Was (?!) ist ein Emo?

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6 Antworten

Definition und Probleme

Generell gestaltet sich die Definition von Emo schwierig, weil die Genre-Bestimmung und die daraus resultierende musikalische Einteilung innerhalb der Hardcore/Punk-Szene – zumindest in den Anfangstagen – nicht in diesem Maße vorhanden war. Viele sehen den Begriff – ähnlich wie beim Grunge – als einen von außen hineingetragenen Musikbegriff für eine Art von Musik, die so gar nicht abgrenzbar ist.

Guy Picciotto, der unter anderem in der Band Rites of Spring spielte, sagte dazu in einem Interview:„I’ve never recognized ‘emo’ as a genre of music. I always thought it was the most retarded term ever. I know there is this generic commonplace that every band that gets labeled with that term hates it. They feel scandalized by it. But honestly, I just thought that all the bands I played in were punk rock bands. The reason I think it’s so stupid is that – what, like the Bad Brains weren’t emotional? What – they were robots or something? It just doesn’t make any sense to me.“[1]

(Auf Deutsch etwa: „Für mich war ‚Emo‘ nie ein Musikgenre. Ich hielt es für den dümmsten Begriff überhaupt. Es gibt diese Binsenweisheit, dass alle Bands, die als Emo bezeichnet werden, den Begriff hassen, sie fühlen sich stigmatisiert. Ehrlich gesagt dachte ich, all die Bands, in denen ich spielte, seien Punkrockbands. Emo halte ich für einen dämlichen Begriff, schließlich spielen auch Bands wie die Bad Brains emotionale Musik, das sind ja schließlich keine Roboter oder sowas. Es ergibt schlicht keinen Sinn.“)

Ein zusätzliches Problem der Abgrenzung ist das seit Beginn der 2000er Jahre entstandene Modephänomen. Dieses bezieht sich auf bestimmte Haarschnitte und Kleidungsstücke, die ursprünglich von bestimmten, dem Genre assoziierten Bands getragen wurden. Mit diesem Stil werden heute allerdings zumeist Bands in Verbindung gebracht, die zumindest im engeren Sinne nicht dem gleichnamigen Musikgenre angehören (siehe auch Emo und Mode sowie Emo und Indierock)Entstehung

Als Ursprung von Emo gilt die sogenannte Washington D.C.-Hardcore-Punk-„Schule“, die neben den Westcoast-Gruppen und später dem New York Hardcore (NYHC) als die wichtigste und stilbildendste in der Hardcore-Bewegung gilt. Bands wie Minor Threat, Government Issue oder auch die frühen Bad Brains prägten den Hardcore-Punk aus Washington. Schon Anfang der achtziger Jahre suchten einige Musiker der Hardcore/Punk-Szene nach Wegen, um auf die zunehmende Härte und den Machismo in Teilen der Hardcore-Szene zu antworten - Umgangsformen, die nicht viel mit den Hardcore-Idealen zu tun haben.

Stattdessen wollten sie offen Emotionen und Gefühle zeigen und dies auch in ihren Songs verarbeiten. Dies war – trotz aller fortschrittlicher Gedanken – in der damaligen rauen, eher pessimistisch denkenden Hardcore-Szene verpönt.

Als wichtiger Wegbereiter gilt die Band Rites of Spring, die Mitte der 1980er Jahre aktiv war. Vorher hatte schon die Band Hüsker Dü aus Minneapolis emotionale Passagen in ihre Lieder eingebaut und Liebe und Verzweiflung thematisiert. Nachdem Rites of Spring sich auflösten formierten sich wenig später die Bands Embrace und Fugazi, die beide zu den wichtigsten Bands im Emo und Post-Hardcore-Bereich zählen.

Die Pionierband des Genres, Fugazi, live, 2002

Ende der achtziger Jahre bildeten sich weitere Bands wie Nation of Ulysses, Shudder To Think und Fire Party, die den Post-Hardcore/Emo weiterentwickelten.„The summer of 1985 becomes known as ‘Revolution Summer’ when […] bands forms out of the DC punk musician pool with diverse rock sounds – Three, Gray Matter, Soulside, Ignition, Marginal Man, Fire Party, Rain, Shudder to Think, etc. […] These bands’ sound eventually becomes known as the classic ‘D.C. sound’.“[2]

Vor allem die ebenfalls zu dieser Zeit existierende Band Moss Icon trug zum Sound des Emos bei. So wurde das – heute bekannte – Laut/Leiseschema und der Wechsel zwischen geschrienem und clean gesungenem Gesang von vielen nachfolgenden Bands übernommen (siehe unten).

Andy Radin, ehemaliger Bassist bei der Screamo-Band Funeral Diner, beschreibt den Stil und Einfluss von Moss Icon so:„Moss Icon strips the ‘emo’ element down to the core, and adds a great deal of intricate, arpeggiated guitar melody (by Tonie Joy, later of Born Against, Lava, Universal Order of Armageddon, etc.) with a strong focus on loud/soft dynamics. The vocals, too, break new ground by building up to actual top-of-the-lungs screaming at songs' climaxes.“[2]

Nach einiger Zeit entstanden auch in anderen Hardcore-Zentren Emo-Bands, an der Westküste sowie an der Ostküste, vor allem rund um New York City.

Zum Einen bilden sich Ende der achtziger bzw. Anfang der neunziger Jahre New Yorker Emo-Bands, wie die einflussreiche Band Policy of 3 oder auch die kurze Zeit existierende Native Nod, sowie Bands mit einem härteren Emo-Sound, von denen Merel zu den Bekanntesten gehörten.

1.Teil

An der Westküste bildeten sich zum Anderen in etwa zur selben Zeit Emo-Bands wie etwa Still Life, als auch Bands wie Heroin, Indian Summer, Antioch Arrow, Universal Order of Armageddon und Swing Kids, die ebenfalls einen härteren Emo-Stil spielten. Der Sound der härteren Emo-Bands entwickelte sich – wie auch der, der härteren New Yorker Bands – später zum Screamo (siehe hier). Teilweise werden auch schon diese Bands damit beschrieben. Vorher hatten schon Bands aus dem Bereich Punkrock und Melodic Hardcore, etwa Jawbreaker und Dag Nasty, in ihren Stil Emo-Elemente integriert.

Mitte der neunziger Jahre folgten Bands wie Falling Forward, die den „typischen“ Emo-Sound weiter festigten.

Billy Werner, Frontmann der Band Hot Cross

Weiterhin folgten gegen Ende des Jahrhunderts weitere Bands, etwa die einflussreichen Four Hundred Years und auch Gruppen wie Thursday, die den ewas experimentelleren und in Teilen ruhigeren Sound des Emotional Hardcore weiterentwickelten.

Im Screamo-Bereich bildeten sich ab Mitte der neunziger Jahre mit Saetia, Funeral Diner und Anderen wichtige Bands.

Die Screamo-Band Hot Cross entsteht ebenfalls im Jahr 2000, obgleich ihr Sound stärker experimentell mit anderen Genres spielt, während 2003 mit Still Life eine einflussreiche Emoband nicht mehr aktiv ist.

In jüngerer Vergangenheit existierten bzw. existieren mit Sleepytime Trio, Life at These Speeds, Wolves, Sinaloa, Daniel Striped Tiger, Catena Collapse oder ...Who Calls So Loud zahlreiche Bands dieses Genres.Entwicklung in Deutschland [Bearbeiten]

Die Emo/Hardcore-Punk-Band Kurhaus

Auch in Deutschland taten sich zunehmends inhaltliche Zweifel an gängigen subversiven Politstrukturen auf, die dann auch ihr kulturell-musikalisches und identitäres Ventil suchten und in Emo als Ausdrucksweise fanden.

Einer der ersten deutschen Schwerpunkte lag 1997/98 in Göttingen, einer Antifa-Hochburg. Dieser wurde wesentlich von den - vom emotional Hardcore zumindest beeinflussten - Bands El Mariachi und den heute noch aktiven Katzenstreik geprägt.

So war auch die zumeist mit dem Genre in Verbindung gebrachte Punk-Gruppe Turbostaat oder die Screamo-Legende Yage in Samplerprojekte aus der Universitätsstadt in Südniedersachsen verwickelt. Aus Göttingen stammt auch das heute in Köln ansässige Label unterm durchschnitt (u.a. auch Jet Black, Syn*Error, Captain Planet).

Eine gewisse Vorreiterrolle für den deutschsprachigen Raum kam hierbei auch den Bands Angeschissen und Boxhamsters zu, die ihrerseits von den amerikanischen Emocore-Vorläufern Rites of Spring und Hüsker-Dü inspiriert, für viele Bands, die versuchten den gängigen Deutschpunk-Klischees zu entkommen, einen wichtigen Einfluss darstellten.

Trotz einiger hörbaren Parallelen zum amerikanischen Post-Hardcore- und Emo-Umfeld war der deutschsprachige Stil jedoch eigenständig und entwickelte sich relativ deutlich und schnell bei vielen Gruppen in Richtung deutschsprachigen Alternative Rocks weiter.

Erst seit Ende der 1990er Jahre existieren in Deutschland Emobands, die zum Teil auch international bekannt sind. Gerade im Screamo-Spektrum, das weniger US-zentriert ist, existiert etwa mit den 1998 gegründeten Yage eine deutsche Band, die international Maßstäbe setzte.[3]. Ein Großteil der aktuellen deutschen Emobands ist eher dem härteren Emo bzw. Screamo als den D.C. Emo-Formen zuzuordnen.

Sänger André der deutschen Screamo-Band Andorra Atkins 2007

Gerade Screamobands wie Jet Black, Escapado oder andorra~atkins (früher Kill.Kim.Novak) konnten in jüngerer Vergangenheit – für ihre Verhältnisse – gewisse kommerzielle Erfolge verzeichnen und erfreuen sich größerer Beliebtheit.

Größere Band-Szenen existieren etwa in und um Hamburg/Schleswig-Holstein (Escapado, Kurhaus oder auch The Town of Machine), Berlin (Syn*Error, Malatesta, It.Is.Imperative) oder Nordrhein-Westfalen bzw. dem Ruhrgebiet (Yage, andorra~atkins, Coming Up For Air).

Daneben existieren beispielsweise mit Days in Grief kommerziell erfolgreiche Post-Hardcore-Gruppen, die öfter als Emo bezeichnet werden.2.Teil

Ein emotional instabiler mensch, der oft traurig ist und deswegen meistens schwarze kleider anhat oder einen speziellen styl

Laber doch nicht wenn du keine Ahnung hast ! -.-

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Emo kommt von Emotional Hardcore (emocore) und ist eine Sub Genre des Hardcore Punks.Emocore ist also Hardcore punk mit emotionalen Texten.

Und leute die diese Musik hören und gegebenfalls den Emostyle haben sind emos; für manche gehört auch noch eine emotionale Lebensweise dazu, also gefühle sehr offen zu zeigen (glück, trauer etc.). :)

Ein normaler Mensch... trzdm

vllt noch n paar andere sachen, aber ja...das im video ist kein emocore...

psychisch gestörte menschen

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