Warum zahlt man freiwillig Kirchensteuern?

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27 Antworten

Hallo!

Wenn dir die Kirchensteuern zu hoch sind, so trete aus der Kirche aus. Es zwingt dich niemand, sie weiter zu zahlen bzw. dabei zu bleiben & ich kenne sogar einen, der exakt wegen diesem Dilemma 2009 aus der Kirche ausgetreten ist. 

Ein Problem sehe ich darin, dass die Kirche in Prunk lebt & sich in Mildtätigkeit sonnt, dieses Bestreben um Nächstenliebe allerdings ganz schnell aufhört & dann Sätze wie "geht nicht" fallen, wenn die Kirche konkret werden soll. 

Ob es Abzocke ist oder nicht soll jeder für sich entscheiden.

Wenn du aus der Kirche austrittst, kannst du dich übrigens genauso trauen oder bestatten lassen. Nur heiratet man dann auf dem Standesamt & wird in einer sehr kleinen Bestattung beigesetzt.. als mein Großonkel starb, kam raus dass er vor 40 Jahren (was niemand wusste) aus der Kirche austrat.. der Pfarrer war bei seiner Bestattung zwar da, aber mehr als Begleitung & aus Goodwill. In den Gottesdienst gehen kann man auch weiterhin wenn einem das wichtig sein sollte.. unterm Strich hat es keine faktischen Nachteile, wenn man aus der Kirche austritt. Ich sehe das pragmatisch. 

Man sollte der Kirche allgemein nicht alles in den hintern Schieben, nur so würde man erkennen wer wirklich an der Nächstenliebe interessiert ist und wer nicht...

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Ja sicher kann man an das Christentum glauben, ohne etwas dafür zu bezahlen - und man kann natürlich auch freiwillig sämtliche sozialen Einrichtungen, die die Kirche unterhält, selbst finanzieren - oder was glaubst Du, wafür dei Kirchensteuer verwendet wird.

Vielleicht machst Du Dich mal schlau, wieviele Hilfswerke weltweit von der Kirche finanziert werden, dann weißt Du wenigstens, wofür Du bezahlst - der soziale Gedanke ist nämlich Teil des Christentums.

Sie geben das Geld wie Tebartz-van Elst meinst du :D? Für sowas spendet doch jeder gerne.

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@RioVermelha

Ja, klar, das ist ja auch der Normalfall, passiert ja auch pausenlos!

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Das ist doch nur die Spitze des Eisbergs. Ich möchte nicht wissen wie viel Geld so verloren geht oder für andere "organisatorische" Sachen.
Mag sag das mehr als ein Großteil des Geldes ankommt wo es kommt. Aber sich die Taschen selbst zu bereichern passiert auch gewiss in der Kirche.

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@RioVermelha

Das kann man jetzt einfach mal so behaupten, weil es einfach so gut im Kram passt, gell?

Es wäre ja auch schrecklich, wenn man an der Kirche auch nur ein gutes Haar lassen würde - die Skandale lösen sofort Empörung aus, die soziale Arbeit von Tausenden, die im Stillen passiert, wird nicht zur Kenntnis genommen - und wenn doch, dann werden sofort zwielichtige Motive unterstellt.

Schau Dich mal um in die ärmsten Teilen der Welt - ich war vor Jahren in Indien und Südamerika  - da ist niemand, der den Notleidenden hilft ausser die unzähligen Ordensleute und Hilfsorganisationen, die alle auschließlich von der Kirche getragen werden - dafür zahlt man die Kirchensteuer und nicht für irgendeinen Bischof, der offensichtlich den Überblick verloren hatte, der ist völlig unbedeutend.

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@RioVermelha

Na meinst Du, Organisten, Küster, Pfarrer, Gemeindeschwestern etc., also Menschen, die den Kirchenalltag organisieren und gestalten, leben nur von Luft und Liebe???

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Aber das sind ja teilweise schon 10% des Gehaltes.

Nein. Die Kirchensteuer beträgt je nach Bundesland 8 bzw. 9% der Einkommensteuer bzw. der Lohnsteuer..

Es sind - je nach Bundesland - 8, bzw. 9% von der Lohnsteuer. Und woran man glaubt oder nicht hat ja normalerweise mit irgendwelchen Steuern recht wenig zu tun... Viel mehr sollte hier eigentlich die Frage gestellt werden, warum die Kirche "so einfach" das Geld direkt vom Lohn abziehen lassen darf und warum es überhaupt eine Steuer sein muss/darf...

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@PatrickLassan

Ernsthaft? Dass es nicht widerrechtlich passiert, sondern dafür eine Rechtsgrundlage existiert, ist ja wohl klar. Und so war mein "Warum" ganz sicher auch nicht gemeint!

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@Allyluna

Wie war dein 'Warum' denn sonst gemeint? Wenn du fragst, "warum die Kirche "so einfach" das Geld direkt vom Lohn abziehen lassen darf", dann ist das eine Frage nach der Rechtsgrundlage, wonach denn sonst?

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@PatrickLassan

Ich erkenne auch aus Deinen anderen Kommentaren, dass Du jemand bist, der nicht zwischen den Zeilen liest und auch gerne alles SEHR wörtlich nimmt - von daher verzeihe ich Dir das hier. Hätte ich nach einer Rechtsgrundlage gesucht, hätte ich sie auch selber finden können - ich kann nämlich auch mit Google umgehen.

Ich meinte mit dem "Warum" viel mehr den durch den direkten Einzug vom Gehalt durch den Staat (bzw. durch das Land) viel zu engen Verbund zwischen Staat und Kirche - zwei Einrichtungen, die ja nun eigentlich voneinander getrennt agieren - und das auch jederzeit gern verkünden. Dass dabei aber einer das Geld vom anderen eintreibt, und dann auch nur bei "ausgewählten Religionen", passt nicht in´s Bild, finde ich. Daher das "Warum".

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@Allyluna

Der Staat zieht die Kirchensteuer im Namen der Kirche ein. Das nennt man Kompetenzbündelung/Arbeitsteilung. Die Kirchen könnten auch ihre eigenen "Kirchenfinanzämter" betreiben. Das würde eine Menge mehr Verwaltungsaufwand und Kosten bedeuten. Dafür, dass die Beamten des Staates diese Verwaltungsarbeit für die Kirche betreiben, lässt sich Papa Staat aber auch von der Kirche bezahlen. Ich sehe allein in dieser Regelung keinen zu engen Verbund zwischen Staat und Kirche. Das ist (nahezu) nur Verwaltungsarbeit. Auch für den Steuerpflichtigen ist es von Vorteil, wenn mit dem Einkommensteuerbescheid gleichzeitig der Kirchensteuerbescheid ergeht. In Berlin, Hamburg und Bremen gibt es eine ähnliche Vereinbarung hinsichtlich der Gewerbesteuer. In diesen Stadtstaaten kümmern sich die Finanzämter um die Gewerbesteuer. In allen anderen Bundesländern erledigen die Finanzämter nur einen Teil der Arbeit - der andere Teil wird von den Gemeinden erledigt.

Wenn Du Kirchenmitglied bist, dann bist Du auch damit einverstanden, dass die Kirchensteuer vom Arbeitgeber einbehalten und an die Finanzverwaltung abgeführt wird. Es gibt aber auch viele freie (christliche) Kirchen, die am Verfahren nicht teilnehmen.

In jedem Verein, der Mitgliedsbeiträge erhebt, bist Du als Mitglied verpflichtet, diese zu bezahlen. Wenn Du in einem Tennisclub Deine Mitgliedsbeiträge nicht zahlst, dann dauerts nicht lange und Du wirst einfach rausgeschmisssen. Die Kirche ist aber nun mal kein Hühnerzüchterverein sondern eine Glaubengemeinschaft. Aus einer Glaubensgemeinschaft ausschließen kann ein fremder Dritter Dich aber nur de jure, nicht de facto.

Ein Problem sehe ich allerdings in der Tatsache, dass der Staat für einige Kirchen die Steuern eintreibt - die Informationen, die der Staat dadurch über seine Bürger erhält. Niemand kann in die Zukunft schauen. Wenn aber eines Tages unerwarteter (und zugegebenermaßen unwahrscheinlicher) Weise z.B. alle Katholiken von einer Regierung zu Unrecht als mutmaßliche Terroristen eingestuft würden, hätte der Staat eine unheimlich gute Informationsquelle, wer dieser Gemeinschaft zuzurechnen ist.


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@Bakaroo1976

Das ist, was Du im letzten Absatz schreibst, ist eine der (möglichen) Auswirkungen meiner Bedenken in Bezug auf eine zu enge Verbindung zwischen Staat und (einigen) Kirchen. Und auch sowas hier untermauert das (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchensteuer_(Deutschland)):

In den 1990er Jahren wuchs die Kritik an der Kirchensteuer. Der Katholik und Bundesarbeitsminister Norbert Blüm stellte 1994 die Kirchensteuer zur Disposition, nachdem er sich darüber geärgert hatte, dass die katholischen Bischöfe sich intensiv gegen sein Modell sperrten, das vorsah im Rahmen einer Reform einen kirchlichen Feiertag zu opfern. Blüm erklärte in diesem Zusammenhang: „So sicher wie manche Bischöfe glauben ist das Kirchensteuersystem nicht“.
Und? Was ist passiert? Zwar augenscheinlich aus anderen Gründen, aber: die meisten Bundesländer haben seit 1995 einen kirchlichen Feiertag weniger. ;-)

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@Allyluna

Bitte, bitte, bitte nicht diese unsägliche Internetseite als (Sekundär-) quelle zitieren. Da muss ich brechen. Da steht so viel Unwahres/Halbwahres.

Was hat denn aber das von Dir aufgeführte Beispiel mit dem Informationsaustausch zwischen Staat und Kirche zu tun. Wenn die Bischöfe sich dagegen sperrten, einen kirchlichen Feiertag zu opfern, so hat das doch nichts mit der Kenntnis des Staates zu tun, wer Mitglied in der Kirche ist oder nicht? Beide haben doch durch Streichung Mehreinnahmen. Das hat doch nichts damit zu tun, dass der Staat teilweise die Kirchensteuer eintreibt.

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wie kommst du denn bitte auf 10% des Gehaltes, das wäre ja wohl echt zu viel des Guten, das würde mit Sicherheit keiner zahlen. 

Man zahlt nur 8 oder 9 % der Lohnsteuer als Kirchensteuer, nicht 10 % des Einkommens. 

Um es noch mal zu verdeutlichen ein Beispiel: 3000 Euro Gehalt und 20 % Steuersatz wären 600 Euro Lohnsteuer und bei 9 % Kirchensteuer wären das 54 Euro. 

Ob jemand das zahlen will oder nicht, das ist jedermann selbst überlassen.

Die Kirchensteuern betragen je nach Bundesland 8% bis 9% der Lohnsteuer und das sind deutlich unter 10% des Lohnes.

Wer es für Abzocke hält, kann austreten.

Man tut das, weil man sonst weder kirchlich heiraten kann, noch sein Kind taufen lassen kann. Was wiederum in vielen Regionen Deutschlands dazu führt, dass man sein Kind in keinen kirchlichen Kindergarten unterbringen kann oder man z.B. in kirchlichen Einrichtungen keine Anstellung bekommt.

Gruppenzwang in kleinen Dörfern gibt es vermutlich auch noch. Besonders in Bayern.

Warum es kinderlose Leute außerhalb des kirchlichen Arbeitsmarkt tun, keine Ahnung.

Leider werden die kirchlichen Kindergärten aber vom Staat und nicht von der Kirche finanziert.

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@Wernerbirkwald

Ja zu "fast" 100%, das Sagen hat der kirchliche Träger trotzdem. Und weil man sich deren Willkür unterwerfen muss, muss man Mitglied der Kirche bleiben, Kirchensteuer zahlen, um einen Kindergartenplatz zu bekommen.

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Sie gehören freiwillig einer Religionsgemeinschaft an und finanzieren diese eben bewußt mit. Die Kirchensteuer beträgt in der Regel 8 oder 9 % (je nach Bundesland)  der Lohnsteuer bzw. Einkommensteuer.

Kirchensteuern zahlt man nicht freiwillig. Man ist freiwillig in dieser Glaubensgemeinschaft, die Steuern werden vom Arbeitgeber abgeführt, wie die Beträge zur Krankenkasse oder für die Rente. Es zwingt Dich ja niemand dazu. Tritt aus der Kirche und glaube trotzdem. Ist Deine Sache. Dann kannst Du aber die 'vereinsinternen' Dinge nicht in Anspruch nehmen. 

Es sind nur 8 bzw 9 Prozent der Lohnsteuer.  Also nicht einmal ein Prozent des Lohnes.  Und das auch nur wenn du über den Freibetrag kommst. 

Wenn du mit einer vier Köpfigen  Familie 2000 netto hast,  zahlst du keinen Cent  Kirchensteuer. 

  • Ich zahle es jedenfalls, weil ich bald heirate und das kirchlich ansonsten nicht geht.
  • Ein weiterer Grund ist, dass die Kirche sich sehr viel sozial engagiert. Ich sehe das als Spende an Leute, die das Geld wirklich brauchen. Flüchtlinge, arme Leute, Seelsorge etc.
  • Des Weiteren glaube ich, dass die Kirche gewissen Werte vermittelt und diese in der heutigen Zeit ansonsten noch schneller verloren gehen.
  • Kommt auch immer aufs Gehalt an. Ich kanns mir halt Leisten.
  • Die Gebäude, die die Kirche instand hält gehören für mich auch zur Geschichte Deutschlands, welche ich so "erhalten" möchte

Da ist einiges wahr,aber wenn die Kirche einen Euro spendet,hat sie mindestens vorher 2 Euro eingenommen.

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@Wernerbirkwald

Die finanziert sich halt auch nicht vollständig autark. Das ist es mir persönlich Wert

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Das muss jeder für sich eintscheiden, ich bin der Meinung der Glaube und die Religion sind nicht das selbe.

Ich sehe die Religion mehr als "Verein"

Denb glauben kann ich ohne auch. Die Frage ist, wenn es dir wert ist "dabei" zu sein, dann muss man halt auch in die Tasche greifen, ist ja bei anderen "Vereinen" auch so

Warum zahlt man freiwillig? Vielleicht denken manche Kirche= die Liebe Gottes.

Ich kenne 2 Leute, die die Kirche verlassen haben, weil sie nicht zahlen wollten. Religion=Busin€$$ 

Die Lösung wäre:

1.) Staatliche Unterstützung, aber keine Kirchensteuer

2.) Freiwillige Spenden

Man kann glauben und nicht tun, stimmt. Da wird man sich auch die Frage gefallen lassen,wie es um die Qualität dieses Glaubens gestellt ist.

Man kann viel tun, was nichts mit Geld zu tun hat.

Man kann auch glauben und solidarisch die Kirche in ihrem Handeln unterstützen. 

Aber das sind ja teilweise schon 10% des Gehaltes.

Ich schlage folgende Reihenfolge vor:

  1. gründlich informieren
  2. selbst nachrechnen
  3. den eigenen Fehler in der Behauptung erkennen
  4.  den unberechtigten Vorwurf der "Abzocke" zurücknehmen

Niemals :D
Anscheinend wird das Geld ja doch nur von der Lohnsteuer abgezogen. Trotzdem bleibt abzocke, abzocke.

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@RioVermelha

Anscheinend wird das Geld ja doch nur von der Lohnsteuer abgezogen.

Nein, sie wird nicht von der Lohnsteuer abgezogen.

Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer ist die Lohn- bzw. Einkommensteuer. Also zurück zu Punkt 1: Gründlich informieren.

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Christen finanzieren mit ihren Beiträgen, sei das nun Kirchensteuer bei den sogen. Volkskirchen, der "Zehnte" bei einigen Freikirchen oder auch mit Spenden, solidarisch die Aufgaben ihrer eigenen(!) Glaubensgemeinschaft.

Es ist nicht "Abzocke" durch eine fremde Einrichtung.

Ich werde aus der Kirche aus treten
Aber jeder muss wiesen wen er kirchlich heiraten will muß zu mindestens der Partner in der Kirche sein

10% des Gehaltes? Wo hast du den Quatsch her?

Ich bin Christ. Wenn Sie Gründe/Argumente haben wollen, um an das Christentum zu glauben, dann können Sie mich fragen oder auf mein Profil gehen, dort findet man Argumente.
Ich werde auch mal Kirchensteuern bezahlen, da ich Mitglied der Kirche sein möchte.
Einige Menschen geben Geld aus, um Mitglied in einem Sportverein zu sein. Warum sollte man dann keine Kirchensteuern bezahlen?

Ja habe ich. Glaubst du an das was in der Bibel steht? Finde die Bibel sehr merkwürdig. Das die Erde z.b. Nur 6000 Jahre alt sein soll...

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dann schauen Sie doch mal im Internet danach. Es gibt die Meinung, dass sich Glaube und Wissenschaft nicht ausschließen muss. Die katholische Kirche beschäftigt sich auch mit Wissenschaft.

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