Warum wurde die Chilenische Regierung die demokratisch gewählt wurde von den USA gestürzt?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Der Schwerpunkt von Allendes Wirtschaftspolitik war die entschädigungslose Verstaatlichung der Bodenschätze – allen voran der Kupfervorkommen –, die Enteignung von ausländischen Großunternehmen, der Banken und eine Agrarreform, bei der 20.000 km² Fläche in vergleichbar kurzer Zeit von Großgrundbesitzern an Bauern und Kollektive übergeben wurden. Die sozialistische Regierung wollte Chiles wirtschaftliche Abhängigkeit vom Ausland, insbesondere von den USA, reduzieren. 1970 wurden der Kohlebergbau und die Textilindustrie verstaatlicht. Ein Jahr später wurden die noch in (vor allem US-amerikanischem) Privateigentum befindlichen Anteile am Kupferbergbau mit Zustimmung aller Parlamentsparteien enteignet, nachdem bereits Allendes Vorgänger Frei wichtige Schritte hierzu unternommen hatte.  https://de.wikipedia.org/wiki/Salvador_Allende#Wirtschafts-_und_Sozialpolitik

Das störte nicht nur die USA, sondern auch die heimische Bourgeoisie in Chile, die keine Gelegenheit verstreichen ließen, Allendes Maßnahmen zu hintertreiben und die Wirtschaft zu sabotieren.

Danke für den Stern!

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Containment Politik. Es darf nur Kapitalismus geben. Alles was den gefährdet wird, ohne Rücksicht auf Verluste, ausgemerzt.

Das bedeutet nicht, dass Allendes Regierung grundsätzlich besonders glückliche Entscheidungen getroffen hätte. Trotzdem, ein klarer Verstoß gegen die Selbstbestimmung eines Landes.

Wie auch in Guatemala und im Iran.

Südamerika war laut den Abkommen zwischen USA und UdSSR in der amerikanischen Einflusssphäre. Im Westen hat man Kommunisten und Sozialisten auch mit ALLEN Mitteln von der Macht ferngehalten(in D. ist die KPD verboten). So wie im Falle von Chile waren Gewaltanwendung und Umsturz notwendig. Das haben die USA auch getan. Das war die Weltordung des Kalten Krieges.

Es gng nicht um besondere Vorteile. Es ging um die Kontrolle über die Einflusssphäre. Und Südamerika betrachteten die USA immer als ihren Hinterhof.

Warum wurde dann im Iran dasselbe getan? Der Iran im vorderen Asien kann doch wohl kaum zur amerikanischen Einflussphäre gezählt werden. Oder Interventionen in Afghanistan, Korea und Vietnam?

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Weil sie für die USA zu links war:

In den USA wird "links" gleichgesetzt mit "Kommunismus".

Da hat die USA lieber eine Diktatur.

Aber genau genommen, ist das ja nur geheuchelt: Nicht nur weil die USA eine Diktatur im eigenen Land ablehnt, sondern auch, weil sie die Hitler-Diktatur gestürzt hat.

Und in Asien sieht man dann wiederum die Kim Jong Un - Diktatur dann wieder nicht als so schlimm an.

Wie du siehst, können sich die Amis nicht entscheiden, ob sie Diktaturen unterstützen oder ablehnen.

Es ist als ob sie das Eine ablehnen, aber gleichzeitig das Andere woanders unterstützen. Egal ob nun Zustimmung oder Ablehnung der Amis: Es wird immer einen geheuchelten Beigeschmack haben.

Woher ich das weiß:Recherche

Den Amerikanern ist die Staatsform völlig egal so lange ihre wirtschaftlichen Interessen gewahrt werde.

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@Nomex64

Na, wohl eher so: Solange die Interessen gedeckt sind, wird sogar eine Diktatur in Kauf genommen.

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Das hat mit links und rechts oder mit der Staatsform gar nichts zu tun...

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@Maggomarco

Tatsachen kann man zwar leugnen, aber nicht aus den Köpfen der Leute löschen.

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@Jack19X1

Das sind keine Tatsachen. Die Amerikaner kümmern sich nicht um Staatsformen, sondern um unwirtschaftliche Regierungen, die die Interessen der USA bedrohen und da ist die Staatsform unerheblich.

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Weil die Amis dumm waren. Hätten sie die Sozialisten mal machen lassen, dann wäre das Land schneller den Bach runtergegangen als die Sowjetunion und die Amis hätten sich nicht die Hände schmutzig machen müssen. Ich behaupte mal, in beiden Fällen hätte es die Bevölkerung gleich schwer getroffen.

Nein eben nicht, die Bourgoise hatte Angst macht und Wohlstand zu verlieren. Und sie hatten Angst das es tatsächlich eine weltweite Revolution gäben könnte.

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@Leninist99

Die Amis hatten ein Problem mit Allendes Enteignungs- und Verstaatlichungsorgien, weil es auch amerikanische Investoren betroffen hat. Deinen marxistischen Kampfbegriff kannste gerne stecken lassen.

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@Saftsack19

Und jetzt? Das war auch richtig so, das gehört den Chilenern nicht den amerikanischen Unternehmern.

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@Leninist99

Wenn sie Anteile an amerikanische Unternehmer verkauft haben, dann gehörten diese Anteile nicht mehr ihnen. Kurzfristig verfügbares Geld vs. längerfristige Investition. Dass du das nicht verstehst, ist mir aber klar.

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@Saftsack19

Du findest es gut wenn eine kleine Elite alles kontrolliert, möglicherweise sogar gar nicht Einheimische, sondern von weit weg?

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@Leninist99

Wenn du mit "Elite" jetzt Unternehmer meinst, die sich ihren Wohlstand erwirtschaftet haben und jetzt investieren wollen: ja, das finde ich gut. Wenn du damit politische Machteliten meinst, die ihre Macht aufgrund irgendwelcher fadenscheiniger Seilschaften inneben: nein, das finde ich schlecht.

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@Saftsack19

Aber eben nicht so viel wie eigentlich verdient hätten. Das meiste geht an ihm. Aber bitte du kannst gerne aus ausbeuterische Unternehmen in Schutz nehmen.

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@Leninist99

Natürlich bekommt er mehr, das ist doch auch klar. Wer ein Unternehmen gründen will, braucht erstmal eine Idee, die er vermarkten kann. Dann muss er ein großes, initiales Risiko auf sich nehmen. Wirtschaftet er schlecht oder verkalkuliert er sich, fährt sein Unternehmen gegen die Wand und alles ist futsch. Und wenn er es schafft, muss er fortwährend im Wettbewerb mit der Konkurrenz bestehen, sonst geht er auch pleite.

Bei all dem Risiko ist es nur fair, dass er mehr verdient als der kleine Arbeiter. Letztendlich würde sonst auch niemand irgendwas investieren, wenn denn kein möglicher Gewinn das Risiko aufwiegen würde.

Wenn der kleine Arbeiter sich zu schlecht bezahlt fühlt, kann er sich nach einem anderen Arbeitgeber umschauen. So konkurrieren Unternehmen um den Arbeiter, gerade wenn dieser Schlüsselqualifikationen besitzt, die ihn unentbehrlich machen. Und nicht zuletzt kann er auch selbst als Unternehmer tätig werden, so er denn eine Idee hat und das Risiko auf sich nehmen will.

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@Saftsack19

Klar funktioniert perfekt, darum gibts auch keine Armut im neoliberalen Kaptialismus.

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@Leninist99

Weniger Armut und Elend als im real existierenden Sozialismus, soviel steht fest.

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@Saftsack19

Nein überhaupt nicht. Schauen wir uns doch mal Länder mit unreguliertem Kapitalismus an.

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@Leninist99

Fällt mir leider keins ein, dir etwa? Und falls du jetzt mit den USA ankommen willst: Geht's denen soviel schlecht als den Leuten in Venezuela?

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@Saftsack19

Naja Venezuela ist sehr Ölabhängig und nicht sozialistisch. China ist z.b. recht erfolgreich.

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@Leninist99

Richtig, und kein Stück sozialistisch oder gar kommunistisch. Der Staat verhält sich zwar wie ein sozialistischer Allmachtsstaat a la UdSSR, aber lässt der Wirtschaft praktisch freien Lauf. Ansonsten wäre dieser immense Wirtschaftsboom niemals möglich gewesen.

Wenn du wissen willst, wie gut Sozialismus heute wirklich funktioniert, schau nach Nordkorea.

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@Saftsack19

Auch die UDSSR hatte einen massiven Wirtschaftsboom am Anfang mit Sozialismus. Und China ist sozialistisch.

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@Leninist99

Sozialismus funktioniert so lange, bis das Geld der anderen aufgebraucht ist. Hat man Ende der 80er Jahre ja dann gesehen.

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@Saftsack19

Das war wegen Verrat von innen. Wenn Kaptialismus so gut funktioniert warum sind so viele kapitalistische Länder bitterarm?

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