Was bedeutet "das Gesetz des Christus", das Paulus in einem Satz unterbringt: "Einer trage des anderen Lasten" (Gal. 6:2) heute noch ganz konkret?

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11 Antworten

Grüß Dich Rosenblad!

Eigentlich ist das völlig verständlich. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob das von Christus kommt oder von sonst woher. Es bedeutet, das wir einander helfen sollen, das die Last des Einzelnen nicht so schwer wiegt, als wenn der Mensch sie alleine tragen würde. Manchmal geht das nicht anders und Hilfe ist nicht möglich, aber dennoch könnte vieles leichter bewältigt werden, wenn wir mehr aufeinander achten würden und helfen, wenn es die Möglichkeit dazu gibt. Und diese Möglichkeit ist deutlich häufiger als wir sie wahrnehmen oder in die Tat umsetzen. 

Wir sind soziale Wesen und bedürfen einander. Man kann das als Naturgesetz betrachten!

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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Kommentar von Rosenblad
01.06.2016, 13:42

Ein sehr gute Antwort!

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Wenn man sich den Teil zuvor durchliest, ergibt sich für mich daraus, dass du andere nicht verurteilen sollst, wenn sie einen Fehler machen bzw. unmoralisch handeln. Stattdessen sollst du ihnen helfen, den Fehler geradezubügeln und sie wieder auf den "rechten" Weg führen. Ebenso wie sie dir helfen sollen. 

"1Brüder, wenn einmal ein Mensch übereilt wird von einem Fehler, so bringet ihn als Geistesmänner zurecht mit dem Geiste der Sanftmut; und siehe du nur auf dich selbst, daß du nicht ebenfalls versucht werdest. 2Traget einer des andern Last, und erfüllet so das Gesetz des Christus."

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da fällt mir nichts sakrales ein, höchstens Bismarcks Sozialgesetzgebung und der Kranken/Renten-Versicherung auf Gegenseitigkeit. Also Generationenvertrag.
Und nicht private Versicherer, die ihre Milliarden verdienen durch astronomisch hohe Einnahmen und Auszahlungen in homöopathischen Mengen.
Aber ob das so gemeint war? Also: jeder trage des anderen Koffer, det wär ja eher n Schmarrn, oder? Oder jeder macht n Schuldgeständnis für die Verfehlungen des andern? Denn ist keinen echt geholfen, denn sitzen se beede in Knasthaus drinne, wa?

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Kommentar von Rosenblad
01.06.2016, 20:18

Das wohl beste "Übungsfeld" für eine solche Maxime stellt wohl die Familie dar. In der Gesellschaft fängt dies schon im Umgang miteinander an - z.B. ob ich im öffentlichen Verkehrsmitteln einer Frau meinen Platz anbiete, jemanden über die Strasse helfe, einfach auch mal zuhöre ohne von mir selbst zu sprechen - das Last tragen zielt nicht unbedingt auf Reziprozität ab, sondern auf das was ich (physisch, psychisch, sozial, finanziell usw.) in der Lage bin zu tragen ohne das es in einen obsessiven Altruismus ausartet oder eine zur Schau Stellung guter Taten und bezüglich der institutionellen Inhalte, hast Du die Beispiele ja schon aufgezeigt.

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Hm.. naja als "Gesetz" empfinde ich es nicht, eher als Empfehlung... was u.a. alles zu einer gut funktionierenden Gemeinschaft beiträgt.

Ergänzt mit dem sinngemäßen Hinweis von Jesus:

So, wie Du mit Den Mitmenschen umgehst, wird Gott mit dir umgehen"

Da mag man sich dann durchaus überlegen

ob man gerne anderen Menschen eine Last abnimmt,

wenn man daran glaubt, dass dann auch "Gott" einem gerne die Last abnimmt

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Kommentar von Rosenblad
01.06.2016, 14:53

Paulus spricht hier den Begriff des Gesetzes aus - nicht ich:

"Einer trage des anderen Lasten, und also erfüllet das Gesetz des Christus" (Gal. 6:2) Du verweist hier auf eine transpersonale Reziprozität zwischen Mensch und Gott - ob das ein christliches Sinnverständnis aushält vermag ich nicht zu sagen (Vielleicht i.S. von Luk. 6:45 eher nicht) - aber ich bin kein Christ.

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Kommentar von vonGizycki
01.06.2016, 19:00

Ich habe mit Gott in Deinem Sinne nichts am Hut. Ich bin religiöser Atheist. Wir haben uns durch die Natur über die Evolution zu sozialen Wesen entwickelt. Daher leite ich davon für mich diese Ethik ab. Ich denke, es gibt kein Argument dagegen. 

Gott ist dabei nicht relevant!

Nur noch kurz:

So, wie Du mit Den Mitmenschen umgehst, wird Gott mit dir umgehen

Gott hätte uns ja gleich so erschaffen können, das er keine Probleme mit uns hat. Was soll da noch eine "eventuelle göttliche Bestrafung oder Lebenserschwernis", wenn wir nicht mitmenschlich sind? Schließlich hätte er es ja selbst zu verantworten.

Diese Ethik verstehe ich nicht! 

Auch wenn wir oben beschriebene Ethik oft nicht umsetzen; wir sind fehlerhaft aus den verschiedensten Gründen; setze ich auf die Selbstverantwortung des Menschen, die sich aus ihr speist. Wer das für sich glasklar verstanden hat, der wird auch kein menschenverachtendes Verhalten aufweisen, denn er fühlt, das dies gegen das menschliche Wesen gerichtet ist! 

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Das ist ja z.B. das Prinzip von Versicherungen, und auf einseitigere Weise von Wohlfahrten.

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Da das "Gesetz Christi" zeitlos gilt, bedeutet es heute nichts anderes, als schon zur Zeit des Apostels Paulus. - Es ist ein Aufruf und eine Mahnung zur "Brüderlichkeit" gegenüber allen Mitmenschen.

Oder sollte ich deine Frage falsch verstanden haben mit dem "heute noch ganz konkret"?

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Kommentar von Rosenblad
01.06.2016, 13:45

Nein, richtig verstanden und Danke für die Antwort.

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Es bedeutet heute ganz konkret das Gleiche wie vor 27 Jahrhunderten, als dies geschrieben wurde:

Löst die Fesseln der Gefangenen, nehmt das drückende Joch von ihrem Hals, gebt den Misshandelten die Freiheit und macht jeder Unterdrückung ein Ende! Ladet die Hungernden an euren Tisch, nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen, etwas zum Anziehen und helft allen in eurem Volk, die Hilfe brauchen! [...] Wenn ihr aufhört, andere zu unterdrücken, mit dem Finger spöttisch auf sie zu zeigen und schlecht über sie zu reden, wenn ihr den Hungernden zu essen gebt und euch den Notleidenden zuwendet, dann wird eure Dunkelheit hell werden, rings um euch her wird das Licht strahlen wie am Mittag.


Jesaja 58,6ff
http://www.bibleserver.com/text/GNB/Jesaja58

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Kommentar von Rosenblad
01.06.2016, 13:47

Sätze, die in einer auf Gewinn und Rendite ausgelegten Gesellschaft wohltuend klingen. Danke!

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Weißt du was ? Ich glaube dir deine "Frage" (als solche) nicht. Ich bin überzeugt davon, daß du eine Antwort dazu hast und wahrscheinlich sogar bessere, als das was manche hier zu bieten haben.(obwohl hier auch gute Antworten gebracht wurden).
Gut - du willst "austesten", was Christen so über Dies und Jenes denken, was in den Schriften steht.
Aber mißbrauchst du hier nicht auch etwas die Gutwilligkeit anderer, welche sich mühen ,dich "aufklären" wollen mit guten Antworten ?
Ich kann dies so nicht billigen.
Außerdem - und da liegst du ganz falsch - es gibt keine "Gesetze des Christus" in dem Sinne. Es sind Anregungen (Beispiele, "Gleichnisse") zum Verhalten des Menschen, welche in dem "einen Gebot" beinhaltet sind.
Jesus hat bestimmt nicht alles (das geschriebene Gesetz) dem "einen Gebot"
unterworfen um dann wieder "geschriebene" Satzungen zu bringen, deren Befolgung man abhaken kann, denn was nicht aus dem Herzen sondern aus dem "Gesetz" kommt macht den Menschen nicht besser, vollkommener. (heiliger ! sein Heilsziel).
Dies ist nicht nur logisch (aus der Erfahrung), sondern wird  so auch z.Bsp. von Paulus gedacht.

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Kommentar von Rosenblad
01.06.2016, 13:42

Außerdem - und da liegst du ganz falsch - es gibt keine "Gesetze des Christus

An diesem Punkt habe ich nur die paulinische Wortverbindung zitiert. Zitiert um - hier liegt dann meine ausgelegte "Fußangel" - gerade solch einem Text die nötige Aufmerksamkeit zu "verleihen".

Und, klares nein ich will nichts austesten oder "mißbrauchen" - es geht um Anregungen - nichts mehr und nichts weniger, schließlich stellt man solche Fragen immer auch an sich selbst und jeder gibt Antworten ebenso sich selbst.

Für mich sind solche Frage-Antwort "Dialoge" nicht minder Lernprozesse über soziale, psychologische und religiöse  Zusammenhänge (auch bei mir selbst) und für den Einen oder Anderen sicherlich auch Denkanstöße.

Natürlich ist mir klar das diese Plattform hier eher von Fragen nach Haarfarben, Sexualverfahrenstechniken und Modedesigns "lebt", aber dann kann ich mich an dieser Stelle verabschieden.

Eine Bitte an Dich lieber Viktor, unterstelle mir nicht immer ausschließlich unlautere oder gare "böse" Absichten, wenn das so bei Dir ankommt dann habe ich bei Dir leider einen sehr negativen Eindruck hinterlassen - was umgekehrt (nachdem ich Deine Glaubenssichten langsam verstanden habe) allerdings nicht so aussieht, was mich jetzt etwas betrübt.

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es bedeutet z.B.:

Weinet mit den Weinenden. Römer 12,15

Gedenkt der Gefangenen als Mitgefangene. Hebräer 13,3

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Liebe Freunde, wenn ein Mensch einer Sünde erlegen ist, dann solltet ihr, deren Leben vom Geist Gottes bestimmt ist, diesem Menschen liebevoll und in aller Demut helfen, wieder auf den rechten Weg zurückzufinden. Und pass auf, dass du nicht in dieselbe Gefahr gerätst.   Helft euch gegenseitig bei euren Schwierigkeiten und Problemen, so erfüllt ihr das Gesetz, das wir von Christus haben.   Wer sich für wichtiger hält als die anderen, betrügt sich selbst.   Jeder achte genau auf sein eigenes Leben und Handeln, ohne sich mit anderen zu vergleichen.   Schließlich ist jeder für sein eigenes Verhalten verantwortlich.

Neues Leben Übersetzung

Was bedeutet es denn für dich, Rosenblad?

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Kommentar von Rosenblad
01.06.2016, 15:17

Mit dem ersten Teil kann ich wenig anfangen, der mir hier der Zugang und die Überzeugung fehlt. Der zweite Teil betrifft das, was ich weiter unten schon Viktor geschrieben habe - solche Fragen sind auch immer Fragen an mich selbst. Wir hatten ja diesen Disput schon einmal an anderer Stelle (Stichwort: Südsudan)

Wenn niemand mehr fragt wird niemand mehr antworten und wenn niemand mehr antwortet wird niemand mehr fragen - und Fragen in einer Gesellschaft die menschlich immer mehr ökonomisiert wird, werde ich weiter stellen - auch auf die Gefahr verbarrikadiert zu werden. Nehme ich mich dann wichtiger als andere? Genauso gut könnte man mir die Frage stellen: Warum ich den sog. "Opfertod" Jesu nicht "annehmen" kann - nehme ich mich dann wichtiger als dieser Jesus von Nazareth?

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Hallo Rosenblad,

das Gesetz des Christus ist das Gesetz der Liebe, sein vorrangigstes Gebot. Nasewais hat eine sehr gute Antwort gegeben:

Einer trage des anderen Last -- das ist im Kontext gelesen der Verzeicht auf die Vorverurteilung. Wir sollen mit dem Leiden unseres Gegenübers unter dessen Sünde mitleiden.

Wir sollen Mitleid haben mit dem, der unter seiner Sündhaftigkeit leidet. Und das tut wohl nur jemand, in dem der Geist Christi wohnt.

Liebe Grüße!

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