Warum wurde Finis Germania von der Spiegelbestsellerliste herunter genommen?

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7 Antworten

Man muß sich wirklich fragen, ob der Spiegel tatsächlich nicht damit gerechnet haben kann, daß durch diese beispiellose Entscheidung das Interesse an dem Buch und die Verkaufszahlen (die wieder am Abflauen waren) nicht erst recht von Neuem befeuert würden.

Es gibt für diese Bestsellerliste zwar eine Reihe formaler Kriterien, aber keines, das in irgendeiner Form ein "Werturteil" voraussetzt. Nicht einmal, als die Neuausgabe von "Mein Kampf" auf dieser Liste auftauchte, war das Anlaß für den Spiegel, dort zu intervenieren. Es ist absurd, anzunehmen, in all den Jahren seit Bestehen der Liste sei dort noch kein Buch gelandet, das Mißfallen bei der Redaktion ausgelöst hat und von dieser nur ungern "beworben" würde. Warum man jetzt auf einmal diesen Schritt macht, ist eine berechtigte Frage.

Wenn der Spiegel gehofft hat, das Buch quasi verschwinden zu lassen, ohne daß es jemand merkt, ist das eine bemerkenswert unsouveräne Herangehensweise. Die Redaktion eines nicht ganz unbedeutenden Nachrichtenmagazins sollte wissen, daß sie mit dem Verhalten eines Lausebengels, der verbotenerweise in die Keksdose gegriffen hat, nicht durchkommt.

Denkbar wäre, daß von irgendeiner Seite Druck ausgeübt wurde. Immerhin steht die Bundestagswahl kurz bevor und damit kann es sich zu einem unkalkulierbaren Risiko entwickeln, wenn bestimmte Themen die öffentliche Diskussion beherrschen. Vielleicht ist es aber auch der Konformitätsdruck (an dem der Spiegel selbst ja nicht ganz unschuldig ist!), der es nicht erlaubt, daß in "normaler", also sachlicher Form über eine Publikation aus einem rechtsintellektuellen Verlag diskutiert wird, da man dann zugeben müßte, daß es so etwas wie "rechte Intellektualität" überhaupt gibt.

Es darf angenommen werden, daß die Verantwortlichen nicht übereinstimmen mit den Inhalten oder dem was sie dafür halten. Vielleicht handelten sie auch in vorauseilendem Gehorsam. Darüber kann man letztendlich nur spekulieren.

Ironischerweise hat überhaupt erst der Medienbohey um Buch und Bestsellerliste die Verkaufszahlen in ungeahnte Höhen schnellen lassen. Zwischenzeitlich stand es auf Platz 1 der Amazon-Bestsellerliste, inzwischen auf Platz 5.

Wenn es nicht so abwegig wäre, könnte man meinen, der Spiegel hat hier einen Coup abgezogen, um dieses Buch zu pushen. Das ist jedenfalls das Ergebnis der Aktion.

Bemerkenswert ist zudem, daß die Amazon-Rezensionen zu hunderten so gar nicht mit den Rezensionen der Qualitätsjournalisten übereinstimmen. Vielleicht sollte ich das Ding einfach mal kaufen und lesen, um mir selbst ein Urteil bilden zu können.

Die Gründe dafür kannst du beim Spiegel lesen, einfach bei google eingeben.

Weil die Verkaufszahlen nicht mehr ausreichen. Eine Bestsellerliste ist eine Hitliste....

Interessante Frage, die mir Wikipedia  gerade umfassend beantworten konnte.

Der Spiegel-Redaktion ist das Buch politisch nicht genehm, sie möchte es nicht auf diese Art noch "bewerben".

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