Warum wurde Maximilien Robespierre getötet?

2 Antworten

Warum wurde maximilien robespierre getötet ?

Weil die französische zu dem Zeitpunkt nur noch ein blindes Terrorregieme war. Es gab kein Recht auf Rechtsbeistand in Prozessen mehr. Man schleppte Menschen aus für uns nciht mehr nachvollziehbaren Gründen auf die Gouillotine.

Innerhalb der Revolutionsführer gab es Flügelkämpfe.

Lies einfach den Wikipediaartikel.

Die Frage wird am besten in zwei Teile gegliedert, einen zu den Ursachen/Gründen des Sturzes von Maximilien de Robespierre und einen zu den Ursachen/Gründen seiner Tötung (durch Hinrichtung).

Sturz

wichtige Ursachen/Gründen waren:

  • Robespierres Festhalten an der Schreckensherrschaft“ („Terreur“) auch, als durch Erfolge im Kampf gegen Feinde gegen die Revolution ein wesentlicher Grund für so harten Maßnahmen weggefallen war. und der Anschein, Robespierre wolle die Schreckenherrschaft, deren Opferzahl durch Prozesse und Hinrichtungen sich steigerte, gegen weiter Personen vorantreiben

  • innere Konflikte unter den Revolutionären, bei denen Mißtrauen und Nervosität zunahmen

  • Angst der Abgeordneten des Nationalkonvents aufgrund von unklaren Andeutungen Robespierres in Reden über Leute, gegen die vorgegangen werden sollte

  • zunehmende Isolierung wegen längeren Fernbleibens vom Wohlfahrtsausschuß und von Jakobinerklub

  • Unzufriedenheit der Unterschichten aufgrund des Gesetzes zum Maximum, weil dies zu einer gewissen Senkung der Löhne führte, und daher Abnahme des Rückhalts (die Sansculottenbewegung war außerdem durch Einschränkungen in der Häufigkeit von Versammlungen der Sektionen/Bezirke in Paris, die sie mehr unter Kontrolle halten sollten, in ihrer Organisationsmöglichkeit geschwächt)

Es gab in dieser Zeit einen starken Druck durch Verdächtigungen, Überwachung/Kontrolle und Unterdrückung/Verfolgung von grundsätzlicher Gegnerschaft. Überwachungsausschüsse erhielten die Vollmacht, Haftbefehle gegen verdächtige Personen auszustellen. Hinrichtungsopfer konnten alle werden, die damals als Feind der Ordnung (die staatliche Ordnung bestand in einer Republik) und Gegner der Revolution beurteilt wurden.

Ein Gesetz über die Verdächtigen (am 17. September 1793 beschlossen) richtete sich gegen alle, »die sich durch ihr Verhalten, durch ihre Verbindungen oder durch ihre Reden und Handlungen als Anhänger der Tyrannei und Feinde der Freiheit auswiesen.« Beschuldigungen wurden erhoben und Leute angezeigt. Die „Ventôse-Dekrete" (26. Februar und 3. März 1794/ 8 und 13 Ventôse des Jahres II) erlaubten eine Beschlagnahmung des Besitz von „Verdächtigen“ zugunsten bedürftiger „Patrioten“ (kamen aber nicht mehr zur Ausführung). Ein Gesetz vom 10. Juni 1794/22. Prairial des Jahres II brachte eine Verschärfung bei Verfahren vor dem Revolutionstribunal, weil das Urteil nur Freispruch oder Todesurteil sein durfte, Angeklagte keine Möglichkeit mehr hatten, einen Verteidiger einzusetzen und die Anforderungen an eine Beweisführung verringert wurden.

Sehr viele wünschten ein Nachlassen des Schreckens, aber Robespierre fand zu keiner Politik, die dafür einen Weg aufwies. Er schien nicht bereit zu sein und sich zu weigern, den Verfolgungsdruck abzuschwächen. Robespierre deutete an, gegen Korruption und grausame Exzesse vorgehen zu wollen, seine Reden waren aber nicht sehr klar darin, wen er damit alles meinte und sehr viele fühlten sich bedroht. Verschiedene Gegner sprachen sich über ein gemeinsames Vorgehen gegen Robespierre ab.

Tötung

Robespierre wurde am 27. Juli 1794 (9. Thermidor des Jahres II) gestürzt und am 28. Juli 1794 (10. Thermidor des Jahres II) ohne Verhandlung und Gerichtsurteil durch die Guillotine hingerichtet. An diesem Tag und an den folgende Tagen wurde insgesamt etwas über 100 seiner engsten Anhänger (darunter mit Louis Antoine Saint-Just und Georges Couthon weitere Mitglieder des Wohlfahrtsauschusses).

Es wurde also mit den Mitteln der Schreckensherrschaft gegen Robespierre selbst und eine Anzahl seiner Anhänger vorgegangen.

als Ursachen/Gründen für die Tötung spielten eine Rolle:

  • Streben nach Durchsetzung und Sicherung der Machtstellung, die ein lebender Robespierre möglicherweise ins Wanken hätte bringen könnte (der abgeführte Robespierre war von Anhängern zunächst befreiet worden, zwar nicht alle, aber 16 Sektionen von Paris waren einem Ruf gefolgt, sich zur Unterstützung zu versammeln)

  • Wunsch nach Rache/Vergeltung (wegen des Verlusts von Angehörigen und/oder Freunden durch die Schreckensherrschaft, z. B. bei überlebenden Freunden Dantons)

  • Angst vor der Gefahr eines erneut eine politische Führungsrolle erreichenden Robespierre und einer dann einsetzenden Verfolgung

Erklärungsversuche sind in Büchern enthalten. Z. B.:

Wolfgang Kruse, Die Französische Revolution. Paderborn , München : Wien ; Zürich : Schöningh, 2005 (UTB : Uni-Taschenbücher : Geschichte ; 2639), S. 38 – 39

„Nicht um einen erneuten revolutionären Aufstand handelte es sich dabei, sondern um ein Komplott der unterschiedlichsten politischen Kräfte im Konvent, die allein die Gegnerschaft zu Robespierre einte. Die terroristische Bedrohung war allseitig geworden. Sie richtete sich gegen führende Terroristen wie Jean-Baptiste Carrier und Joseph Fouché, die Robespierre wegen ihres blutrünstigen und korrupten Verhaltens als Konventskommissare in den aufständischen Gebieten anklagte, ebenso wie gegen die Kollegen im Wohlfahrtsauschuß selbst, wo sowohl die gemäßigten Mitglieder Carnot und Lindet als auch die radikalen Billaud und Collot immer häufiger mit Robespierre und seinen Anhängern zusammenstießen. Der von Robespierre zelebrierte Personenkult stieß zugleich die Revolutionäre vor den Kopf, die insbesondere über den pseudoreligiösen Kult des Höchsten Wesens nur spotten konnten. Robespierre selbst verlor darüber hinaus zunehmend den Kontakt mit den Quellen seiner Macht, weil er sich nach der weitgehenden Ausschaltung der Sektionsbewegung zunehmend auch aus dem Jakobinerklub und den Wohlfahrtsausschuß zurückzog. Nicht zuletzt aber war nach dem entscheidenden Sieg der französischen Truppen über die Österreicher Ende Juni in Fleurus auch die wichtigste Begründung für die Diktatur, die Bedrohung der Republik durch Krieg und Bürgerkrieg hinfällig geworden. „Unsere Armeen sind überall siegreich“, so charakterisierte Barère am 16. Juli 1794 vor dem Konvent die Haltung der gemäßigten Mehrheit, „es bleibt uns nur noch die Aufgabe, den Frieden zu schaffen, als gute Freunde zu leben und die revolutionäre Regierung, die den Schrecken verbreitet, aufzulösen.“

Als der in die Defensive gedrängte Robespierre in seiner letzten großen Konventsrede am 26. Juli 1794 nebulöse Drohungen gegen im Grunde das ganze politische Führungspersonal ausstieß, kam es am folgenden Tag, dem 9. Thermidor des Jahres II, im Konvent zum Aufstand […]. Die Abgeordneten, die sich vorher abgestimmt hatten, ließen Robespierre und seine Anhänger nicht zu Wort kommen und stimmten schließlich für ihre Verhaftung.“

Ernst Schulin, Die Französische Revolution. 5. Auflage. München : Beck, 2013 (Beck's historische Bibliothek), S. 236 - 239

Hans-Ulrich Thamer, Die Französische Revolution. Originalausgabe. 4., durchgesehene Auflage. München : Beck, 2013 (Beck'sche Reihe : C.-H.-Beck-Wissen ; 2347), S. 86 - 88

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Danke für die sehr ausführliche Antwort :)

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