Warum wurden früher die Zimmer mit 3 bis 4 m hoher Decke gebaut?

8 Antworten

Früher gab es die Energieeinsparverordnung (EnEV) noch nicht. Deshalb musste man nicht so viel Energie beim Heizen sparen. Man konnte also die Räume höher machen und das Luftvolumen frei bestimmen, so wie man wollte.

Heute muss immer mehr Energie gespart werden, weil die Bauphysik die Kontrolle über die Bauwirtschaft versucht an sich zu reißen, damit eine Industrie darum entsteht und die Leute mehr Geld in die Planung und die damit verbundenen Streitigkeiten um die Energiewende stecken müssen.

Dadurch werden die Räume niedriger. Die Nachteile liegen im baukulturellen Bereich zumal die Möglichkeiten in der Architektur dadurch beschnitten werden.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Hast du die Verschwörungstheorie schon patentieren lassen?

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@anonymos987654

Es ist eine Tatsache. Ich arbeite in dem Bereich. Es ist kaum zu glauben wie viel Geld an die Fachplaner rausgeht.

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Mann muss die Umstände beachten. Ich denke jetzt an die Zeit Weit um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts. Wenn es sich um eine Wohnung von wohlhabenden Leuten war dann war es zum Teil um um zu zeigen das man es sich leisten konne eine helle große Wohnung mit prächtiger hoher Decke zu haben. Wenn es sich um Arbeiterwohnungen handelt dann lag es daran das damals die Miete nicht nach Wohnfläche sondern nach Rauminhalt berechnet wurde.

Trinke mal in aller Ruhe in einem Keller mit 210cm Deckenhöhe Kaffee und lasse den Raum auf dich wirken. Dann nimm einen zweiten Kaffee in einer Altbauwohnung mit 330cm zu dir. Es fühlt sich besser an, freier, lichter.

Vorteile hast du auch, wenn du ein Hochbett baust. Da ist bei den Standard 250cm schnell Enge vorhanden.

Bei 4m wird es langsam zu luftig, denn man fühlt sich wie in einer Halle oder einem Saal.

Die Heizkosten sind nicht ganz der Punkt, denn die hängen stark von der Fenstergröße und Art der Verglasung ab. Mit guten Fenstern und einer isolierten Außenwand sind die Wärmeverluste durch die Raumhöhe nicht hoch.

Beim Stoßlüften hat man bei hohen Räumen mehr Luft ausgewechselt, muss das also seltener tun. Wenn die Luft dadurch z.B. die Nacht über frisch genug bleibt und man auf ein geklapptes Fenster verzichten kann, spart das Heizkosten. Ob das zur Zeit auch die Aerosol-Dichte positiv oder negativ ist, weiß ich nicht.

Wichtig ist zu fragen, wann und wo und was?

Das normale selbst errichtete Einfamilienhaus vor 100+ Jahren, hatte gerade aus statischen Zwecken und wegen der Bau- und Heizkosten kleine Räume und niedriege Decken. Ich war schon in einem 100 Jahre alten Haus, da war der größte Raum etwa 12qm groß.

Wenn Du natürlich eine edle Altbauwohnung in der Münchner Innenstadt als Referenz nimmst, wurde diese ja nicht von dem Privatmann Ewald Habermeyer in Eigenleistung gebaut. Zudem gabe es auch Ziele wie Optik, Prestige usw.

Geh mal ein kleines Bauern-/Landhaus aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Da hast Du Deckenhöhen von vielleicht 2 Metern.

Was Du meinst, sind vermutlich die Stadthäuser. Da haben dann nur gut betuchte Leute drinnen gewohnt, die halt Geld hatten.

Ich vermute mal stark, dass es im 19. Jahrhundert noch keine Heizkostenabrechnungen gab, bzw. das irrelevant war. Da hast Du mit Holz über deinen Kamin geheizt.

Da ging es nur um den Prunk, bzw. wollte man schöne mit Stuck ausgestattete Zimmer, wie man sie vom Hochadel aus Schlössern und Co. kannte.

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