Warum wollen so viele Medizin studieren und dann nicht Mediziner werden wollen?

15 Antworten

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Medizin:

Aus meiner Sicht immer noch einer der interessantesten Berufe mit einer gradezu riesigen Bandbreite an Tätigkeiten / Möglichkeiten:

vom Psychotherapeutisch tätigen Psychiater über den Radiologen, Internisten bis zum Unfallchirurgen und Pathologen teils sehr unterschiedliche Bereiche mit sehr viel bis sehr wenig Patientenkontakt.

Aber:Immer noch zu steile Hierarchien (da ist man in Skandinavien deutlich weiter) mit entsprechend häuflig unzureichendem "Betriebsklima", dazu viele (meist unbezahlte) Überstunden und zunehmend auch "Versicherungsmedizin" (meint: bestimmte Maßnahmen werden durchgeführt, nicht weil sie einem besonders sinnvoll / erforderlich scheinen, sondern weil man sich vor allfälligen Klagen von Angehörigen / Anwälten / Patienten absichern will.

Niederlassung ist für viele ein Ziel, weil dort unabhängiger gearbeitet werden kann, aber die Hürden für die Zulassung (Niederlassungsbeschränkungen) sind hoch...

Danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Du meinst sicher die verschiedenen Facharztausbildungen nach dem Studium wie ärztlicher Psychotherapeut usw.

Wie ist es denn in Skandinavien?

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@IchWissen

Ja, ich meinte die verschiedenen Facharzt-Gebiete, darüber, daß das Studium sehr breit gefächert ist, und noch keine Spezialisierung ermöglicht / erfordert, wurde ja bereits hinreichend geschrieben.

Es empfiehlt sich ja, nach dem Studium eine Facharzt-Weiterbildung zu machen, ist zwar nicht vorgeschrieben, aber ohne FA keine Kassen-Niederlassung.

In Skandinavien (ein Freund und Studienkollege arbeitet seit vielen Jahren in DK) sind die Hierarchien flacher, z.T. ist der Chefarztposten komplett entfallen, daher eher weniger Profilneurotiker.Allerdings ist das Einkommen -außer in Norwegen- eher geringer als in D, dafür gibts aber auch meist weniger Überstunden, insgeseamt halt eher Familien-verträglich und erkennbar streßärmer. Regelmäßig werde ich gefragt, wieso wir (hier in D) das nicht geändert kriegen, bzw. noch nicht alle ausgewandert sind...

Nichtsdestotrotz ein spannender, abwechslungsreicher und auch erfüllender Beruf, und wenn man kein Exotenfach wählt, kann man auch mal für mehr oder weniger lange Zeit mal ins Ausland gehen, um dort, z.b. im Entwicklungsdienst, neue Perspektiven zu sehen.

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@beamer05

Insgesamt wurde meine Frage hier nicht wirklich beantwortet. Aber Deine Antwort und Deine verteilten Beiträge insgesamt haben mir am Besten gefallen.

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@IchWissen

Vielleicht hättest du in deine Ausgangsfrage nicht sooo viele Fragen einbauen sollen, sondern diese vll. auf mehrere einzelne Fragen verteilen, dann hätte man vll. eher / einfacher darauf eingehen können.

Anyway, Dank fürs 'Sternchen'

...Und Physik ... hätte mich auch interessiert, mochte aber Mathe nicht sooo sehr.

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@beamer05

Sollte ich noch mal 20 Einzelfragen stellen....?

:-D

Physik und Medizin lässt sich doch wunderbar vereinigen. Medizinphysiker werden gesucht!

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Man kann beides. Einmal die abgerissenen Gliedmaßen wieder annähen und auch die Sorgen eines Tumorpatienten besprechen. Beides gehört dazu. Man hat einfach keine Wahl.

Ein langer, dornenreicher Weg - über lange Strecken unterbezahlt. Die Ideale gehen meist unterwegs flöten. Heutzutage schaffen es fast nur noch fleißige Lieschen, den Stoff in der geforderten Zeit auswendig zu lernen.

Danke für Deine Einschätzung. Kennst Du die Inhalte eines Medizinstudiums?

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@Harald2000

Das ist schon schön für Dich

:-D

Könntest Du uns dann ein wenig an Deinen Informationen und Kenntnissen teilhaben lassen und noch ein bisschen mehr erzählen?

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@IchWissen

Hier Daten für eine Meinungsumfrage zu sammeln, ist wohl nicht sehr aussichtsreich.

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