Warum zeigen wir Deutsche keinen Patriotismus?

27 Antworten

Mich stört es nicht, wenn jemand eine Deutschlandfahne im Garten hat. Mich stört es auch nicht, wenn sich jemand für die deutsche Nationalmannschaft (in was für einem Sport auch immer) begeistern kann, für Goethe, auch für Wagner, oder für einen anderen deutschen Künstler oder Sportler oder Wissenschaftler.

Nur kann man nicht uneingeschränkt stolz auf die deutsche Geschichte sein. Ich kann natürlich nichts dafür, wie alles war (man darf da keinen Vorwurf an die jüngere Generation daraus machen) aber es gibt nun mal Kapitel darin, auf die kann man nicht wirklich stolz sein, wenn man sich ein wenig auskennt.

Der Stolz an sich ist nicht das Problem, aber es wird problematisch, wenn man etwas besser darstellen möchte, als es tatsächlich war. Schönfärberei ist nicht gut. Folglich muss man auch auf die Stellen hinweisen, wo es nicht so schön zuging. Und viele wollen diese Stellen lieber verschweigen (was nicht gut ist).

Natürlich muss man deswegen nicht depressiv durch die Gegend rumlaufen. Es gibt genügend Dinge, an denen man sich freuen kann in Bezug auf Deutschland.

Ich kann mich auch an Leuten wie Gustav Mahler oder Anton Bruckner freuen, auch wenn die keine Deutschen (sondern Österreicher) waren. Auch diese Leute gehören für mich (dennoch) zur deutschsprachigen Kultur. Mein Kunstverständnis ist recht weit gefasst, ich schaue nicht primär darauf, ob jemand deutsch, französisch, österreichisch oder russisch war (ich weiß das dann schon, nur werte ich es nicht).

Ich empfinde das nicht als Makel, sondern als angenehm, dass solche Positionen von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung kritisch gesehen werden. Außerdem ist mir noch kein selbsternannter Patriot untergekommen, bei dem nicht ein verkappter Nazi zum Vorschein gekommen wäre, wenn man mal ein wenig an der Fassade kratzt.

Wer stolz auf sein Land sein will, der müsste konsequenterweise auch Scham über sein Land empfinden. Diese Scham gibt es aber bei diesen "Patrioten" nicht. Die betreiben also Rosinenpickerei und zeigen deutlich, worum es ihnen eigentlich geht - Selbstaufwertung. Der vorgebliche "Patriotismus"ist also nichts weiter als eine Art narzisstischer Selbstliebe. Narzissmus ist eine Persönlichkeitsstörung.

Ich denke übrigens, dass man den Unsinn, der anderswo noch grassiert, nicht übernehmen sollte, nur weil dort die historische Lektion, die die Deutschen lernen mussten, (noch) nicht erteilt wurde.


Patriotismus sehe ich als sehr sehr große Gefahr an - Warum?? Nun das sag ich dir...

Die Russen sind sehr stolz auf ihr Land, ist für mich sogar auch eines der Länder wo ich nicht hingehen würde. Zudem meint man mit Patriotismus man wäre das "Beste Land der Welt" zudem die "Beste Rasse der Welt" was wiederum Rassismus fordert. Sieht man bei den Neonazis, die sehr stolz sind das sie Deutsche sind, und meinten unser Land meinten es müsste ein Reines Deutschland geben...

Zudem bin ich als Deutscher auf gar nix stolz weder das ich Deutscher bin, Warum?? Schließlich kann ich nur auf was stolz sein, was ich mir angeeignet hab. Aber keiner konnte sich aussuchen, als was er geboren wird - oder konntest du das??

Zur Geschichte Deutschlands: Ich muss nur den 1. Weltkrieg und 2. Weltkrieg benennen (hier besonders der 2. Weltkrieg). Den für den 2. Weltkrieg war Deutschland daran Schuld, das Deutschland zerbombt wurde, und durch die "Trümmerfrauen" Deutschland wieder aufgebaut wurde.
Und du sagst man könne Stolz auf die Geschichte Deutschlands sehen??
Ich weiß nicht in was für Kriege Deutschland verwickelt ist, und wie viele Unschuldige auch Sie getötet haben, aber eins sei gesagt das war nicht wenig...

Als Negativ wird es abgestempelt, weil es negatives fördert wie zum Beispiel:

  • Rassismus
  • Man ist VIEL leichter bereit für sein "Land" zu kämpfen. Obwohl wir alle "Weltmenschen" sind...
  • Man stellt sich als beste Rasse heraus (was wiederum Stolz fördert)
  • Man lässt oft nur Menschen zu seinem Freundeskreis zählen, die die selbe Nationalität haben...

Für mich ist Patriotismus nichts, auch zur WM nicht. Den gerade da kloppen sich die meisten die Köpfe ein, weil eine "FUßBALLmanschaft" verloren hat (als ob diese Mannschaft stellvertretend für das ganze Land steht).
Kann ich einfach nicht verstehen, das man sich wegen so Lappalien an die Gurgel geht...

Patriotismus- Stolz sein, auf seine Herkunft?

Was haltet ihr allgemein davon " stolz " auf ein Land bzw. auf seine eigene Herkunft zu sein, bzw. was bedeutet das für euch persönlich ? 

Damit meine ich jetzt nicht unbedingt, dass man sich aufgrund seiner Herkunft, über Leute stellt die eben woanders herkommen als man selbst..

Sondern eher, dass man auf die positiven Dinge in seinem Land stolz ist, was natürlich auch nicht bedeuten muss, dass man auf Dinge die in der Vergangenheit eben nicht so gut gelaufen sind, stolz sein muss, oder ist, heißt - Auf diese Dinge ist man dann eben nicht " stolz " ..

Ich persönlich bin zwar Deutsche, habe jedoch irgendwie ein Problem damit zu sagen, dass ich stolz auf "mein" Land wäre, überhaupt nicht aufgrund der Vergangenheit z.b 2 Weltkrieg , ich kann dieses "stolz sein " einfach gar nicht wirklich empfinden, nicht dass ich das müsste, aber mich interessiert einfach was ihr davon haltet, stolz auf seine eigene "Herkunft" zu sein und inwiefern das für euch Sinn, oder eben nicht Sinn macht.

Denke halt, dass sich niemand auf dieser Welt wirklich aussuchen konnte, wo er letztendlich das Licht der Welt erblickt, ich, oder ihr hättet also genauso gut in der letzten Kanalpampa von Bangladesh auf diese Welt kommen können, sollte ich, oder sollten wir da dann auch stolz auf unsere Herkunft sein - können ? 

Vielleicht versteht jemand worauf ich hinaus will..

Zumal die meisten Errungenschaften, ja gar nicht von einem selbst erreicht wurden, letztendlich waren es andere Menschen die es zusammen zu etwas gebracht haben, was ich jetzt halt genießen kann, oder eben auch nicht.. Und selbstverständlich kann man auch stolz auf die Leistung anderer Menschen sein, oder eben auf gewisse Ereignisse, die sich eben so ergeben haben, aber ich wüsste halt auch gar nicht, in wiefern das einen Einfluss auf mein Leben, oder das der anderen hätte, wenn ich stolz darauf wäre.. Sehe da vielleicht keinen Nutzen ? 

Über die positiven Dinge in diesem Land, die es ja gibt, vielleicht nicht immer ultimativ, aber dennoch, wie z.b dass man sein Leben in Deutschland freier gestalten kann, als in anderen Ländern, das finde ich halt gut, kann ich supporten, ist vielleicht auch lobenswert und in Ordnung, aber mehr dann eben auch nicht ( für mich persönlich jedenfalls ) . Oder ist das schon eine Form von stolz ?

Hoffe ihr versteht irgendwie was ich meine, weiß es auch gar nicht so wirklich zu erklären, möglicherweise auch, weil ich dieses stolz auf ein Land sein, gar nicht empfinde..

Also was haltet ihr allgemein von diesem ganzen stolz sein, auf seine eigene Herkunft ? 

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