-Fehlschluss ist die Behauptung, dass Haschisch die Einstiegsdroge zum Heroin ist, weil jeder Junkie früher mal gekifft hat. Das ist genauso “logisch“ wie die Behauptung, Milch sei die Einstiegsdroge zum Alkohol, weil jeder Alkoholiker früher, als Baby, Milch getrunken hat. Dies hat schon der Philosoph und Entscheidungstheoretiker Gerd Gigerenzer bewiesen. Man darf nämlich nicht gucken, wie viele Fixer haben früher mal gekifft, sondern wie viele Kiffer werden später mal fixen,- und das sind nur extrem wenige. Die Behauptung mit der Einstiegsdroge ist also erwiesenermaßen falsch.

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@Kaenguruh

Exzellent! Ich habe Gigerenzer gelesen. Wir Menschen haben keinen "Ursinn" für Statistik. Unser Hirn ist eine Überlebensmaschine, die schwer zu kontrollieren ist.

Gehört eigentlich in die Schule - vorschneller Glaube an Kausalität gibt denen Macht, die sowas wissen und versklavt diejenigen, die reflexartig handeln.

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@Kaenguruh

Ich habe mich vertippt. Es muss “propter“ anstatt “procter“ heißen.

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Kausalität bedeutet, dass Ereignisse tatsächlich voneinander abhängen.

Korrelation bedeutet, dass Geschehnisse oder Ereignisse eine vergleichbare oder gar parallele Entwicklung haben. Das kann zusammenhängen, kann aber auch Zufall sein.

In der Kürze liegt die Würze. Super!

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