Warum wurde/wird Rechtschreibreform nicht korrigiert (Quä̶entchen)?

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5 Antworten

Wörter werden durchaus öfter anders geschrieben, als es nach der Etymologie "richtig" wäre; meistens wohl, weil die sog. Volksetymologie eine andere Herkunft des Wortes nahelegt. Soll heißen: Die Leute schreiben ein Wort so, wie sie es (etymologisch) für richtig halten - und irgendwann setzt sich diese Schreibweise dann halt durch. Das kann man mögen oder nicht, es war schon immer so und wird auch immer so bleiben.

Andere Beispiele wären:

  • Tollpatsch - seit der Reform mit 2 l, obwohl ursprünglich mit nur 1 (nicht verwandt mit dem Wort toll)
  • oder noch älter: Maulwurf - das l ist da auch unetymologisch (kein Bezug zu Maul)
kzumollegah 26.02.2017, 21:13

Soweit ich mitbekommen habe, trifft das aufs Quentchen nicht zu, die Leute haben es vor der Rechtschreibreform doch meistens auch so geschrieben. 

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Die frage geht von der falschen annahme aus, eine buchstabenschrift richte sich nach der etymologie. Sie ist aber von ihrem wesen her synchronisch; das heisst, sie bildet die sprache so ab, wie sie in der gegenwart gesprochen wird.

Hier steht alles:

http://sprache.org/bvr/?s=synchron

(Geschrieben gemäss kleinschreibung.ch)

Erwartest Du tatsächlich etwas Sinnvolles von diesen Schwachmaten, die die neue Rechtschreibung ausgeheckt haben?

Die Sprache gehört dem Volk und nicht irgendwelchen Polit-Idioten! Denen hat die Rechtschreibreform nur als Testballon gedient, ob das deutsche Volk auch so dummdösig ist, den Euro zu akzeptieren.

Seit der Rechtschreibreform gibt es keinen vernünftigen Deutsch-Unterricht mehr. Jeder schreibt wie er lustig ist.

Wart's mal ab, wie runtergebrochen auf das Notwendigste unsere Sprache in 10 Jahren aussieht. Unsere Kinder bekommen doch jetzt kaum noch Bildung vermittelt und werden auf das niedrige Niveau der Migrantenkinder runtergeprügelt. Selbst Gymnasiasten können kaum mehr einen Goethe oder Schiller lesen, geschweige denn, die gelesenen Wörter verstehen.

Kein Wunder daß eine Massenflucht aus dem staatlichen Schulsystem eingesetzt hat und jeder, der noch Geld übrig hat, sein Kind auf eine private Schule schickt.

earnest 25.02.2017, 20:22

Ich finde es ziemlich schwachmatig, die sogenannte Rechtschreibreform als Testballon für die Einführung des Euro zu behaupten.

Deine Wortwahl - siehe "herunterprügeln" - ist überzogen.

Der letzte Satz ist eine völlige Übertreibung.

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tachyonbaby 25.02.2017, 21:27
@earnest
Ich finde es ziemlich schwachmatig, die sogenannte Rechtschreibreform als Testballon für die Einführung des Euro zu sehen.

Ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern auf dem der Politiker, die dies seinerzeit sogar öffentlich geäußert haben.

Deine Wortwahl - siehe "herunterprügeln" - ist überzogen.

Im deutschen Kaiserreich lag die Analphabetenquote nahe Null. Heute liegt sie bei etwa 10 %!!!

https://www.ovb-online.de/forscher-schreibreform-ein-flop-6648125.html

Der letzte Satz ist eine völlige Übertreibung.

"Rund 750.000 Schüler haben somit dem staatlichen Bildungssystem den Rücken gekehrt und suchen ihre Bildung an privaten Schulen.

Beim Statistischen Bundesamt kämpft man mit den Daten.

Wie soll diese Abkehr vom staatlichen Bildungssystem, die mit einem Wachstum von 20% in 10 Jahren den Charakter einer Massenflucht angenommen hat, erklärt werden?"

Quelle: https://sciencefiles.org/2017/02/13/massenflucht-aus-dem-staatlichen-bildungssystem/

Deutschland ist ein Land ohne großartige Rohstoffressourcen, daher sind Bildung, Erfindungsreichtum, geistige Qualitäten unser größter Reichtum und genau dieser wird kontinuierlich zerstört.

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earnest 25.02.2017, 21:48
@tachyonbaby

Mist bleibt Mist.

Und mir ist es völlig egal, auf wessen Mist der Mist gewachsen ist.

P.S.: Ein Wachstum von 20% in 10 Jahren - wenn man das als "Massenflucht" bezeichnet, dann hat der HSV heute gegen Bayern massenhaft Tore geschossen.

;-))

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Thelema 25.02.2017, 21:01

Ein Problem bei der Kritik von obrigkeitsstaatlichen Dekreten in den letzten Jahren sind die populistisch pöbelnden Kritiker, die mit Schaum vor dem M...und auftreten: Mit denen möchte man nicht gern in einen Topf geworfen werden. Das wiederum machen sie den Kritikern der Kritiker leicht.

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tachyonbaby 02.03.2017, 02:35
@Thelema

"Manche Pressemeldungen muss man zwischen den Zeilen lesen. Z.B. die lange Pressemeldung, die mit „Bessere Chancen für Schüler, aber Unterschiede zwischen Bundesländern wachsen“ überschrieben ist. In dieser Pressemeldung findet sich der folgende Satz von Nils Berkemeyer von der FSU Jena:

„Nicht hinzunehmen ist, dass beim Kompetenzerwerb in der neunten Klasse ein Unterschied von mehr als drei Lernjahren zwischen Sachsen und Bremen besteht.“

Weiter: Ein öffentliches Schulsystem müsse für vergleichbare Chancen sorgen und ein Mindestmaß an Fähigkeiten vermitteln, im Interesse der Jugendlichen und der Gesellschaft.

https://sciencefiles.org/2017/03/01/bildungsforschung-bremer-schueler-sind-drei-jahre-zurueck/

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Ein Quantum Trost für dich? Auch "Büro" wurde nicht zu "Bureau" rückverändert, obwohl die Ableitung aus dem Französischen sonnenklar ist.

Die "richtige" Etymologie ist nicht immer entscheidend - manches hat sich einfach eingebürgert.

Und Logik kannst du von DIESER Reform nun wirklich nicht durchgängig erwarten. 

Ein Tipp: Lies mal bei K133 im Duden nach (aber ich bin mir fast sicher: Da warst du schon...)

Gruß, earnest


Thelema 25.02.2017, 20:53

"Die "richtige" Etymologie ist nicht immer entscheidend - manches hat sich einfach eingebürgert."

Kann man so stehen lassen. 

Aber für Altsprachler fühlen sich etymologisch falsche Schreibungen schon recht seltsam an. Und es gibt noch eine Reihe von Schreibungen und Regelungen bei Getrennt-/Zusammen- und Groß-/Kleinschreibung, die keinen Sinn ergeben.

Im Falle von z.B. Quäntchen und aufwändig sprechen übrigens sowohl Etymologie als auch realer Sprachgebrauch gegen die reformierte Schreibung, da wurden einfach zweifelhafte Schreibungen mit hanebüchenen Argumenten durchgedrückt. (Dort, wo ich herkomme, im rauhen Norden, spricht man übrigens auch das "h" in rau, mindestens in den gebeugten Formen. Aber da war wohl kein Norddeutscher in der Rechtschreibkommission ... 

Dasselbe habe ich bei Zusammenschreibungen von komplexen Verben erlebt, bei denen die Faustregel sich auf "so, wie man es spricht" berief, was sich dann bei einer Umfrage in einer Redaktion, für die ich gearbeitet habe, auf Mannheim beschränkte. O_o 

Man wird den Eindruck nicht los, dass sich durchaus regionale Sprechweisen Geltung verschafft haben ...

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earnest 25.02.2017, 20:58
@Thelema

Einverstanden.

Auch mir biegen sich beim "rauen" Klima noch die Zehennägle hoch.

Und beim "Nummerieren" der zahlreichen Unzulänglichkeiten der Teilreform finde ich: Das ist auch eine heiße Nummer.

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earnest 25.02.2017, 22:12
@Thelema

Ich habe meinen Tippfehler korrigiert. 

;-)

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