Was bedeuten diese unterschiedlichen Gerechtigkeiten und inwiefern widersprechen sie sich?

...komplette Frage anzeigen Hier sind die unterschiedlichen Gerechtigkeiten und danke  - (soziales, Definition, Sozialkunde)

2 Antworten

Die  Dimension  der  Gerechtigkeit  ist  die  Größe  (der  Umfang)  der  Gerechtigkeit.  100  %ige   Gerechtigkeit  ist  optimal.  Bedarfsgerechtigkeit  ist  die  beste  und  die  wichtigste  Art  der  Gerechtigkeit.  Nur  wo   Bedarfsgerechtigkeit  herrscht,  herrscht   auch  soziale  Gerechtigkeit.   Gerechtigkeit  (soziale  Gerechtigkeit)  ist  der  Zustand,  in  dem  alle  möglichst  gut  und  gleich  gut  leben.

Chancengerechtigkeit,  Verfahrensgerechtigkeit,  Verteilungsgerechtigkeit,  Teilhabegerechtigkeit,  Leistungsgerechtigkeit,  Ergebnisgerechtigkeit, .....  sind  nur  Unterarten  (Teilgebiete)  der  Gerechtigkeit  (der  sozialen  Gerechtigkeit).  

Chancengerechtigkeit  sorgt  dafür,  dass  der  fähigste  Bewerber  die  offene  Arbeitsstelle  bekommt.

Verfahrensgerechtigkeit  sorgt  dafür,  dass  man  die  passende  (die  richtige)  Methode  anwendet  bei  der  Beurteilung  und  bei  der  Behandlung  der  Lebewesen.

Verteilungsgerechtigkeit  sorgt  dafür,  dass  niemand  zu  viel  oder  zu  wenig  bekommt.  (Instinktgesteuerte  Menschen  verteilen  das  Geld,  nach  erbrachter  Leistung,  und  nach  der  Rang  in  der  Gemeinschaft.  Sie  versuchen  es  nicht  einmal,  gleich  gutes  Leben  für  alle  herbeizuführen.)

Teilhabegerechtigkeit  sorgt  dafür,  dass  alle  Menschen  sich  an  der  Machtausübung  beteiligen.  Dass,  alle  sich  am  kulturellen  Leben,  und  am  gesellschaftlichen  Leben,   und  am  Wohlstand  der  Gesellschaft  gleich  beteiligen.

Leistungsgerechtigkeit  sorgt  dafür,  dass  man  nach  der  erbrachten  Arbeitsleistung  bezahlt  wird.  (So  entsteht  gutes  Leben  für  die  Starken,  schlechtes  Leben  für  die  Schwachen  und  Tod  für  die  Schwächsten.) 

Ergebnisgerechtigkeit  sorgt  dafür,  dass  die  Menschen  am  Ende  (nicht  nur  anfänglich  und  zwischenzeitlich)  korrekt  verteilen,  korrekt  urteilen,   also  folgenbedacht  handeln. 

 

Möglichst  gut  zu  leben,  und  gleich  gut  zu  leben,  wie  die  Anderen  auch, ist  das  wichtigste  und  beste  Bedürfnis  der  Lebewesen.  Bedarfsgerechtigkeit  geht  vor  Leistungsgerechtigkeit.  Wer  schwer  arbeitet,  hat  während  der  Arbeitszeit  eine  schlechtere  Lebensqualität,  als  jemand,  der  leicht  arbeitet.  Der  Schwerarbeiter  muss  als  Ausgleich,  einen  höheren  Stundenlohn  bekommen,  als  der  Leichtarbeiter.  Nach  Feierabend  hat  nun  er  die  bessere  Lebensqualität.  Wer  gar  nicht  arbeitet,  muss  noch  etwas  weniger  Geld  bekommen,  als  der  Leichtarbeiter.   So  haben  am  Ende  des  Tages  der  Schwerarbeiter,  der  Leichtarbeiter  und  der  Nichtarbeiter  eine  ähnlich  gute  Lebensqualität.  Anstrengungsgerecht  sollte  man  Löhne  zahlen  (nicht  leistungsgerecht).  Lohngerechtigkeit  und  Verteilungsgerechtigkeit   müssen  zur  Bedarfsgerechtigkeit  führen.  Auch  die  Teilhabegerechtigkeit  hat  der  Bedarfsgerechtigkeit  zu  dienen.  Ebenso  die  Verfahrensgerechtigkeit,  und  die  Chancengerechtigkeit,  und  alle  anderen  Gerechtigkeitsunterarten. 

Instinktgesteuerte  Menschen  sehen  das  natürlich  ganz  anders.   4  Milliarden  Jahre  Überlebenskrieg  hat  alle  Genome  siegesgierig  werden  lassen.  Echte  Gerechtigkeit  verhindert  die  Siegerei  (die  Auslese,  die  natürliche  Evolution).  Deshalb  wollen  instinktgesteuerte  Menschen   gutes  Leben  für  die  Starken,  schlechtes  Leben  für  die  Schwachen,  und  Tod  für  die  Schwächsten  herbeiführen.  Nur  ohne  echte  Gerechtigkeit   entsteht  eine  Hierarchie  in  der  Gemeinschaft.  Eine   Rangordnung  aufzubauen,  die  die  Gemeinschaft  kampfstärker  macht;  Sklaven zu  halten;  zu schwache  Menschen,  Tiere  und  Pflanzen  zu  töten;  sind  sehr  vorteilhafte  Handlungen.  Nur  ungerechte,  kampfstarke  Gruppen  können  sich  im  Überlebenskrieg  gegen  die  anderen  Gruppierungen  durchsetzen.

Die  eingezeichneten  Pfeile  auf  dem  Diagramm  zeigen,  dass  instinktgesteuerte,  siegbringende,  kapitalistische  Gerechtigkeit,  und   echte  Gerechtigkeit,  sehr  unterschiedlich  sind.  Die Gerechtigkeitsunterarten  dürfen  sich  nicht  widersprechen.  In  der  Praxis  tun  sie  es  aber. So  entstehen  kampfstarke,  siegreiche   Rudel. Echte  Gerechtigkeit  kann  sich  in  der  Natur  gegen  siegbringende   "Gerechtigkeit"  nicht  durchsetzen.

 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

warum sollen sich die begriffe widersprechen ?

dazu muß man sie erst definieren . welche verfahren sollen z.b. eine gerechtigkeit erhalten ? 

Schmelzverfahren von Roheisen? Zivilverfahren bei Gericht ? Beförderungsverfahren bei Soldaten ? Zustellverfahren der Briefpost ?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?