Warum wollte Hitler reinrassige Deutsche, obwohl er selber keiner war?

6 Antworten

Hitler hatte mittelbraune Haare und blaue Augen. Von seinen leuchtend blauen Augen berichten mehrere Zeitzeugen.

Kirsten Flagstad auf die Frage, ob sie Hitler begegnet sei:

Yes, and he had such wonderful blue eyes.

Winifred Wagner:

Das Auge war vor allen Dingen ungeheuer anziehend, ganz blau und ein großes, ausdrucksvolles Auge.

Hitler hatte in seinem Kabinett einige Braunäugige, unter anderen Joseph Goebbels, Albert Speer und Martin Bormann. In seinem Testament ernannte er Goebbels zum Reichskanzler und den ebenfalls braunäugigen Karl Dönitz zum Reichspräsidenten. Sie alle galten als „deutschblütig“. Auf Rassetafeln für den Rassenkunde-Unterricht waren sechs „deutsche Rassen“ (Rassen im deutschen Volk) abgebildet. Drei davon hatten blaue Augen und blonde Haare (nordisch, fälisch, ostbaltisch), die anderen drei braune Augen und dunkle Haare (ostisch, dinarisch, westisch).

Hitler fordert in Mein Kampf (Band 2) die „Erhaltung und Förderung der unverletzt gebliebenen edelsten Bestandteile unseres Volkstums“, d. h. der „große[n] unvermischt gebliebene[n] Bestände an nordisch-germanischen Menschen“ (S. 29). Es fehle dem deutschen Volk „jener sichere Herdenstinkt, der in der Einheit des Blutes begründet liegt und besonders in gefahrdrohenden Momenten Nationen vor dem Untergang bewahrt“ (S. 27 f.). Der deutsche „Überindividualismus“, den Hitler auf das „Nebeneinander unserer unvermischt gebliebenen rassischen Grundelemente verschiedenster Art“ zurückführt, habe „uns um die Weltherrschaft gebracht“ (S. 28).

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@Ted007

Dazu muss man wissen, dass den Rassen charakterliche Merkmale zugeschrieben wurden. Am besten kam die nordische Rasse weg; sie galt als ehrlich, treu, mutig usw.

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"Reinrassisigkeit" lässt sich nicht unbedingt an den Augen und Haaren festmachen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Doch schon. Asiaten haben auch meistens Schwarze haare und Braune Augen aber bei denen kann man schwer erkennen ob jemand aus der Familie kein Asiate war weil dunkle haare und dunkle Augen meistens weiter vererbt wird

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@Dragonboy44

Es kam aber mehr auf den Stammbaum an. Dass alle zurückliegenden Verwandten Arier waren und zum Beispiel keine Juden.

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@Dragonboy44

Wenn Du dann noch das "auch" streichst, dann ist es ganz in Ordnung.

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Den Begriff des "reinrassigen Deutschen" gab es so nicht. Nach der NS-Ideologie besteht das deutsche Volk aus sieben Rassen. Nur eine davon ist blond und blauäugig. Außerdem ging man sehr wohl davon aus, daß sämtliche Rassen nicht "reinrassig" sind.

»Eine Rasse stellt sich dar in einer Menschengruppe, welche sich durch die ihr eigene Vereinigung leiblicher Merkmale und seelischer Eigenschaften von jeder anderen (in solcher Weise zusammengefaßten) Menschengruppe unterscheidet und immer wieder nur ihresgleichen zeugt.
Eine Rasse ist also eine in sich  erbgleiche Menschengruppe. - Wer sich in solcher Weise das Wesen der Rasse vergegenwärtigt hat, der muß gleich einsehen, daß es kaum möglich sein wird, eine Rasse irgendwo auf der Erde als geschlossene Menschengruppe aufzufinden. Die zu einem Volke durch gleiche Sprache, durch gleiche Sitten oder gleichen Glauben verbundenen Menschengruppen der Erde stellen mit kaum einer Ausnahme  Rassengemische dar, nicht Rassen« [Hervorhebungen im Orininal]

Quelle: Hans F. K. Günther, "Kleine Rassenkunde des deutschen Volkes".

Günther war der führende Ideologe der NS-"Rassenkunde".

Nur eine davon ist blond und blauäugig.

Drei davon (nordisch, fälisch, ostbaltisch).

Außerdem ging man sehr wohl davon aus, daß sämtliche Rassen nicht "reinrassig" sind.

Günther schreibt, alle Völker seien mit kaum einer Ausnahme Rassengemische. Eine Rasse an sich sah er als reinrassig an.

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@Ted007
 Günther schreibt, alle  Völker seien mit kaum einer Ausnahme Rassengemische.

Er schreibt, eine Rasse sei kaum irgendwo als geschlossene Menschengruppe aufzufinden. Und die Völker bestehen aus Rassengemischen, nicht Rassen.

Es ist vielleicht etwas mißverständlich. Die einzelnen Rassen existieren als Idealtyp, aber Günther wird nicht ernsthaft gemeint haben, die Rassen seien alle reinrassig. Sonst würde er nicht Bezeichnungen wie "vorwiegend ostbaltisch" benutzen. Wenn es "vorwiegend" ist, muß da noch ein anderer Anteil vorhanden sein. Er weist darauf hin, daß auch außereuropäische Einflüsse einwirkten, (Zitat:) "die dann bei ihren mit deutschen Frauen gezeugten Nachkommen deutlicher zutage getreten sind". Von daher ist Rassenvermischung auch nach Günther unvermeidlich. Die Völker bestehen daher nicht aus Rassen, sondern aus Rassengemischen.

Drei davon (nordisch, fälisch, ostbaltisch).

Ja, mehr oder weniger.

  • nordisch: blau, blaugrau oder blau
  • fälisch: hell, vielleicht eher zu Grau als zu Blau neigend
  • ostbaltisch: grau, graublau, weißblau, oder blau, seltener eigentlich blau, häufiger ins Graue oder Weißblaue spielend

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Der Begriff "Rasse" ist ganz anders gemeint als das, was diejenigen darunter verstehen, die sagen, daß menschliche Rassen gar nicht existieren.

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Was er ist, ist doch egal. Er wollte halt eine "Herrenrasse" (aus "Wikingern", die fand er wohl toll) schaffen. War eine fixe Idee von dem. Er wäre der "Schöpfer" gewesen....

Die Rassenideologie, der Hitler anhing, ging davon aus, dass es keine reinrassigen Gruppen gab, sondern nur gemischte. Eine "deutsche Rasse" gab es in dieser Ideologie übrigens nicht, sondern nur eine arische, die keineswegs nur blond und blauäugig war; im Gegenteil: die fiktive arische Rasse, auf die man sich berief, war überhaupt nicht blond und blauäugig, aber solche Widersprüche störten die Nazis, deren Ideologie ja nur aus Widersprüchen bestand, in keiner Weise. Den Rassefanatikern, denen sich Hitler anschloss, ging es darum, die arische Rasse durch "Ausmerzen" fremder Rassenmerkmale zu verbessern. Dass die deswegen ermordeten Juden in vielen Fällen laut "Rassenkunde" weit arischer waren als ihre Mörder, war einer der vielen Widersprüche dieser absurden Ideologie.

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