Warum wurde Verdun bei der Schlacht so umkämpft?

7 Antworten

Die Idee der Abnutzungsschlacht mag schon ein Aspekt der ganzen Angelegenheit gewesen sein, vor dem Hintergrund, dass die deutschen Verlustquoten der ersten beiden Kriegsjahre niedriger waren als die der Franzosen und Briten, was die Überlegung mit einer Abnutzungsschlacht auf Dauer möglicherweise ein günstigeres nummerisches Verhältnis zu produzieren plausibel erscheinen lässt.

Wesentlich wichtiger war aber in jedem Fall den Entente-Mächten nicht die Möglichkeit zu einer konzentrierten Großoffensive zu geben. Die Österreichisch-Ungarische Armee war zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich am Ende, darüber hinaus Italien dem Krieg auf Seiten der Entente beigetreten. In dieser Situation konnten sich die Zentralmächte überhaupt nur deswegen militärisch behaupten, weil die Franzosen, Briten und Italiener auf Grund der Kampfweise und des geographischen Frontverlaufs kaum zur Offensive antreten konnten und wenn dann nur punktuell, so dass man das mit dem Verschieben von Resveren oder überflüssigen Mannschaften an Fronten, an denen gerade einigermaßen Ruhe herrschte noch ausgleichen konnte.

Wäre es den Ententemächten möglich gewesen eine Konzentrierte Offensive An der Westfront, im Baltikum und in Polen, auf dem Balkan und an der Isonzo-Front gemeinsam und zeitgleich in die Wege zu bringen, wäre auf der anderen Seite die Prais der Verschiebung von Reserven zum Lücken-Stopfen nicht mehr möglich gewesen, da keine Truppen frei gewesen wären. Unter diesem massiven Druck währe dann wahrscheinlich eine der Fronten zusammen gebrochen, was den militärischen Untergang der Zentralmächte bedeutet hätte.

Man darf sich diesen Krieg nicht so vorstellen, als wäre dort jeden Tag Großoffensive gewsen, sondern das wurde über Monate vorbereitet und dann über Tage und Wochen konzentriert abgehalten, so das zwischenzeitlich immer Verschnaufpausen für Verschiebungen drinn waren, eine absolute Daueroffensive hätten Kriegswirtschaft und -Logsitik nicht verkraftet. Wäre es der Entente gelungen ihre Offensiven zu koordinieren, hätten sie dieses Problem damit aufheben können, so lange sie aber bei Verdun angegriffen wurden, mussten sie sich zunächst mal selbst auf die Verteidigung verlegen und konnten ihrerseits keinen Druck aufbauen, der wiederrum die Russen und die Italiener entlastet und deren Chancen auf eine erfolgreiche Offensive massiv verbesser hätte.

Nachdem seit der Marneschlacht die Fronten fast vollständig eingefroren waren, wurde der OHL Anfang 1916 die klare (quantitative) Überlegenheit der Entente-Mächte klar. Man wollte dem übermächtigen Gegner nicht auch noch die Initiative überlassen, sondern selbst versuchen, die Front wieder in Bewegung zu bringen.

Verdun war einerseits, durch seinen Ruf als uneinnehmbare Festung, ein prestigeträchtiges Ziel. Andererseits lag vor Verdun eine gefährliche Einbuchtung der deutschen Front, zwischen St. Mihiel und Varennes. 

Man wollte außerdem Teile der britischen Expeditionsstreitkräfte weiter in die Ecke drängen und dazu zwingen, "vertragsbrüchig" zu werden bzw. Bündnisverpflichtungen zu vernachlässigen. 

Das Ziel der OHL war nicht die Franzosen "weißbluten" zu lassen, wie oft behauptet wird. Der Angriff entbehrte strategisch nicht jeglicher Logik, auch wenn er nicht zwingend notwendig gewesen wäre. 

Jede Seite erhoffte sich einen Durchbruch und wollte zudem nicht nachgeben, dabei verausgabten sich die etwa gleichstarken Kontrahenten auf das Heftigste, was dann Hunderttausenden den Tod bescherte.

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