Was bedeutet das in Bezug auf " Konsum die neue Religion" Der Glaube gibt dem Leben einen subjektiven Sinn der in der Praxis der Liebe jedoch objektiviert wird?

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3 Antworten

Deine Frage ist etwas verwirrend, weil man den Zusammenhang zwischen dem Thema und der darauf bezogenen Frage nicht so einfach finden kann. 

Das Thema lautet also: "Konsum, die neue Religion". Eine Religion ist bekanntlich ein komplexes Glaubens- und Wertesystem, das dem Gläubigen unbedingte Aussagen zu seinem "Seelenheil", zu seiner Rolle in der religiösen Gemeinschaft und zu seinen Aufgaben und Pflichten als Anhänger dieser Gemeinschaft bereit stellt. 

Der Absolutheitsanspruch und die Unhinterfragbarkeit sind zwei besonders markante Aspekte jeder Religion. Und genau das wird in dieser Aussage auf den "Konsum" angewendet. Das Kaufen und Verbrauchen als die beiden Säulen des Konsums werden in unserer hochgradig merkantil fundierten Welt wie in einer Religion absolut gesetzt. Die ungebremst und aggressiv auf uns einwirkende Werbung soll die Konsumlust anheizen. Bedürfnisse müssen durch aufwändige Campagnen oftmals überhaupt erst erzeugt werden. 

Das alles gestaltet sich so wie in der Religion. Auch hier gibt es absolute Wahrheiten. Auch hier wird der noch nicht Gläubige intensiv bearbeitet (missioniert), bis er sich bekehren lässt resp. das beworbene Produkt kauft. Auch hier darf nicht zurückgefragt werden, ob das Produkt überhaupt das erfüllt, was es verspricht. 

Wenn in diesem Zusammenhang nun eine weit existentieller formulierte religiöse Einsicht auf die pervertierte Religion, den Konsum angewandt wird, fragt man sich, ob so eine Übertragung funktionieren kann. 

In der Religion vermittelt der Glaube dem religiösen Menschen ein Lebensgefühl, das sein Leben nicht vergebens ist, dass ihm ein Sinn und ein Ziel innewohnt, auf das er sich verlassen kann. In der Praxis der religiösen Liebe zu Gott wird dieser Glaube dann als real erlebt und damit objektiviert, d.h. nachprüfbar. 

Bezogen nun auf den Konsum wird auch hier durch die Werbung erst der Glaube an die Notwendigkeit des Habenmüssens erzeugt. Man meint schließlich, nur wenn ich dieses Objekt mein eigen nenne, bin ich erst ein ganzer Mensch, erst dann werde ich geachtet, erst dann werde ich das Gefühl des Erfülltseins erleben können. Und weiter geführt nach dem Erwerb dieses Gegenstandes kommt das Gefühl der Liebe zu diesem Gegenstand, womit sich die Versprechen der Werbung bewahrheiten. Man liebt den Diamanten am Finger, liebt den neuen Wagen der gehobenen Klasse mit den vielen Extras oder die neuen Möbel wie auch die Designer-Klamotten. 

Bilanz: Wir können tatsächlich das religiöse Geschehen, wie es sich in den Menschen manifestiert, auf die Ersatzreligion "Konsum" übertragen, ohne dass wir dabei irgend welche Abstriche in Bezug auf die Wirkmächtigkeit der Geschehnisse machen müssen. 

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Gegenfrage: Was haben Konsum, Religion, Glaube und Liebe gemeinsam?

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Keine Ahnung, sogar Satans Worte an Eva waren deutlicher (1.Mose 3,1-6; Offb.12,9).

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