Was kann passieren?

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8 Antworten

Auch wenn michi57319 das schon richtig beantwortet hat, will ich es nochmal deutlich zusammenfassen:

  • Narkosemittel wirken schwächer, wenn der Körper an Cannabinoide, Opioide und Alkohol gewöhnt ist.
  • Es ist besser für dich, wenn der Arzt darauf gefasst ist und sich darauf einstellen kann.
  • Der Arzt hat Schweigepflicht jeder dritten Person gegenüber. Das gilt auch für deine Eltern. Der Arzt darf niemandem etwas davon erzählen. Du kannst ihn ja auch nochmal explizit darum bitte, dass er den Eltern nix sagt, wenn du Sorgen hast. Dann wird er dir vielleicht nochmal erzählen, dass er den Konsum für eine blöde Idee hält, aber dass es ja deine Sache ist.
  • Der Arzt kennt das und hört das jeden Tag mehrfach. Für ihn ist das nur eine wichtige Information von vielen, mehr nicht.

Alles Gute für die OP.

Was kann es für Auswirkungen haben?

Dass du nicht wieder aufwachst nach der Narkose - oder, Horror, nicht richtig reinkommst, also alles spürst..... 

Den Narkosearzt interessiert nicht die juristische Seite deines Konsums und er geht auch nicht petzen. Jedoch muß er genau wissen, in welcher Häufigkeit und in welchen Mengen du was auch immer konsumiert hast. - Nur dann kann er das für dich passende Mittel auswählen und es auch richtig dosieren.........

Du solltest es alleine schon deshalb sagen, weil er sonst die Narkotika nicht richtig dosieren kann!

Wer regelmäßig Alkohol konsumiert, benötigt mehr Narkotika, als abstinente Menschen.

Vielleicht sind auch Wechselwirkungen möglich, auch darauf kann der Doc nur Rücksicht nehmen, wenn er alle Faktoren kennt.

Ich würde es ihm definitiv sagen. Vor allem weil nichts passieren kann und er als Arzt an seine Schweigepflicht gebunden ist. Leider kenne ich mich auf dem Gebiet nicht aus, jedoch könnte ich mir vorstellen das es dort komplikationen geben könnte. Selbst wenn du es ihm sagst, birgt es keine Risiko für dich.

Es gibt viele Gründe warum man dem Anästhesisten sagen sollte, dass
man raucht, Alkohol trinkt oder Drogen nimmt.

    Die Narkoseeinleitung und die Intubation könnte schwieriger werden weil die erforderliche Tiefe der Narkose für eine Intubation möglicherweise nicht erreicht wird. Der Pat. könnte wieder aufwachen während der OP. Weiterhin besteht erhöhte
    Aspirationsgefahr weil beim Rauchen die Magensäureproduktion gesteigert wird. Das heißt, der Pat. ist nicht nüchtern. Man sollte mindestens 6 Std. vor der Narkose nicht mehr rauchen.

    Unabhängig davon schwächt rauchen das Immunsystem und schädigt alle Organe
    vor allem die Lunge. Darum erhöhte Gefahr einer Lungenentzündung nach der OP wegen der künstlichen Beatmung während der Narkose. Weiterhin sind die Bronchien eines Rauchers verschleimt weil Nikotin die Flimmerhärchen lähmt die den Schleim abtransportieren sollen. Auch deswegen ist die Lunge anfälliger für eine Lungenentzündung.

    Falsche Werte bei der Sauerstoffanzeige im Blut, weil dass an Hb-gebundene
    Kohlenmonoxid (CO) fälschlicherweise mit erfasst wird. Es gaukelt eine falsche Sauerstoffsättigung vor. Es zeigt 99% an, ist aber in Wirklichkeit niedriger weil Kohlenmonoxid fälschlicher Weise auch als Sauerstoff gemessen wird.

    Durch die Reizung der unteren Atemwege durch das Rauchen können ganz
    bestimmte Narkosegase eine spastische Reaktion hervorrufen und dürfen nicht angewendet werden, weil sie die Beatmung erschweren oder sogar kurzzeitig unmöglich machen können. Im Zweifel wählt der Anästhesist eine TIVA.

    Minderdurchblutung des OP- Gebietes bzw. des ganzen Körpers auf Grund der
    Gefäßverengenden und Gefäß schädigenden Wirkungen des Nikotins. Auch Alkohol schädigt die Gefäße. Daraus resultieren Wundheilungsstörungen u. Infektionen. 

    Raucher u. Alkoholtrinker (wenn die Leber noch nicht geschädigt ist) benötigen mehr Narkosemedikamente. Die Toleranz für diese Med. ist größer. Bei längeren Genuss von Alkohol oder Drogen passt sich die Leber an und kann diese Gifte immer schneller und besser abbauen. Das bedeutet, dass diese Menschen mehr Narkosemedikamente
    benötigen weil auch die Narkosemedikamente schneller abgebaut werden. Sonst könnten diese Pat. während der Narkose plötzlich aufwachen  (Awareness).

    Alkoholiker und Kiffer haben mehr Rezeptoren bzw. die Rezeptoren werden
    unempfindlicher an denen auch best. Narkosemed. andocken. Darum benötigen sie mehr Narkosemedikamente bis alle Rezeptoren besetzt sind bzw. Wirkung zeigen. Diese Aussage trifft aber nur zu, wenn vor der OP kein Alkohol oder THC/CBD-Spiegel vorhanden war. War ein Spiegel vorhanden, verstärken sie die Wirkung der
    Narkosemedikamente (additive Wirkung). Dies führt zu einer tiefen Narkose bzw. die Hirntätigkeit wird stark gedämpft und kann das Aufwachen verzögern sowie die Atmung
    beeinträchtigen (Atemdepression) und den Blutdruck gefährlich senken (Hypotonie). Dies kann Lebensbedrohlich werden. Auch eine Leberzirrhose oder Verfettung beeinträchtigt den Abbau von Narkosemedikamente negativ.

    Bei Rauchern ist vor allem durch die vorgeschädigte Lunge die Sauerstoffaufnahme in den Lungenbläschen reduziert. Wenn zur Aufrechterhaltung der Narkose ein Gas verwendet wird, benötigen Raucher eine höhere Konzentration an Gas um die gewünschte Wirkung zu erzielen weil der Gasaustausch durch die geschädigten
    Lungenbläschen beeinträchtigt ist.

    Nikotin und Alkohol lösen im gesamten Körper Stress aus. Darum haben sie einen erhöhten Stoffwechsel, Bluthochdruck und mehr Adrenalin im Blut. Durch den erhöhten Stoffwechsel und den hohen Adrenalinspiegel werden auch Narkosemedikamente schneller verstoffwechselt bzw. abgebaut. Auch darum benötigen solche Pat. mehr Narkosemedikamente damit sie während der OP nicht aufwachen (Awareness). Auch sehr ängstliche bzw. aufgeregte Pat. haben einen erhöhten Adrenalinspiegel bzw. ein erhöhtes HZV. Dadurch fließt ein geringerer Anteil Blut also auch weniger Sauerstoff und Narkosemed. zum Gehirn. Darum benötigen aufgeregte, ängstliche Pat. auch mehr Hypnotikum und Schmerzmittel.

    Alkohol ist ein Gift u. schädigt jede Körperzelle. Aber besonders Leber, Gehirn, Herz und Knochenmark. Durch die giftigen Abbauprodukte des Alkohols (Acetaldehyd etc.) werden die Leber und das Gehirn besonders geschädigt. Daraus resultiert nach längerem Genus: Sodbrennen, Gastritis, Pankreatitis, Hypertonie, Leberzirrhose, Aszites, Ösophagusvarizen, Blutungen, Nierenschäden, Eiweißverlust, Arteriosklerose, Peritonitis, Schädigung der Herzzellen u. Herzkranzgefäße. Folgen: Herzschwäche, Herz-Rhythmusstörungen, Herzinfarkt.

    Durch Alkohol wird der Tonus des unteren Speiseröhrenschließmuskels herabgesetzt sowie die Peristaltik der Speiseröhre (Aspirationsgefahr) und die Leber hat einen erhöhten Sauerstoffverbrauch (Abbau von Alkohol, Fetten etc.). Die Durchblutung von Organen verändert sich. Eine O2- Unterversorgung des empfindlichen Gehirns im Rahmen einer Narkose könnte die Folge sein. 

    Durch Schädigung der Leber kommt es zu Gerinnungsstörungen. Dadurch kann
    es zu Blutungen bzw. Nachblutungen kommen.

    Bei Rauchern kann es zu Adhäsionen von Blutzellen kommen. Das heißt, Blutzellen können verklumpen und so eine Thrombose, einen Schlaganfall, Herzinfarkt oder Lungenembolie auslösen. Also unbedingt dem Anästhesisten alles angeben. Hierbei ganz wichtig! Ein Anästhesist mit viel Erfahrung der die ganzen Komplikationen ausreichend beherrscht bzw. angemessen entgegen wirken kann! Dies kann nur ein routinierter Anästhesist. Viele Anfänger wählen in solchen Stresssituationen die Falsche Dosierung die dann eine Kettenreaktion auslösen kann. Leider wird hierüber keine Statistik geführt und auch nicht als Behandlungsfehler deklariert. LG

    Übrigens! Der Arzt hat Schweigepflicht zum Schutz des Patienten. Das hat der Gesetzgeber extra so gemacht. Denn wenn dies ein Patient verschweigt, kann es passieren, dass er stirbt (bei einem sehr jungen bzw. unerfahrenen Anästhesisten). Kein Anästhesist möchte das erleben! Alles Gute!

Maxxismo 12.08.2017, 16:30

Grundsätzlich stimme ich dir zu. Aber bei einem 17-jährigen ist weder von Leberfunktionsstörungen noch von einer chronischen Störung des Magenverschlussdrucks auszugehen, weswegen die Narkose auch einen Assistenzarzt in meinen Augen nicht vor größere Probleme stellt. Einhaltung der Nüchternzeiten vorausgesetzt.

Die von dir korrekt aufgeführten möglichen Komplikationen sind aber doch allesamt im klinischen Alltag gut beherrschbar und gehören zum Handwerkszeug eines Anästhesisten. Bei einem 17-jährigen treffen sie aber in der Regel nicht zu.

Ich wüsste auch nicht, warum man bei einem Jugendlichen mit Raucheranamnese eine TIVA machen sollte.

Durch die Reizung der unteren Atemwege durch das Rauchen können ganz bestimmte Narkosegase eine spastische Reaktion hervorrufen und dürfen nicht angewendet werden

Welches Narkosegas meinst du? Ich kenne nicht viele und bin auch nicht sonderlich fit in Anästhesie, aber das müsste ich eigentlich dennoch mal gelernt haben. Bei den gängigen Inhalationsanästhetika (Isofluran, Sevofluran und Desfluran) gibt es da doch keine Probleme, oder doch?

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Du wirst einen Fragebogen bekommen, wo du wahrheitsgemäss alles beantworten solltest.

Darauf wird die Narkose "aufgebaut" und eingestellt. Verschweigst du etwas, kann es fatale Folgen haben.

Ich würde es ihm sagen weil es wahrscheinlich eher dir schaden würde wen net außerdem haben Ärzte auch eine Schweigepflicht

Wenn er fragt, würde ich ihm das sagen, wenn nicht dann nicht. Er hat ja auch Schweigepflicht.

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