WARUM wurden die Juden früher Sara genannt?

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5 Antworten

Hallo, JessyLucky. Mit dem Zusatz - Namen Sara hat man Frauen mosaischen Glaubens quasi ihre Glaubenszugehörigkeit um den Hals gehängt während die Männer Israel zu ihrem Namen heißen mußten. Das wurde in jedes Personaldokument eingetragen in der Nazi- Zeit in Deutschland. Dazu kam dann noch der gelbe Stern, den man auf seiner Kleidung tragen mußte = der Mensch eben ein Jude, der noch nicht mal das Recht hatte, auf einer Bank im Park zu sitzen. Sara war Abrahams Frau in der Bibel, lG.

Jüdische Frauen und Mädchen mussten in der Zeit von 1933-45 den Namen "Sara" zustätzlich zu ihrem tatsächlichen Namen im deutschen Pass eintragen lassen. Das war reine Schikane, damit sie bei jeder offiziellen Stelle, wo sie ihren ganzen Namen angeben mussten, sofort als Menschen mit jüdischen Hintergrund erkannt wurden.

klaranaklar 28.11.2013, 13:28

Jüdische Frauen und Mädchen mussten in der Zeit von 1933-45 den Namen "Sara" zustätzlich zu ihrem tatsächlichen Namen im deutschen Pass eintragen lassen.

Das ist falsch den die Nazis haben nach und nach Gesetze erlassen.

  • 16.September 1935 Nürnberger Rassegesetze
  • 3.November 1937 Neues Personenstandsrecht (das "J" kommt in den Ausweis)
  • 5.Januar 1938 Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen
  • 25.Juli 1938 Jüdischen Ärzten wird die Approbation entzogen (ca.20% erhalten eine Sondergenehmigung)
  • 31.Oktober 1938 Juden dürfen keine Patentanwälte mehr sein
  • 31.Januar 1939 Juden dürfen keine Zahnärzte, Tierärzte oder Apotheker sein

Da diese Schikanen am Anfang nur die Personen betrafen die in einer sog. Mischehe lebten reagierte das deutsche Judentum eher sehr gehalten auf diese Gesetze und Zionisten waren sogar begeistert weil sie Mischehen so wie die Nazis "als schädlich für den Volkskörper" empfanden und Anwälte und Ärzte wären ohne diese Gesetze auch nie bereit gewesen nach Palästina zu kommen.

Die Nazis haben diese Gesetze nicht erlassen um Juden zu "schikanieren" sondern um sie zur Ausreise zu nötigen.

Das Problem war nur, dass bis auf südamerikanische Länder kein Land jüdische Flüchtlinge in großer Zahl aufnehmen wollte. Alle haben jüdischen Flüchtlingen in großer Zahl die Einreise verweigert inklusive den USA und Großbritannien.

Die Briten haben sogar jüdische Flüchtlinge nach dem Krieg zurück in die KZs gebracht oder in ihre eigenen Internierungslager. Die große "Befreiung der Deutschen und Juden vom Faschismus" hat es nie gegeben.

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tanztrainer1 31.01.2016, 11:08
@klaranaklar

Es ist doch egal, ab wann genau diese perfide Regelung in Kraft trat.

Irgendwie habe ich bei Dir aber den Eindruck, dass Du diese ganzen Gesetzt auch noch toll findest, hoffentlich täusche ich mich da! Wir können doch alle froh sein, dass wir nicht in dieser Zeit leben mussten!

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Die Nazis hatten doch die Idee, dass Juden sich "verstecken" würden. Indem sie sich gewöhnliche Namen zulegten, gewöhnliche Kleidung trugen, in denselben Strassen und Vierteln wohnten wie alle anderen Bürger auch.

Mit dem Judensten, den "J" in den Pässen und eben diesen Namen wollten sie sie erkennbar machen, damit man sie gezielt ausgrenzen konnte.

Die Jüdinnen wurden in der NS-Zeit gezwungen, sich Sara zu nennen, damit man sie erkennen konnte. Und Sara kennst du vielleicht aus der Bibel - sie war die Frau Abrahams.

Nemea 27.11.2013, 17:26

PS: Männliche Juden bekamen den Namen Israel aufgezwungen.

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tanztrainer1 31.01.2016, 11:16
@Nemea

Ich kenne einige, denen die Eltern den Namen Israel nach 1945 gegeben haben, und was manche Leute als eine Art Provokation ansehen! Ich hab damit kein Problem. Wahrscheinlich hätte man mir zu der damaligen Zeit auch den Zusatznamen Sara gegeben?

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Sarah war die Frau Abrahams.

Das Gesetz und die dazu erlassenen Verordnungen stammen von Hans Globke (NSDAP / CDU):

In der Bundesrepublik wurde Globke unter Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) zunächst Ministerialdirigent im Bundeskanzleramt und stieg im Anschluss an die Bundestagswahl 1953 Ende Oktober als Nachfolger des in den Bundestag gewählten Otto Lenz zum Staatssekretär im Bundeskanzleramt auf.

Deutsche Juden reagierten darauf so:

Zumindest die assimilierten deutschen Juden lehnten die in der Liste aufgeführten Namen als „komisch klingende jiddische oder Ghettonamen“ entschieden ab. „Abends dann fiel der neue Schlag, auf den wir warteten. [...] Nicht Jonas, Josua, Benjamin, die sich ertragen ließen, sondern furchtbarste, kaum bekannte, zum Teil beleidigende Namen, und was für Fr.[iedrich] in Betracht kommt, wer andere Vornamen hat, muss ihnen, als Mann: Israel, als Frau: Sara [sic] hinzufügen.“

Jochen Klepper vermerkte im Tagebuch: „Die Liste der Vornamen, die für neugeborene Judenkinder festgesetzt ist, bedeutet zu achtzig Prozent eine sadistische Verhöhnung. Die biblischen, berühmten Namen sind den Juden gesperrt.“

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