Warum würde in Deutschland jemand wie Donald Trump nicht Bundeskanzler werden?

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13 Antworten

Lieber Tornado,

ich will dich (und natürlich auch jeden anderen) ganz gewiss nicht verunsichern, aber was macht dich so sicher, dass nicht auch hierzulande die politische Situation sich ganz rasch ins negative verkehren kann, bzw. seit Jahren bereits ein penetrantes Nachrücken der rechten Szene zu beobachten ist ?

Ich beobachte schon lange die nachrückenden Generationen, und da fällt mir vieles auf, was zu den Basiselementen gehört, um einer rechtsradikalen und diktatorisch geprägten Denkweise neue Wähler zuzuspielen - immer wieder geht es darum sich die wachsende Angst und Naivität der Menschen zunutze zu machen.

Richtig aufgefallen ist mir das erstmals 2011, und nach dem Tsunami in Fukushima / Japan. Damals rannten alle direkt in die Apotheken um sich mit Jodtabletten zu versorgen. Einer hatte im Internet irgendwo getönt, und sofort sind die Massen direkt drauf angesprungen und diesem Anstifter gefolgt. Und dieses Beispiel ist ja so gesehen ein fast harmloses, gibt da doch inzwischen ganz andere Kaliber. Lass in irgendeiner Stadt unseres Landes wieder eine Auffälligkeit bzgl. des Asylantenthemas sein - du kannst fast die Uhr danach stellen, dass es anschließend wieder irgendwo brennt.

Und der Ablauf ist immer der gleiche, einem passt was nicht in den Kram, also verbreitet er über Internet und die anderen hierzulande zur Verfügung stehenden Medien, dazu seine Meinung. Es spielt dabei auch keine Rolle ob man vorher nochmal nachdenkt - nein, je unreflektierter man hier vorgeht, um so eher bekommt man dann doch bei Facebook und in den anderen Gruselkabinetten das was man begehrt - ein "like-it" - und je mehr man davon hat, desto beliebter und schlauer ist man dann ja schließlich.

Zumindest denken das viele, und somit ist auch der Stress weg, mehr als nur einen Hauptschulabschluss zu erreichen und sich fit und geistig wach zu halten - nein,die Devise lautet stattdessen : entweder mit Sixpack oder mit Pizza ab aufs Sofa, Internet und die Kasperlebühnen aufrufen, und dann wird dem Sammeltrieb gefrönt - jawoll, wieder ein "like-it" - boah, was bin ich cool !

Lieber Tornado, so sehr ich an dir mag, wie gutgläubig und voller Liebe zum Leben du doch bist - pass gerade deshalb gut auf dich auf, und halte deine Sinne wach und offen.

deine alte Freundin, die Maerzkatze

Torrnado 04.06.2016, 10:35

vielen lieben Dank für Deine aufschlussreiche Antwort !  :)  lg

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Maerzkatze 04.06.2016, 16:59
@Torrnado

sehr gerne, und ich bedanke mich für den kleinen Funkelstern :-)

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Hallo!

Die Deutschen denken doch etwas differenzierter & sind anders als die oberflächlichen, leicht beeinflussbaren Amis in der Lage, Dinge tiefergründig zu sehen. Von daher würde jemand die Donald Trump bei uns allenfalls eine Randerscheinung für Frustwähler bleiben bzw. über den Status eines Außenseiters, der Klientelpolitik der nicht mehrheitsfähigen Sorte betreibt, nicht rauskommen.

Den Amis muss man leider unterstellen, extrem mediengesteuert zu sein, nochmals entertainmentorientierter als Europäer und zudem von ihrem Gedankengut her oberflächlich und kurzsichtig. Dass jemand so Unfähiges wie Trump tatsächlich Stimmen sammelt, ist doch der beste Beweis dafür.. auch dass George W. Bush wiedergewählt wurde (2004/2005?) war doch schon ein Beispiel.

Als Diktator sehe ich Trump nicht an, aber insofern als Gefahr, weil er einfach inkompetent ist & nur hohle Phrasen in den Raum wirft. So jemand kann man nicht wählen. Und die Deutschen wissen das genau!

Weil man die Wahlsysteme nicht miteinander vergleichen kann.

Wahl der Bundeskanzlerin

Alle vier Jahre entscheiden die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands neu über ihre Vertretung im Parlament, dem Deutschen Bundestag. Der Bundestag entscheidet dann darüber, wer an der Spitze der Bundesregierung stehen soll.

Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler werden kann, wer mindestens 18 Jahre alt ist und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Ein Mandat im
Bundestag ist dagegen nicht nötig. Der Bundespräsident schlägt nach
Gesprächen mit den Bundestagsfraktionen eine Kandidatin oder einen
Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers vor. (Im Grundgesetz ist nur
die männliche Form genannt, natürlich ist damit immer auch eine
Bundeskanzlerin gemeint.)

Allerdings ist folgendes zu beachten:

Bundespräsident – Repräsentant und Staatsoberhaupt

Gehen Sie von der politischen Rangfolge aus, ist der Bundespräsident
höher angesiedelt, als der Bundeskanzler. Der Präsident ist das
Staatsoberhaupt in Deutschland.

weil er kein wirkliches Wahlprogramm hat sondern nur einen an Reihung von surrealen Ideen, was er wirklich tun würde un deshalb glaube ich nicht das ihn irgendjemand in Deutschland wirklich wählen  würde in Amerika ist er erfolgreich , weil er schon vorher eine gewisse Prominenz hatte und einfach Unterhaltend wirkt

Die Diskussion, ob Trump nun aufgestellt, und danach gewählt wird, müssen wir einfach verfolgen. Die ganzen Vorhersagen zum Thema haben sich schon häufig als falsch herausgestellt.

Allerdings machst du eine Aussage, die zu bedenken ist:

.....die USA hat ja auch ein Regierungssystem und sie bezeichnen sich als " Demokratie "....

Du unterstellst, dass die Wahl bisher nicht demokratisch abgelaufen ist.

Findest du es wirklich demokratisch, dass der Kanzlerkandidat und der Präsidentschaftskandidat von politischen Parteien in Hinterzimmern ausgekungelt werden? Wieviel Einfluss haben die Deutschen tatsächlich auf ihren Kanzler(Kandidat)? Wir überlassen das alles schön den Parteien. Wer nicht Mitglied ist hat keine Möglichkeit mitzubestimmen, wer aufgestellt wird.

Man könnte sagen, an diesem Punkt scheint das System in den USA "demokratischer" zu sein. Dort bestimmen die Wähler mit, wer überhaupt antritt.

lupoklick 12.06.2016, 18:04

Sicher, die Parteimitglieder haben das Wort. Aber die Kandidaten brauchen für ihre Kampagne einen etliche Millionen Dollar langen "Atem"....   ob das für Deutschland in Frage kommt ("Parteispenden")  .... ???                                    .... und Trump hat außer diesem NICHTS außer primitivstem Hass zu bieten

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stufix2000 12.06.2016, 20:20

Ich habe ja nur zu bedenken gegeben, dass eine Form der Demokratie ist, den Kandidaten durch alle Parteimitglieder bestimmen zu lassen.

Herr Trump macht sich die große Enttäuschung der Menschen zu Gute. Zu einem großen Teil tragen die Etablierten selbst dazu bei.
Überall geht es nur ums Geld, Skandale, Begünstigungen von Superpacks und Kungelei zwischen mächtigen Lobbyisten und der Politik, usw.
Er behauptet, nicht aus dem politischen Establishment zu kommen und unabhängig zusein. Wobei das natürlich nicht stimmt, sich aber sich gut verkauft.

Einfache Antworten sind leider weltweit auf dem Vormarsch. Siehe Polen, Ungarn, Türkei, AFD, Le Pen usw.

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Trump und Sanders sind in den USA derzeit nur so erfolgreich, da sehr viele Menschen dort nicht mit dem bisherigen System zufrieden sind.

Ich bin mir nicht so sicher, ob Trump in Deutschland so chancenlos wäre.

Auch hierzulande gibt es viele sogenannte ,,Protestwähler''. Wo sollen sonst die ganzen Stimmen für die AfD herkommen? Auch hier sind viele Menschen unzufrieden.

In so einer Situation sind die Menschen nicht mehr zugänglich für rationale Lösungen. Da ziehen einfache Lösungsansätze, die praktisch gar nicht umsetzbar sind, manchmal besser.

Als ob man die USA oder Deutschland komplett abschotten könnte, indem man die Grenzen dicht macht.

In Mini-Form wäre es fast OSKAR LAFONTAINE geworden. Er wollte die DDR als AUSLAND anerkennen . und das hätte die Wiedervereinigung auf St, Nimmerlein verschoben,,,, und den westlichen "Freunden"  (außer Bush senior) wegen des Wegfalls des Innerdeutschen Handels ein wohlgefälliges Grinsen unter die Nase gezaubert.....

Angesichts der breiten Zustimmung zur AfD und des Umstands, dass auch vernünftige Leute sich selbst nach den jüngsten Verunglimpfungen von Boateng und Özil weigern zu glauben, dass es sich bei denen um faschistoide Rassisten handelt, halte ich das auch in Deutschland wieder für möglich.

Warte mal ab, wenn nächstes Jahr nach der Wahl in Frankreich der Euro platzt und es den Leuten langsam dämmert, wie toll es sich ohne Gemeinschaftswährung in einem Billiglohnland lebt, das auf Exporte angewiesen ist.

Es müsste sich nur jemand finden, der die richtigen Knöpfe genau so virtuos drückt wie Trump. So einen hat die AfD halt bislang nicht.

Wie die Zustimmung für Trump zu Stande kommt:

https://www.gutefrage.net/frage/warum-stimmen-viele-fuer-trump?foundIn=list-answers-by-user#answer-208042619

Die Gefahr bestand 1990, als Oskar Lafontaine, von Sozis angehimmelt, Kanzler werden wollte.

  Doch die von ihm nicht gewünschte Wiedervereinigung versalzte sein Süppchen...

Weil Trump kein Diktator wird.
Selbst wenn er Präsident wird hat er das komplette Repräsentantenhaus gegen sich, und wird kaum ein Gesetz durchbringen können

Weil die Deutschen nicht so dumm sind wie die Amerikaner

Weil wir in deutschland an Beispielen wie Hitler daraus gelernt haben.

kolmappierkolle 03.06.2016, 15:25

Gelernt nicht (siehe Popularität der AfD und NPD), allerdings sind die Deutschen generell vorsichtiger, wenn es um solche Diktatoren/Einzelkandidaten geht, eben wegen der Vergangenheit.

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Rilotex 03.06.2016, 15:31
@MickyFinn

Wahrscheinlich das die AfD Rechts orientiert ist?

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LordPhantom 03.06.2016, 16:35

*rechtsradikal

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lovelyyounggirl 03.06.2016, 18:44

trotzdem hat afd nichts mit hitler zu tun. Denn solche parteien gibts in jedem demokratischen land. Und übrigens sind rechtsradikale parteien zurzeit in ganz europa im aufschwung,in Polen und Ungarn bilden sie sogar die regierung

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Einen Donald Duck Trump gibt es noch nicht in Bundesrepublik
Wir haben den Hofreiter

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