Warum wollen Buddhistische Mönche nichts haben?

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4 Antworten

Zunächst einmal gilt diese Einschränkung nicht für alle Mönche. In Japan ist es Mönchen beispielsweise auch erlaubt zu Heiraten und eine Familie zu gründen. Es ist also eine Frage der buddhistischen Traditionslinie.

Historische Einordnung

Für den Buddha war das Kastensystem und insbesondere die bevorzugte Stellung der Brahmanen (Priester) ein Grund zur Kritik.

Sie ließen sich für verschiedene Rituale fürstlich bezahlen und sollen sogar Zeremonien verweigert haben, wenn der Gläubige nicht genug spendete.

Es ging also bereits in dieser Gesellschaft vor allem um Status, Macht und Geld und die Priester waren davon nicht ausgenommen.

Als erste Handlung nachdem er seine Familie verlassen hatte, schnitt er sich daher seine kostbar gepflegten Haare ab - die ein Statussymbol darstellten.

Er ließ seine kostbaren Kleider zurück und nähte sich ein Flickengewand aus den Resten von Leichentüchern, Monatsbinden und Lumpen.

Das alles waren Zeichen dafür, dass der Buddha sich von der auf Leistung und Konsum ausgerichteten Gesellschaft abwandte und den Materialismus ablehnte.

Er lebte dann eine Zeit lang mit Asketen zusammen, die so wie er, allen materiellen Gütern entsagt und sich in die Wildnis zurückgezogen hatten.-

Doch er erkannte schließlich, dass die gänzliche Verweigerung materieller Bedürfnisse auch nicht hilfreich ist und letztlich nur zum Tode führt.

Also nahm er Speisen an und aß wieder, weshalb die anderen Asketen ihn zunächst verließen, weil sie dachten, er habe seine Suche aufgegeben.

Doch dieser Reisbrei, den er von einer jungen Frau namens Sujata erhielt, war wieder sein erster Kontakt zur Gesellschaft, er war kein Asket mehr.

Buddha behielt das, was er benötigte - Gewand und Schale - und verweigerte sich nicht mehr seinen körperlichen Bedürfnissen, ohne in Luxus zu verfallen.

Heutige Mönche

Durch ihre weitgehende Besitzlosigkeit haben die Mönche natürlich auch deutlich weniger materielles, an dem sie anhaften können.

Dadurch sind sie freier als Menschen, die ihre innere Zufriedenheit von materiellen Dingen wie Luxusgütern abhängig machen.

Der Almosengang nach Speisen hat jedoch eine tiefere Bedeutung.

Zum einen ist der Bettelgang der Kontakt der Mönche zum normalen Leben und Leiden dieser Welt - sie werden nicht zu weltfremden Asketen.

Zum anderen können Laienanhänger, die zB aufgrund familiärer Bindungen selbst nicht Mönch werden können, die buddhistische Gemeinschaft so unterstützen.

Durch seine Speisengabe erhält er die Gesundheit der Mönche und trägt damit auch zum Erhalt der buddhistischen Lehre und Gemeinschaft bei.

Er gibt das Almosen nicht, weil ihm der Mönch persönlich sympathisch ist und er sich einschleimen will, sondern aus Unterstützungswillen für Buddhas Lehre.

Außerdem ist es für Laien ihrerseits eine Möglichkeit sich in buddhistischen Tugenden der Freigiebigkeit (dana paramita) und des Mitgefühls (metta) zu üben.

Es ist also nicht einseitig - nur der Mönch erhält etwas - sondern der Laie erhält die Chance, positive Charaktereigenschaften zu stärken.

Dadurch ist diese Gabe für beide Seiten eine Möglichkeit, ihre Form der buddhistischen Praxis weiterzuführen.

Ich hoffe, das war verständlich.

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Kommentar von Enzylexikon
20.06.2017, 20:54

Vielen Dank für den Stern. :-)

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den Buddha hatte die Religion in seiner Zeit angekotzt: fette, vollgefressene Priester, die bloß Quatsch gepredigt hatten.

Er wollte was verändern: Ich gehöre niemandem, und mir gehört nichts. Den Mönchen sollte nicht mal die Kutte und die Mönchszelle gehören, sie sollten üben, an überhaupt nichts festzuhalten. Ihr Dienst an den Menschen, die ihnen was spendeten, war, sie waren so ne Art Seelsorger, die den Menschen in ihren Nöten Rat gaben.

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Verlangen führt zu Leid und Leid führt zu Hass! Und Hass ist der Weg zur dunklen Seite der Macht. 

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Ist nur eine Touristenattraktion, unter den leichten Gewändern haben sie die teuersten und neuesten Handys versteckt.

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