Was bedeutet Adelsgeschlecht?

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3 Antworten

Adelsgeschlecht ist einfach ein schöneres Wort für eine Dynastie von Adeligen.

Nein, nicht jede Familie hat ein Wappen und ein Adelsgeschlecht bedeutet, dass Deine Vorfahren bereits Adelige waren, mein Familienwappen wurde im 14 Jahrhundert an meine Vorfahren verliehen. Heutzutage kannst Du aber ein Wappen auch entwerfen und als Familienwappen bestimmen und tragen, solange es keine Rechte anderer berührt. Es bedarf keiner behördlichen oder gerichtlichen Mitwirkung

Der Adel (althochdeutsch adal oder edili ‚Edles Geschlecht, die Edelsten‘, lateinisch nobilitas)
ist eine „sozial exklusive Gruppe mit gesellschaftlichem Vorrang“, die
Herrschaft ausübt und diese in der Regel innerfamiliär tradiert.[1] Eine Klarheit des Begriffs gibt es allerdings nicht[2] und in den einzelnen europäischen Herrschaftsbereichen galten unterschiedliche Kriterien, wer zum Adel gehört und wer nicht.[3] Noch viel mehr gilt dies für außereuropäische Kulturkreise.

Der Herrschaftsanspruch des Adels gründete sich unter anderem auf
Leistung, Erziehung und Abstammung sowie unterstellte göttliche Absicht.
Führungsschichten in den verschiedensten Kulturen der Welt und in
unterschiedlichsten Gesellschaften werden als Adel gedeutet. Der Adel
war trotz zum Teil sehr langer Phasen der Kontinuität immer wieder
Veränderungen ausgesetzt. Er konnte zusammenbrechen, wie der
spätrömische Adel, oder sich neu bilden.[4]
In vielen Ländern der Welt hält der Adel seine ehemals umfangreiche und
exklusive politische Macht nicht mehr in den Händen, ist zum Teil sogar
nicht mehr existent (z. B. China), nicht einmal mehr als nach außen
wahrnehmbare soziale Gruppe. Gleichzeitig gibt es viele Staaten, die von
adeligen Häusern regiert oder repräsentiert werden und in denen der
Adel eine wichtige Rolle spielt – von Großbritannien über den Oman bis
Kambodscha.[5]

In Europa kennt die Archäologie früheste Zeugnisse, die als solche adeligen Lebens gedeutet werden, vor allem Grabfunde und Reste ehemaliger Villen und Burgen.[6]
Antike griechische, römische, aber auch z. B. etruskische
Führungsschichten werden als Adel aufgefasst. Im Mittelalter hat sich
der Adel aus römischen und germanischen, ethnisch gesehen teilweise auch
aus slawischen Wurzeln zu einer „multifunktionalen Elite“ entwickelt,
die politisch und militärisch, ökonomisch, sozial, kulturell und
religiös führte,[7] allerdings nicht zwingend als „Adel“ zu deuten ist.[8]

Der europäische Adel hat sich etwa ab dem 11./12. Jahrhundert in der Regel ständisch organisiert.[7] In solchen ständischen Systemen gelten für den Adel bestimmte Rechte, Privilegien, Pflichten und Verhaltenskodizes.[9]
Mit der Ablösung der ständischen durch demokratische, sozialistische
oder kommunistische Systeme oder konstitutionelle Monarchien hat der
Adel in Europa seine politische Bedeutung größtenteils verloren.

Die rechtliche wie gesellschaftliche Situation des Adels gestaltet
sich historisch je nach Region äußerst unterschiedlich: Vom
prinzipiellen Verbleib der Standesunterschiede (z. B. Vereinigtes
Königreich Großbritannien und Nordirland) über die Aufhebung der
Standesvorrechte und -pflichten (z. B. Weimarer Republik) und seine
Abschaffung (z. B. Österreich) bis hin zur Auslöschung durch Verfolgung,
Vertreibung, Inhaftierung und Ermordung (z. B. Frankreich, Russland,
SBZ/DDR).[10]

In Europa stellt der Adel heute dennoch mitunter eine relativ geschlossene soziale Schicht mit eigenen Lebensweisen, Umgangsformen und einem differenzierten Standesethos dar.[11][12][13]

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