Warum zögert ihr zum Psychologen zu gehen?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich zögere nicht. Ich habe seit vielen Jahren Hilfe von Psychotherapeuten und ohne diese tollen Menschen wäre ich schon längst nicht mehr hier. Ich gebe aber zu, dass es auch sehr, sehr lange gedauert hat, bis ich mich endlich zu einer Psychotherapie entschieden habe.

Ich denke, dass einfach viele Menschen noch ein völlig falsches Bild von Psychotherapeuten haben. Da ist immer wieder dieser tolle Begriff "Couch", welchen es bei einem Psychotherapeuten eigentlich in dem Sinne gar nicht gibt ... allerhöchstens für Entspannungsübungen oder Hypnose, aber nicht für die Gespräche zwischen Therapeut und Patient.

Denke einfach immer daran, dass Dir diese Menschen einfach nur helfen möchten. Es sind außenstehende Menschen, welche komplett neutral sind und Dir helfen, Dein Leben aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und vielleicht neue/andere Wege zu gehen.

Hab keine Angst! Ein Psychotherapeut ist dafür da, Dir auf DEINEM Weg zu helfen und eigene Wege zu gehen.

Das größte Problem wird sein, dass Du selbst nach einem Anruf bei einem Psychotherapeuten vermutlich noch lange darauf warten musst, wirklich einen Therapieplatz zu bekommen. Ein Erstgespräch ist aber meistens kurzfristig möglich und danach entscheidet der Therapeut dann, wie dringend die Therapie erfolgen muss.

Ich wünsche Dir alles Gute

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – med. Ausbildungen und 4 Semester Medizin, eig. Erfahrung

Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie sie einem helfen werden. Ich habe keine Ahnung davon. Ich habe u.a. das Problem mit Kritik umzugehen. Wie würden sie bei diesem Problem vorgehen?

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@pinkypan

Am Anfang wären sie rücksichtsvoll und dann würden sie dich absichtlich kritisieren. Exposition.

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@verreisterNutzer

Ich weiss nicht, ob das helfen wird. Es kommt auch darauf an, wer mich kritisiert und weshalb.

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@pinkypan

Psychotherapeuten helfen Dir zunächst einmal dabei, überhaupt das Problem allen Übels zu finden. Du erzählst nur das, was Du erzählen möchtest. Du wirst niemals zu irgendetwas gedrängt. Letztendlich geht es nicht darum, dass Dich der Psychotherapeut dazu drängt, Fehler zu korrigieren, sondern darum, dass er Dich auf DEINEM Weg begleitet und Dir zeigt, wie dies leichter gelingen würde, als Du es für Dich gedacht hast.

Ich für mich kann nur sagen, dass es einfach nur sehr, sehr gut tut, mit jemand komplett Außenstehenden über meine Ängste und Sorgen zu sprechen und das wirklich ohne irgendwelche Tabus. Das geht allerdings nur, wenn man auch wirklich an den richtigen Psychotherapeuten geraten ist. Hast Du irgendwann das Gefühl, dass Du Deinem Therapeuten nicht alles anvertrauen könntest, ist es auch nicht der Richtige. Deshalb zahlt die Krankenkasse auch sogenannte Kennenlerngespräche (5 Therapieeinheiten pro Psychotherapeut). Erst wenn Du Dir sicher bist, dass Du mit diesem Psychotherapeuten zurecht kommst, wird die eigentliche Therapie (Kurz- oder Langzeittherapie) bei der Krankenkasse beantragt.

Ich weiß von mir selber, dass ich das Thema Psychotherapeut mehrere Jahre fleißig verdrängt hatte, einfach weil ich Angst hatte ... Angst vor dem, was da kommen könnte und das, obwohl meine medizinische Karriere in einer psychiatrischen Klinik begonnen hat und sehr wohl wusste, was bei solchen Therapien passiert.

Lass es auf Dich zukommen. Wenn es Dir hilft, kannst Du für die ersten Termine auch irgendjemanden mitnehmen, dem Du vertraust. Du musst da nicht alleine durch. Es gibt auch Psychotherapeuten, die zu einem nach Hause kommen, aber das musst Du dann bei der Terminabsprache abmachen.

Nur Mut ... es gibt nichts, was Dir da Angst machen müsste.

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Ich zögere immer noch!

Ich auch noch leider :(

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Vielleicht weil du wie andere schlechte Dinge erlebt hast und nicht möchtest, dass dir die Therapeuten sagen, dass alles nur in deinem Kopf ist und wenn du deine "irrationalen" Gedanken ändern würdest, hättest du keine Probleme mehr.

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