Was bedeutet das Bild vom Kind für die Erziehung?

2 Antworten

Hallo timrichter.

Also Deine frage ist nicht so einfach zu verstehen, aber ich will einmal auf die Frage so antworten, wie sie für mich am meisten Sinn macht. Und zwar verstehe ich die Frage so wie StopTheBulL,

Als meine Kinder noch klein waren, haben sie natürlich auch mal F'ehler gemacht, und Dinge, über die ich mich geärgert habe. Geärgert habe ich mich dann, wenn ich dachte, das Kind müsse doch wissen, was richtig und was falsch ist, und dann darf es sich doch so nicht verhalten. Beispiel: Als meine Kinder in den Kindergarten kamen, dauerte es nicht lange, und sie lernten dort Schimpfworte. Und die sagten sie natürlich zu uns Eltern und zum Bruder. Schimpfworte sollen ja ärgern und verletzen. Und wir Eltern haben natürlich in unserer Kindheit genau gelernt, das zu tun: Uns zu ärgern. Also waren wir im ersten Augenblick brav und taten das dann auch. Aber halt nur im ersten Augenblick, denn schnell war uns klar, dass das Kind gar nicht verstehen konnte, was es da sagte. Ein Dreijähriger kann sich unter einem Wiccer einfach nichts vorstellen. Ist so.

Bevor meine Kinder auf die Welt kamen, habe ich mich mit Psychologie, Pädagogik und Soziologie beschäftigt. Durch Universitätskurse, also auf recht hohem Niveau. Und da habe ich glernt, dass Kinder vieles sind, aber auf keinen Fall böse.

Also haben wir zu ihnen gesagt, dass das aber nicht nett ist, so etwas zu jemandem Anderen zu sagen, und dass wir so zuhause nicht miteinander umgehen. Weiter keine Reaktion. Auch dann nicht, als sie das wieder sagten. Übers Wochenende hat sich das verloren. Danach keine Schimpfworte mehr.

Später habe ich dann Kindgerecht mit ihnen darüber geredet, um herauszufinden, warum sie das gemacht hatten. Ja im Kindergarten, die anderen Kinder haben das auch gemacht! Und sie wollten sehen, wie wir darauf reagieren würden.

Ja, cool und gelassen natürlich! Und es hat sich bestätigt, dass das Kind nicht böse war, obwohl es etwas falsches gemacht hatte. Mit einem Pädagogikstudium in der Hinterhand kann ich das natürlich auch genauer erklären:

Es gibt ein Lerngesetz für soziales Lernen: "Erfolg verstärkt ein Verhalten!" Die Schimpfworte des Kindes wurden nicht zum Erfolg, weil wir uns nicht geärgert hatten und die Kinder auch nicht straften. Manche Familien machen da einen riesigen Terz und strafen die Kinder. So kleine Worte, die sie nicht einmal verstehen, und so ein Aufstand der Etern! Was für ein Erfolg! Und natürlich sind die Eltern Vorbild! Sie bleiben cool, ärgern sich nicht und strafen nicht. Warum auch? Der Erfolg blieb aus, das Verhalten hat sich ganz von alleine verloren. Die benutzen auch Heute mit 24 und 26 Jahren keine Schimpfworte und bleiben cool und gelassen. Ganz einfach, weil sie die negative Wirkung nie gelernt haben. Die hatte nie Erfolg!

Und Du siehst, bei so einer Alltäglichen Sache, die jedes Kind in seiner Kindheit durchmacht macht es sich schon deutlich bemerkbar, welches Bild man von einem Kind hat. Und so ist das natürlich bei Allem.

LG

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Das Bild vom Kind ist ausschlaggebend für die Art und Weise der Erziehung und Bildungsvermittlung.

Wenn die Frage so gemeint war

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