Warum wollen fast keine Vermieter Hartz4 - Empfänger?

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10 Antworten

Es kann viele Gründe geben, warum ein Bewerber nicht zu einer Wohnung passt, bzw. andere besser passen.

Bonität ist sicher das wichtigste Kriterium. Bonität ist gegeben, wenn ein regelmäßiges, ausreichendes Einkommen besteht, wenn keine problematischen Schulden vorliegen (Schufa!) und wenn man als Vermieter einigermaßen davon aus gehen kann, dass im Falle eines Schadens, dieser auch erstattet werden kann.

Gibt es nun mehrere Bewerber um eine Wohnung, hat automatisch der oder die die besseren Karten, der/die über ein regelmäßiges Arbeitseinkommen verfügt, das nach der Mietzahlung auch noch Spielraum für die sonstigen Lebenshaltungskosten läßt und die Möglichkeit, Rücklagen zu bilden.

Jeder, der Wohnungen vermietet und schon mal einschlägige Erfahrungen gemacht hat, wird besonders auf diese Kriterien achten. Da kann ein Hartz IV-Empfänger noch so nett und symphatisch sein, an dieser Stelle muss ein privater Vermieter soziale und mildtätige Gedanken beiseite lassen, will er sich nicht in große Gefahr begeben.

Vermietete Wohnungen kosten auch dem Vermieter laufend Geld. So kostet z. B. das Hausgeld für eine vermietete Eigentumswohnung je nach Größe und Objekt zwischen 100 und 250 € je Monat. Manche auch deutlich mehr. Dazu kommt noch die Grundsteuer und wenn sie finanziert ist, auch noch Zins und Tilgung. Da kommen schnell mal 500 € oder mehr zusammen, die monatlich gezahlt werden müssen, auch wenn es mal keine Einnahmen gibt.

Da ein schlechter Zahler (nicht unbedingt nur Hartz IV) nur schwer und erst nach langen Verfahren aus der Wohnung zu bekommen ist, können mehrere Monate Mietausfall für einen privaten Vermieter sehr gefährlich werden.

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Selbst wenn vereinbart wird, dass die Miete direkt vom JobCenter gezahlt wird, kann der Leistungsempfänger dies jederzeit ändern.

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Weil jeder Vermieter lieber jemanden hat, der gutes Geld verdient und nicht von einem Mindesteinkommen lebt?

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Kommentar von Torrnado
10.01.2016, 14:35

aber solange die Miete pünktlich gezahlt wird, sollte der Vermieter zufrieden sein - normalerweise

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Kommentar von KeinName2606
10.01.2016, 15:39

Ich denke, dass bei Personen ohne Gehalt es durch aus mal vorkommt, dass sie jeden Cent zwei Mal umdrehen müssen und daher die Miete nicht immer pünktlich zahlen. 

Nein Arbeitslosengeld ist kein gutes Geld, denn mit gutem Geld meinte ich die Menge. Arbeitslosengeld ist sehr wenig und sichert gerade mal irgendwie so die Existenz. 

Viele Vermieter nehmen doch eh solche Personen, sonst wären ja alle arbeitslosen obdachlos. Also mal nicht übertreiben ;-) Ein Vermieter sucht sich eben nach Sympathie seine Mieter aus. Klar will man da welche, die jeden Tag fleißig aufstehen und arbeiten gehen. Oder würdest du deine Wohnung lieber jemandem geben der seit Jahren arbeitslos ist? 

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Ich würde einem Hartz4-Empfänger durchaus erstmal soweit trauen, dass er mir das Geld, das er vom Amt für die Miete bekommt, auch überweist.

Aber: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der ein sehr niedriges Einkommen hat sehr schnell in Zahlungsschwierigkeiten kommt, wenn nur eine Kleinigkeit anders verläuft als geplant, ist deutlich größer, als bei jemandem, der nach Abzug aller monatlichen Kosten noch finanzielle Reserven hat.

Prinzipiell hast du natürlich Recht, selbst wenn ein Millionär als Mieter genommen wird, ist das noch keine Garantie dafür, dass er die Miete regelmäßig bezahlt. Wenn man da dann aber gerichlich gegen vorgeht, ist wenigstens was zu holen.

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die Miete wird doch direkt vom Amt an den Vermieter überwiesen.

Nein wird sie nicht. Das geschieht nur wenn der Hartz4 Empfänger dies ausdrücklich beim Amt beantragt. Das kann der Vermieter als nicht von sich aus verlangen. Sollte der Mieter das nicht machen und mal ein paar Mieten nicht zahlen hat er auch kein Geld was man als Vermieter einklagen könnte.

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Weil es unter den Hartz4 Empfängern wenige Assis gibt die den Ruf aller versauen. Das die Miete direkt an den Vermieter gezahlt wird ist eher die Ausnahme, wenn es schon mal Probleme mit der Mietzahlung des Empfängers an den Vermieter gegeben hat. Weil die Gemeinden nicht die zuverlässigsten (Mieten-)Zahler sind.

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Das stimmt so nicht. Viel V. vermieten gerade gerne an Empfänger von Transferleistungen weil die Miete regelmäßig gezahlt wird.

Du irrst hier, dass automatisch oder nach Willen des Vermieters die Miete direkt an ihn zu überweisen sei.  Das Gegenteil ist der Fall, er hat keinen Rechtsanspruch auf solche Zahlungsweise. Auch das Jobcenter darf das nicht allein entscheiden. Vielmehr liegt das allein in der Verfügung des Empfängers von Transferleistungen.

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Kommentar von Torrnado
10.01.2016, 17:23

ich kann Dir dennoch glaubhaft versichern, daß Hartz4-Empfänger so gut wie überall unerwünscht sind ( z.B. bei Wohnungsbesichtigungen ) da hat man Null komma Null Chance. rein statistisch betrachtet gibts unter 100 Vermietern vielleicht nur 2 oder maximal 3 die an einen Arbeitslosen vermieten würden.

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Wenn jemand H4 ist, dann hat er über einen langen Zeitraum erfolglos einen Job gesucht richtig?

Wenn einer also langzeitarbeitslos ist, hat das ja einen Grund.
Entweder eine Krankheit, (das lässt sich ja nachweisen) oder etwas anderes. Und genau das ist das Problem.
Warum findet ein Mensch über einen langen Zeitraum keinen Job? Überzogenen Ansprüche, mangelnde Qualifikationen, keine sozialen Kompetenzen es gibt viele Möglichkeiten.

Aber amtlich ist, das mit einer solchen Person offenbar "etwas nicht stimmt" und kein Mieter setzt sich so jemanden in Haus.

Wenn ich als Vermieter einen Mietvertrag unterschreibe, ist das ähnlich wie ein Ehevertrag. Und wenn ich die Auswahl habe zwischen "normal" und "H4" ist es klar für wen ich mich entscheide.

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Ich glaube, dass das an den vielen Vorurteilen gegenüber Hartz 4 Empfängern liegt. Manche Vermieter haben vielleicht die Befürchtung, dass die Wohnung dann nur verdreckt wird oder ähnliches.
Trifft sicher nicht immer zu, aber soll durchaus vorkommen.

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Der Vermieter entscheidet, wer die Wohnung bekommt.

Vielleicht möchten die Vermieter bei Dir vor Ort ein "gewisses Niveau" nicht unterschritten wissen.  Vielleicht sind sie auch der Meinung, daß Hartz-Empfänger den ganzen Tag zu Hause sind und die Wohnung schneller bzw. stärker abgenutzt wird. 

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Kommentar von Torrnado
10.01.2016, 14:37

ich finde es dennoch schade, daß diesbzgl. so viele Vermieter solche Vorurteile haben, denn nicht jeder Hartz4-Empfänger verschmutzt die Bude, feiert mit Kumpels Alkoholpartys, ist laut bzw. grölt herum usw.usw.

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