Warum wurden ursprünglich Rüschen überhaupt Bestandteil der Mode und warum haben im 17./18. Jahrhundert

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3 Antworten

Warum? Ganz einfach, weil das von der Obrigkeit so vorgelebt wurde, siehe Ludwig XIV. Damals waren feine Stoffe wie Seide und ähnliches, prachtvolle Verzierungen, teure Farben, Pumps mit Absatz ... ein Zeichen des Vermögens (klar, der einfache Mann konnte sich das nicht leisten) und wurde gerade von den mächtigen Männern getragen, die sich das leisten konnten. Dazu gehörte selbstverständlich auch ein für den Zweck überflüssiger Stoff, wei das bei Rüschen nunmal gegeben ist; muss nicht sein, hat keinen Zweck, aber ich kann es mir leisten und zeige das.

Der radikale Umsturz kam dann mit der französischen Revolution, aus der sich die Männermode immer noch nicht erholt hat. Männer tragen daher heute noch die kriegerische Uniform namens Anzug. Lediglich die Frauenmode griff Anfang des 20. Jahrhunderts alles das nach und nach wieder auf was es vorher gab, auch aus der Herrenmode. Dazu zählen die bereits erwähnten Pumps mit Absatz (Absätze waren eigentlich eine Erfindung für Reiter, damit die im Steigbügel besseren Halt fanden, also absolut unweiblich!), kurze Röcke mit feinen Strumpfhosen (Frauen trugen vorher ausschließlich lang, im Winter mit Baumwollunterhosen), aber auch alles Mögliche an Zierrat wie Borden, Rüschen und ähnliches.

In südosteuropäischen Ländern haben Herrenhemden für die Volkstracht auch heute noch Rüschen und Jabots. Könnte ein Überbleibsel aus Rokokozeiten sein, das sich im Brauchtum erhalten hat.

Wie so oft spiegelte besonders in der Vergangenheit die Kunst/Architektur- und Moderichtung den Zeitgeist wider. So auch im Rokoko. (abgeleitet aus dem Französischen „Muschelwerk) In dieser Zeit baute man mit muschelförmigen Ornamenten, die zeigten, wie sehr nach dem bombastischen Barock nun die kleinen, verspielten, eher privaten Details im Vordergrund standen. So auch in der Mode, sowohl bei Damen als auch bei Herren.
Warum eigentlich nicht bei Herren? ;)

Insgesamt war die Mode übrigens langlebiger als heutzutage.
Abgelöst wurde der Rokkoko durch den strengen Klassizismus, was sich natürlich auch auf die Mode auswirkte, die dann wieder für Männer und Frauen schnörkelloser wurde.

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