Warum wollen immer wenige junge Menschen eine Handwerkliche Ausbildung absolvieren wie Bäcker, Maurer,Fleischer,Dachdecker Ist der Verdienst so schlecht?

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6 Antworten

Weil lange Ausbildungen und ein später Berufseinstieg immer akzeptierter sind, Menschen sich immer mehr selbst verwirklichen, statt nur arbeiten wollen, ein Abitur immer leichter zu erreichen ist - und ja, weil der Verdienst einfach sehr schlecht ist, wenn man sich nicht sehr ins Zeug legt.

Es liegt nicht nur am Verdienst. In vielen Handwerksberufen kann man als Berufseinsteiger nach 3 Jahren Ausbildung schon über 15 € pro Stunde verdienen.

Vielmehr dürfte die mangelnde Akzeptanz und Vorurteile ausschlaggebend sein.

Wer will sich heute noch körperlich betätigen oder sich die Hände schmutzig machen?

Jugendliche wollen nicht körperlich arbeiten und früh aufstehen, obwohl man sich in diesen Berufen auch selbstständig machen kann. 

Was soll am Selbstständig-Machen so vorteilhaft sein?

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@DieKatzeMitHut

Wer kann als Angestellter Handwerker wohlhabend werden?

Ein Handwerksmeister verdient als Angestellter um die 5.000,- Brutto, als Unternehmensleiter evtl. 10.000,-.

Selbständige Handwerker, die ein "Händchen" für Geschäft haben können Millionär werden.

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@DieKatzeMitHut

Kein Chef, keine Abhängigkeit, was du erwirtschaftet, gehört auch dir, freie Zeiteinteilung. Mir fällt da schon einiges ein.

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Die Bauberufe sind hart und nicht sehr gut bezahlt.

Bäcker müssen früh aufstehen. Fleischer ist auch ein harter Beruf.

Die Büroberufe sind bequemer.

Auf dem Bau werden Gesellenlöhne über 15€ pro Stunde gezählt. Meister mit Berufserfahrung verdienen mit 30 oft über 20€ pro Stunde. So schlecht ist das nun auch wieder nicht.

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Weil heutzutage anscheinend JEDER, ohne Mühe,  Abitur bekommt und jeder deshalb auch "studieren" will, am besten Medizin, BWL oder Jura - mit dem Ziel, in 5-6 Jahren  die erste Million verdient zu haben.

Luksilla, neben den guten anderen Antworten möchte ich zu diesem Thema noch etwas anderes sagen.

Es werden immer weniger Handwerker, die Stundenlöhne werden steigen, denn alle Gewerke werden gebraucht! Bei vielen Gewerken sind aber gute Mathe- und Physikkenntnisse erforderlich - das können heute leider nicht mehr viele Schulabgänger bringen.

Im Gegenzug - so viele Akademiker kann ein Land gar nicht gebrauchen; es sei denn, dass sie darauf achten, dass ihre Hände auch mal für etwas anderes genutzt werden, als den Stift zu halten. In Amerika wird schon vor einer Akademikerflut gewarnt. Z.B. in Kanada, Australien werden gut ausgebildete deutsche Handwerker mit Kußhand genommen. Ich weiß von einem deutschen Bäcker in Toronto, der gar nicht so viel backen kann, wie die Leute kaufen. Die Leute kaufen Kofferraum volle Brotladungen. Genauso von einen Fleischer in Chicago (die Wurst schmeckt da wie früher bei uns in Deutschland - lecker!)

Von meinen fünf Söhnen hat sich nur einer gegen das Abitur, aber für eine 31/2 - jährige Handwerksausbildung entschieden. Anschließend 3 Gesellenjahre, dann Meisterschule und dann Selbständigkeit. Natürlich muß er arbeiten und Aufträge reinholen; aber finanziell steht er besser da als seine Brüder und ist sein eigener Chef.

Nach dem Krieg wollten alle Bäcker oder Fleischer werden, weil sie hofften, dass ihre Familien eher satt würden als andere. Hoffentlich kommt diese Zeit nicht wieder!

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