warum wurde buddhismus gegründet?

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4 Antworten

Vollständig kann ich Dir das auch als Buddhist nicht beantworten, lieber Ursus,

aber in Grundzügen und etwas flapsig vereinfacht:

Der "Ur-Buddha" Guatama Siddharta war eine Art Prinz, der sich ein sorgenfreies Leben gönnen konnte.

Das tat er auch, bis er mal aus seinem Schloss rausspazierte und merkte, wie dreckig es den meisten Leuten ging - Je länger er sich das anschaute, desto mehr kam er zur Überzeugung:

"Leben ist leiden (v.a. Geburt, Krankheit, Alter, Tod) - Da muss man was dagegen tun."

Dann hat er viele Dinge ausprobiert und ist lange asketisch geblieben, hat meditiert und ist gewandert.

"Eines Tages" kam ihm die Erleuchtung, dass das Beenden von menschlichem Leid nur durch das Beenden unserer Anhaftungen an den irdischen und menschlichen Dingen möglich ist - und er fand den Weg, wie man das schafft, sich davon zu befreien und damit das Leiden zu beenden.

Dann grübelte er lange: "Soll ich das den Leuten sagen oder nicht? - Glaubt wahrscheinlich eh kein Schwein und is'n Mords-Aufwand und nachher verstehen's die Leute noch falsch und dann is erst Recht alles Essig!"

Doch dann rang er sich durch: "Nein, was den Menschen hilft, muss den Menschen verkündet werden!" - Also hat er damit angefangen und fand rasch Leute, die das gut fanden - und seine Schüler haben dann so nach und nach aufgeschrieben, was sie von ihm gehört haben - und machen bis heute damit weiter (auch wenn die sich zwischenzeitlich in ca. 126 unterschiedliche Richtungen aufgespalten haben)

Ich hoffe, das reicht so als "Einstiegsdroge"?

Der Buddhismus wurde so ungefähr 500 v.Chr. in Indien gegründet.

Am Anfang war das nichts Besonderes, denn in Indien gibt es seit 3000 Jahren ständig Gurus, die sich eine Schar von Jüngern suchen und dann je nach Temperament im Wald oder im Palast wohnen (Sāī Bābā bevorzugte letzteres).

Daß sich aus einem neuen Guru eine langlebige Religion entwickeln konnte, liegt vor allem am desaströsen Zustand des Hinduismus in dieser Zeit (der spätvedischen Epoche). Rituale waren kompliziert und teuer, die emotionale Wirkung der Religion war gering und die Brāhmaṇen benahmen sich wie die Axt im Walde.

Bereits ein paar Jahrzehnte vor dem Buddha hatte Mahāvīr eine neue Religion gegründet (der Jainismus existiert auch heute noch, aber nur in ein paar Ecken Indiens). Beide sind sich insoferne ähnlich, als sie sich auf den einzelnen konzentrieren und jedem aus seiner eigenen Kraft den Weg zur Erlösung ermöglichen, auch ohne teure Zeremonien und „Unterstützung“ durch die Brāhmaṇen.

Offenbar war diese Ausrichtung ein funktionierendes Geschäftsmodell, denn beide Religionen wuchsen rasch an und verdrängten den Hinduismus auf eine Nischenposition in Indien. Erst viel später (≈500 n.Chr.) konnte der Hinduismus sich so weit reformieren, daß er wieder attraktiv wurde. Heute gibt es in Indien nur noch ein paar Millionen Jains und überhaupt keine Buddhisten (außer Immigranten oder Neukonvertiten).

Du darfst dir das nicht so vorstellen als hätte jemand irgendwann mal Langeweile gehabt und sich dann gedacht : " gründen wir mal eine Religion."
Der Buddhismus ist auch nicht von einem auf den anderen Tag entstanden...welche Gründe allerdings dahinter stecken kann ich dir nicht sagen.
LG

der Buddha hat nichts gegründet. Es war als junger Mann angewidert vom sinnlosen Leben: geboren werden, gross werden, arbeiten, kämpfen, fressen, saufen, sex, alt werden, krank werden, draufgehn. ER irrte 7 Jahre durch Nordinden voller Verzweiflung und probierte zig verschiedene spirituelle Lehren aus, die ihm alle nicht wirklich raushalfen. Eines Tages sass er unter dem Feigenbaum in Bodh-Gaya, machte seine Übungen und ganz jäh durchfuhr ihn die Erleuchtung wie ein seelischer Vulkanausbruch. Er wollte fortan an ein bescheidenes Leben als Wanderer führen und seine Erkenntnisse für sich behalten. Da verstellte eine Königskobra ihm den Weg, verneigte sich vor ihm und bat ihn, sein hart erkämpftes Wissen mit den anderen leidvolles Wesen zu teilen. Und so entschloss er sich, Schüler anzunehmen und auszubilden. Auch Laienanhänger nahm er an, lehrte sie, und sie versorgten die Mönchsschar im Gegenzug mit Spenden: Nahrung und Unterkünfte für die Regenzeit.

Buddha selbst sah sich als Seelenarzt, als Guru und Versenkungsmeister - nicht als Religionsstifter oder Gründer von irgendwas.

Rosenblad 24.05.2016, 20:44

Besser steht es bei Thich Nhat Hanh "Wie Siddhartha zum Buddha wurde : eine Einführung in den Buddhismus " ( 8. Aufl., Bielefeld : Theseus-Verl., 2013, 559 S.) auch nicht.

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