Warum ziehen sich Gerichtsprozesse bei Kapitaverbrechenfällen so endlos in die Länge?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

U.a. deshalb, weil Gerichte nur begrenzte Kapazitäten haben - an Platz und Personal.

Eine Kammer oder Abteilung hat i.A. an zwei Tagen pro Woche einen Verhandlungssaal zur Verfügung, wenn sie mehr braucht, muss erst geschaut werden, ob ein Saal frei ist und oft genug ist das nicht der Fall.

Und auch wenn ein sehr umfangreicher Fall vorliegt, hat die Kammer/Abteilung trotzdem noch andere Fälle um die sie sich auch kümmern muss. Und zu jedem Termin werden Richter, Staatsanwalt, Schöffen, Protokollkraft, Wachtmeister benötigt und die stehen eben nicht in Massen auf Abruf bereit, sondern sind meistens mehr als verplant. Ebenso haben die Verteidiger vermutlich auch andere Verpflichtungen und von allen anderen Beteiligten muss auch berücksichtigt werden, wann sie erscheinen können.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Diese Prozesse dauern eben so lange, weil akribisch jedes Einzelteil untersucht werden muss. Wenn das Gericht  keine Beweise hat, kann es auch kein Urteil sprechen. Denke doch mal an den Fall der Frau Z. dieser Fall geht langsam in das dritte Jahr und ein Ende ist immer noch nicht abzusehen.

Diese Frau ,die anfangs jegliche Aussage verweigerte, inzwischen Anwälte gewechselt hat, der muss man eben eine Mittäterschaft oder Wissen über den Polizeimord nachweisen können. Solange das nicht geklärt ist, kann keine Strafe ausgesprochen werden. Vermutungen reichen eben nicht aus. Dieser Prozess kostet inzwischen Unsummen an Gerichtskosten, Zeugenauslagen und Anwälte, für die am Ende der Steuerzahler aufkommen muss. Wie lange dieser Prozess noch dauert, steht in den Sternen und was am Ende dabei herauskommt, gleichfalls.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weil jeder Kleinsaspekt auseinanderklabustert wird.

Es geht da nicht um Hühnerdiebstähle und 200 Euro Strafe, sondern um Lebenslang unter Umständen, dass man in einer Stunden abhandeln kann.

Da gibt man sich einfach mehr Mühe. Die Dauer wird auch bestimmt dadurch, jede einzelne Spur, jeder Ermittlungsschritt, jede Aussage, jede Erkenntnis, jedes Untersuchungsergebnis, alles wird bis aufs Kleinste noch einmal nachvollzogen, um ganz sicher zu gehen, dass der, den man da einsperrt, der wars dann auch - und selbst das geht manchmal schief, wie gerade genug Fehlurteile deutlich zeigen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von oxBellaox
18.01.2017, 15:39

gerade weil es so ist wie du schreibst, frage ich mich, weshalb nur ein Termin pro Woche maximal, eher sogar mehr Abstand zwischen den einzelnen Verhandlungstagen liegen.

0

Die Gerichte sind halt überlastet und da ist es schwer, freie Verhandlungstermine zu finden

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das liegt einerseits an dem bürokratischen Aufwand seitens der Behörden und andererseits an der Verteidigungsstrategie: Konfliktverteidigung nennt sich das ;)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Menschen sind die unzuverlässigsten Zeugen.

Hatte mal einen Fall 5 Zeugen, Aussage alle 5 hatten den Text auswendig gelent. Da fällt auch kein Rich mehr  rein.
Bley 1914

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?