Was bedeuten die Jahrgänge bei Wein?

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6 Antworten

Was bedeuten die Jahrgänge bei Wein?

Ist das das Abfülldatum, wann das in die Flasche abgefüllt wurde?

Der Jahrgang bezieht sich auf das Jahr der Ernte der Reben. Die
Abfüllung ist danach – Federweißer meist im gleichen Jahr, aber die meisten
erst ein Jahr oder zwei Jahre später.

Kann man sagen, je älter desto besser?

Nein: Viele – die meisten, sind für den schnellen Verbrauch
bestimmt. Die meisten sind beim Erscheinen auf dem Markt „trinkreif“.

Durch Alterung verändert sich aber meist der Geschmack. Zum
Beispiel junger Riesling ist oft fruchtig, älter wird er eher cremiger (man spricht
von Petrolnoten).

Weine aus Bordeaux oder Burgund sind teilweise so verarbeitet, dass sie in der Flasche besser werden im Laufe von einigen Jahren. Diese "Spitzenweine" lohnen also gelagert zu werden, weil sie "besser" werden. Aber auch diese werden nicht ewig halten. Am Ende wird ein Wein zu Essig; weil das der Natur entspricht: Trauben gären (Alkohol) durch Hefen, dann kommen andere Bakterien (Essig) und schließen den Kreislauf.

Ich habe mir z.B. zwei Rotweine gekauft, die ziemlich ähnlich sind (Beide Dornfelder trocken aus der Pfalz). Der eine ist Jahrgang 2012 mit Korken der andere Jahrgang 2014 aber im
Barrique gereift mit Metallschraubdeckel. Preislich auch fast gleich. Bisher
habe ich nur den 2014er probiert. Welcher ist nun der bessere?

Trocken bedeutet längere Gärung, der Zucker wurde zu großen
Teilen Alkohol, also wenig „Restzucker“. Wird die Gärung unterbrochen, bleibt
mehr Zucker übrig, mehr Süße (Edelsüße deutsche Weine gehören übrigens zu den besten auf der Welt).

Durch Wind, Sonne, Regen ist jedes Jahr anders und dadurch
auch die Früchte der Reben (Äpfel oder Kirschen schmecken auch nicht jedes Jahr gleich, auch die Erntemenge ist unterschiedlich) unterschiedlich.

Barrique bedeutet, dass der Wein nach der Gärung in einem
kleinen Eichenfass gelagert wurde. Es gibt aber dabei neue und gebrauchte
Fässer unter anderem, was sich auf die Aromen auswirkt. Die erste Gärung findet heute meist in großen Stahltanks statt.

„Besser“ ist dabei Geschmackssache: der eine mag lieber den
Wein im großen Fass (mehr Frucht zum Beispiel) – der andere die Holznoten des
kleinen Fass (Vanille-Noten zum Beispiel).

Macht das ein Unterschied, ob mit Korken oder Schraubdeckel?

Die bisherigen Untersuchungen sagen meist, dass es wenig
Unterschied macht, welcher Verschluss gewählt wird.

Korken sind nicht alle ohne „Nebengeschmack“ – das heißt:
mache führen zu „Korkfehlern“. Gute Korken sind teuer und selten; haben also
einen Einfluss auf den Preis. Daher werden andere Dinge ausprobiert. Mir
erzählte ein Sommelier, dass in Frankreich die Kunden nur Korken ernst nehmen;
daher werden „gute“ Weine dort sicher nur Korken bekommen.

Andere Länder haben da keine Probleme: In Australien werden
sogar recht teuere Weine mit Kronenkorken verschlossen. Diese Weine brauchen
nicht „gelegt“ werden zur Lagerung, weil der Korken nicht feucht bleiben muss. Ungewollte
„Oxidation“ kann aber bei einem ausgetrockneten Korken passieren, daher liegen
die Flaschen (Neben Luft ist Licht der Feind eines Weines, daher im Keller –
auch Temperaturschwankungen sind nicht hilfreich – Keller (ohne Heizung) schwanken
weniger, als Räume an der Oberfläche).

Kommentar von Jumik85
30.07.2016, 14:12

Wow du hast ja echt Ahnung davon. Ich möchte gerne einen teuren Rotwein probieren, der sehr sauer und wenig süß schmeckt. Ich würde so um die 20€/Fl. ausgeben. Kannst du mir einen empfehlen? Vielen Dank.

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Wein ist ein Naturprodukt. In jedem Jahr ist das Wetter im Verlauf unterschiedlich. Entsprechend unterschiedlich können die Aromen und die Qualität beim Endprodukt Wein ausfallen. Ob daraus ein guter Wein wird, ist in erster Linie vom Können des Winzers abhängig.

In schlechten Jahrgängen gelingt es auch auch sehr guten Winzern guten oder sogar sehr guten Wein zu produzieren.

Die Rebsorte und viele andere Dinge spielen hier auch eine wesentliche Rolle.

Zudem dient die Jahrgangsangabe auch eine Rolle bei der Einschätzung wie alt der Wein bereits ist. Ist er noch genießbar? Hat er die richtige Reife erreicht?

Ob Korken oder Schraubdeckel macht für den Wein in der Flasche meist keinen Unterschied. Wobei es wenige Winzer gibt, die der Überzeugung sind, das Korken generell den Geschmack des Weines beinfluße, es aber keiner merkt, da man seit Jahrzehnten und noch länger bereits daran gewöhnt sei. Das Thema wird deswegen in Fachkreisen sehr kontrovers diskutiert.

Schraubdeckel haben sich zum Glück inzwischen bei vielen trinkreifen Weinen durchgesetzt. Das können duchaus auch sehr gute Weine sein.

Korken verwendet man meist nur noch bei Weinen, die durch Lagerung ihre Aromen verändern können. Ob ein Wein mit fortgeschrittener Lagerung bzw. Reifung besser schmeckt ist allerdings auch persönliche Geschmackssache.

Im Prinzip ist deine Fragestellung komplett falsch.

Welcher der beiden Weine besser ist, mußt du durch schmecken selber herausfinden. Geschmack ist sehr persönlich und wird von verschiedenen Menschen ganz unterschiedlich interpretiert.

Guter Geschmack muß zudem erst erlernt werden!
Wer das nicht gelernt hat, wird viele teure Weine als unangenehm am Gaumen empfinden. Wie kann man das erlernen? Durch üben. Weinproben besuchen oder selber zu Hause mit Freunden verschiedene Wein probieren.

Die aufgedruckte Jahreszahl bezieht sich auf das Anbaujahr - als auf das Jahr, in dem die vinifizierten Weintrauben gewachsen sind. Das Abfülljahr kann durchaus später liegen, etwa wie bei Barrique gelagerten Weinen.

Grundsätzlich gilt: Weine unter Kork altern schneller als unter
Stelvin-Verschlüssen; Kork hat eine höhere Durchlässigkeit des
Sauerstoffs.
Früher wurden nur einfache Weine unter dem Schraubverschluss angeboten -
das hat sich inzwischen teilweise gewandelt. Die Neuseeländer waren
zusammen mit den Australiern die ersten, die sehr konsequent den
Schrauber auch für Topweine verwenden.



Kommentar von CocoKiki2
02.08.2016, 15:55

hauptsache die drucken die jahreszahl nciht zu  hoch an der flaschenöffnung auf, denn sonst kann es passieren, dass ein oberlippenbärtchen aus druckerschwärze entsteht wenn man das gesöff aus der pulle säuft.

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Je älter desto besser gilt nicht zwangsläufig. Es gibt Weine, die nicht lagerfähig sind, zumindest über etliche Jahre. Mein Vater hatte sich solche gekauft. Als er verstorben war, konnte ich 80 % weg kippen, weil sie nicht mehr schmeckten.

Kommentar von Jumik85
29.07.2016, 20:13

Ah ok also das Wort Flaschengärung habe ich schon mal gehört. Woran sieht man, welche Weine in der Flasche gären und welche nicht?

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"besser" würde ich gar nicht sagen...
ich trinke hauptsächlich junge weine

und warum? weils schmeckt
man muss keinen zig jahre alten jahrgang haben

Kommentar von kgsbus
30.07.2016, 20:52

Fast volle Zustimmung; aber ein reifer Riesling kann zum Bespiel großartig sein - auch wenn er jung auch lecker war.

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Korken oder Schraubdeckel machen keinen Unterschied.

Jahrgang, mit Berücksichtigung der Reifegrade der Trauben und deren Verabrbeitungskonstitution sind ausschlaggebend.

Kommentar von Jumik85
29.07.2016, 20:10

Diese Informationen finde ich aber nicht auf den Flaschen.

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