Warum wollen Menschen ein Leben danach?

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10 Antworten

Als Überschrift könnte man Martin Heideggers Ausspruch wählen:
"Das Sein zum Tode ist wesenhaft Angst".

Der Tod mordet das Leben und zeigt uns das völlige Verlieren und Verloren-Sein, das Hinaus-fallen aus dem Leben – ja wohin denn und in was?

Und da sind wir wieder bei der Angst zum Tode hin:
"Bestimmend für das Seins-Verständnis des Menschen ist in erster Linie ein Phänomen, das sich durch die ganze Menschheitsgeschichte hindurch zieht und das uns möglicherweise mehr als alle wissenschaftlichen Erklärungen Aufschluss über die Verfassung des Menschen geben kann : die Angst. "(Gion Condrau „ Der Mensch und sein Tod“, 1991, S.75).

Es ist die Angst vor dem Hin-gehen in das Unfassbare, in das Helle das im Dunkler zu werden scheint, bis es ganz Finster wird und ganz Toten-still. Es ist auch die Angst vor dem Vergessen, wenn wir aus diesem Leben verschwunden – obwohl doch der Mensch sich und alle anderen schon im Leben längst vergessen hat um zu vergessen, das er vergessen hat zu leben, den solange der Mensch lebt geht ihm der Tod nichts an und solange ihm der Tod nichts angeht, geht ihm auch das Leben nicht viel an.

Die Angst kann zudem in eine Angst vor dem Tod in seiner Abstraktion (das Ungewisse, die Sorge um die „Zurückgebliebenen“, dann die Auflösung aller diesbezüglichen Beziehungen, Bedeutungen, Träume, Ziele, Erfülltheiten, des Erreichten und auch nie Erreichten und Vollbrachten sowie der unsäglichen Leere die mit dem Tod plötzlich sichtbar wird), es ist die Angst vor dem Tod geliebter Menschen (und der Leere die diese zurücklassen und den mit ihnen plötzlich zerbrechenden Träumen, Hoffnungen, Zwecke usw.)und es ist die Angst vor dem Sterben (wie man stirbt- mit Schmerzen, in Hilflosigkeit und Abhängigkeit oder in furchtbarer Todesangst)

Religion ist eines der (institutionalisierten) Ent-gegnungsmittel, die der Mensch sich in das Leben gestellt hat, um dem ihn verhöhnenden Grinsengesicht des Todes mit einen ganzen Maskenkostüm im Widerwort zu antworten – manchmal und allzu oft mit skurrilen und manchmal (wie im islamischen Jungenfrauenpuppenhaus viel zu spät pubertierender Kretins ) auch psychotischen "Antwortverheerungen".

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Dass Du es nicht verstehst, kann man lesen. Man kann sogar lesen, dass Du es erst gar nicht verstehen willst. Und wenn Moslems mit ihrem Paradies dadurch unaktiv sind, dann möchte ich nicht ihrer bombenden Unaktivität zum Opfer fallen oder unaktiv meinen Kopf verlieren. Köpfe abschlage ist nämlich höchst aktiv. Du hängst da in einigen fixen und unrealistischen Gedanken fest. Warum Menschen an ein Leben danach glauben, in unterschiedlichsten Annahmen und das weltweit, hat fast soviele Gründe, wie es Menschen gibt. Darauf gibt es keine platte, einfache Antwort.

Der Gedanke, dass es kein Leben nach dem Tod gibt, dass wir uns nicht durch Sorgen darüber unser aktuelles Leben vermiesen sondern unser Leben hier und jetzt möglichst positiv gestalten ist ur-epikureisch und wenn Du die Bibel genau liest, gab es auch im alten Judentum gläubige Juden, die nicht an ein Leben nach dem Tod geglaubt haben. So neu ist das also gar nicht. Aber es konnte sich nie durchsetzen. Ob es die Angst ist vor einem endgültigen Ende oder die Sehnsucht, irgendwo etwas Besseres zu finden oder weiß der Kuckuck was ist, alle diese Motive im Bereich des Hoffens, des Sehnens, des Fürchtens und des religiösen Glaubens sind offensichtlich stärker. Ich bin Epikureer, aber ich habe nur Freunde und Bekannte, die irgendwo an eine Art Weiterleben nach dem Tod glauben. Die einen fahren halt gern Mercedes, die anderen BMW. Es gibt nicht für alles eine rationale Erklärung. Man kann es nur zur Kenntnis nehmen und zusehen, dass es nicht stört.

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Kommentar von Philosoph420
01.12.2016, 15:45

Sehr gute Antwort.

Besonders der obere Abteil gefällt mir sehr haha.  Diese Art von Moslems sind natürlich der aktive part.  Ich redete aber eher von den alten Sesseldurzer die hier nur ihre zeit abwarten und tee trinken.

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Glauben ist eine eigenständige Welt, in der ganz andere Bedingungen gelten als in der vermeintlich realen Welt. Wer es verstehen will, der muß auch die ganz anderen Bedingungen als Maßstab anlegen - aber wer kann das schon?

Doch auch die reale Welt hat ihre Glaubenstücken. Seit zigtausend Jahren glauben menschen an eine zukünftige rundum friedliche Welt, trotz des Wissens, daß dieser Frieden aufgrund des menschlichen Wesen wohl nur eine Illusion bleibt.

Aber sollte man deswegen damit aufhören, auf den Frieden zu hoffen, und stattdessen alle seien Probleme lieber mit Bomben lösen, weil das so viel "realistischer" ist?

Eine Besonderheit des Menschen ist es, sich zwecks Wohlfühlens verschiedene Welten gleichzeitig aufzubauen, die reale, mit der man irgendwo klarkommen muß, und die Welten des Glaubens und des Kopfkinos, die ziemlich regelmäßig auch der Erholung vom Streß der Wirklichkeit dienen. Wem es nützt, dem tut es auch dann gut, wenn andere es anders sehen.

Zum Problem wird das alles erst dann, wenn einige meinen, daß alle anderen es gefälligst ebenso zu sehen haben wie man es selbst sieht.

Seltsam ist jedoch, daß so viele Menschen irgend etwas für "ausgemachten Schwachsinn" halten oder auch für die "absolute Erkenntnis", obwohl doch jedem mit einem Minimum an Verstand ausgestattem Menschen klar ist, daß ein Tischler es für schwachsinnig halten muß, wenn ein Schlosser versucht, mit einer Holzsäge  einen Stahlträger zu kürzen, nicht aber, wenn er es mit einer Flex oder einer Stahlsäge versucht.

Das bedeutet, daß Glaubensinhalte besser von den betreffenden Gläubigen auf Plausibilität geprüft werden sollten, und nicht von denen, die meinen, daß atheistischew Denken das richtige Werkzeug dafür wäre. Umgekehrt gilt natürlich dasselbe.

Alles das vorstehend Genannte spielt meiner Ansicht nach auch beim Glauben an ein Leben danach eine Rolle.

Wer einen schönen Ausflug gemacht hat, wünscht sich mitunter auch ein gepflegtes Mittagessen danach. Ob sich dann auch eine passende Gaststätte findet oder nicht, kann zweifelhaft sein. Manch einer wird vielleicht vergeblich darauf hoffen, und andere werden vielleicht fündig. Wieder andere glauben von vornherein nicht, daß es in der Nähe eine Gaststätte gibt und begnügen sich stattdessen mit der gewohnten Hausmannskost in den eigenen vier Wänden.

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Wenn das Leben schlecht läuft, will man eine zweite Chance haben. Läuft es gut, möchte man, dass das gute Gefühl länger anhält.

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Vielleicht um Trost zu finden, zum Beispiel bei geliebten Menschen und die Hoffnung sie wiederzusehen. LG

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Kommentar von Philosoph420
01.12.2016, 14:21

Man sollte in schönen erinnerungen schwelgen und sich nicht kaputt machen mit dem Gedanken ob man ihn/sie wieder sieht

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Kommentar von SirEasy
01.12.2016, 14:22

Jeder Mensch verarbeitet solche Situationen anders, soetwas zu pauschalisieren funktioniert nicht. Für manche mögen schöne Erinnerungen genügen, für manche aber auch nicht.

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Warte erst mal ab, bis du an der Schwelle des Todes stehst, hoffentlich erst im hohen Alter! Dann wirst du anders reden. Du wirst dann Angst haben und gerne an eine Fortsetzung des Lebens im Jenseits glauben. -

Du bist ein typischer Atheist, der die Dinge (notgedrungen) rein rational betrachtet. Doch die Ratio ist ein sehr unzuverlässiges und äußerst eingeschränktes Erkenntnisinstrument. Sie kann dir noch nicht einmal richtig sagen, wie es im Leben so zugeht. Sicher hast du dir - rein rational
(versteht sich) - schon Gedanken gemacht, dass das Leben für dich so
wunderschön verlaufen wird.

O Je, wie bist du auf dem Holzweg. Die Ratio gaukelt dir vor, wenn du alles schön (rational) richtig machst, kann nichts schief gehen. Doch du musst erst mal die „Dinge des Lebens“ erlebt haben, dich von ihnen gewissermaßen „anfassen“ lassen, dann erst weißt du, was das Leben eigentlich ist, und du merkst dann, wie die Ratio dich in die Irre geführt hat.

Schon mal etwas von Lebenskampf, Kampf ums Dasein gehört? Lies mal Philosophen wie Schopenhauer und Nietzsche, die dir mit starken Belegen und Beweisen klarmachen, wie gefährlich, wie mühsam und anstrengend
das Leben ist. Oder bist du mit einem goldenen Löffel im Mund geboren? Auch dann wird von die Persönlichkeit, Kampfbereitschaft und Durchsetzungskraft verlangt. Und wenn du keine Talente hast, wirst du es, auch wenn du reich bist, schwer haben.

Die Ratio weiß davon nichts; erst das unmittelbare (gefühlsmäßige) Erleben und die Weisheit der Philosophen, aus denen du dann deine (richtigen)
rationalen Schlüsse ziehen musst - immer in Verbindung mit eigenem
Erleben - lassen dich klüger werden.

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nicht jeder hat das glück die Schätze dieser Erde auszukosten, eigentlich leben wohl die meisten im Hansterrad gefangen...

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Weil sich viele Leute als wichtig und einzigartig ansehen und nicht akzeptieren können, dass das Wunder der Natur eines Tages ein Ende haben soll.

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Menschlicher Glaube versetzt Berge 

Jeder soll leben glauben wie er es für richtig hält 

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Kommentar von Philosoph420
01.12.2016, 14:12

Naja diese Antwort befriedigt mich nicht.

Was ist der Hauptfaktor das man davon so überzeugt ist? Oder ist es nur Dogmatismus.....

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Kommentar von Garfield0001
01.12.2016, 14:55

Shany... Ändert nix, das evtl etwas falsch ist im Leben. Und dann kommt evtl das große gezeter hinterher.

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Weil sich ein Mensch das "Nichts" nicht vorstellen kann/will.

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Kommentar von Garfield0001
01.12.2016, 14:54

Ich glaube an ein Leben danach. Und trotzdem kann ich ein 'Nichts' akzeptieren

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