Warum zählte Platon die Demokratie zu den schlechten Staatsformen?

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6 Antworten

nein, es läßt sich nicht vergleichen. Genau genommen war Athen, mit zeitlicher Unterbrechung durch die Tyrannis, eine Sklavenhalterrepublik, in der schätzungsweise nur 1/3 der Bevölkerung am politischen Leben teilnehmen konnte. Platons Bewertung beruht auf dem vernichtenden historischen Urteil über das politische Leben, genauer gesagt an der Herrschaft des Pöbels, wie verschiedene Philosophen es nannten, und nicht auf der Herrschaft der Fähigen, Verantwortungsbewußten und Kompetenten. Hoch fähige athenische Führer seien per Ostrakismos verbannt worden, nur weil sie den Leuten nicht nach dem Munde redeten.

Interessanterweise fehlt in Platons Staatskritik die Analyse, Bewertung und Kritik der Sklavenhaltung vollständig. Nicht einmal als er selbst mal in Sklaverei geriet, stellte er die Sklavenhaltung in den Spätschriften in Frage. Sie war für alle antiken Philosophen ein unvermeidbarer Schicksalsschlag, ein so selbstverständliches Naturereignis wie für Gegenwartskritiker ein Verkehrsunfall.

AlterVormBerg 12.07.2017, 08:30

@thauglor   danke sehr für die Auszeichnung

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Platon hat sich schon viele Gedanken gemacht.
Nach seiner Meinung geht jede Demokratie in eine Tyrannei über.

Nach seiner Meinung ist die beste Staatsform das Regieren der ,,Wissenden", diese Staatsform wurde jedoch noch nie praktiziert.

Aus diesem Grunde haben viele Regierenden dieser Welt die Demokratie als das Non-Plus-Ultra erkoren, da diese nach dem, was bisher praktiziert wurde, für sie die beste Staatsform darstellt - aus der Sicht der Regierenden sicher auch eine gute Entscheidung, denn auf Grund der dem Wahlsystem für ,,alle" inne liegenden Prozessen lässt sich diese fast nicht kippen. Außer auf dem Wege zur Tyrannei bzw. Diktatur.

Platon sah sehr gut, dass Demokratien leicht "entgleisen" können. Entweder setzt sich die in seinen Augen unvernünftige, von Leidenschaften getriebene Masse durch (Pöbelherrschaft, Ochlokratie), oder ein skrupelloser Politiker schwingt sich zum Demagogen und am Ende zum Gewaltherrscher auf. (Tyrannis). Platon glaubte nicht, dass die Demokratie in vernünftiger Form lange bestehen könnte. 

Sein Demokratieverständnis war das der attischen Demokratie: sehr kleiner Staat, überschaubare Verhältnisse, Wahlrecht nur für Männer, nicht für Frauen und Sklaven, direkte Demokratie mit Volksabstimmungen. 

Von der Antike bis in die jüngere Geschichte hielt man eine Oligarchie bestehend aus weisen tugendhaften Politikern als die beste Staatsregierung. Nicht übel. Sogar Max Reger war Monarchist (trotz Hass auf Wilhelm II ), da er die Gefahr bei einer Demokratie der Demagogen, denen das Volk auf den Leim geht, sah. So unrecht hatte er nicht.


kurz gesagt sind laut Platon philosophen die beten staatenlenker

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