Warum wirkt Introvertiertheit bzw. Einsamkeit für viele Menschen abschreckend?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Nicht alle, die verlassen wurden, oder introvertiert sind, haben Einsamkeitsprobleme. Die meisten Menschen, die ich kenne und den von dir genannten Kriterien entsprechen, haben Humor und Lebenslust :-)

Es gibt Menschen, die sich selbst genügen und keine große Show oder Parties brauchen, um sich zu profilieren. Das hat unglaublich viel mit Stärke zu tun, weil sie nämlich von innen kommt.

"Sich selbst genügen" ...warum profiliert man sich gleich, wenn man nicht komplett einsam sein will ? Und was hat es mit Stärke oder schwäche zu tun, ein geringes Interesse an sozialer Kommunikation zu haben ? Verstehe ich genauso wenig.

0

Viele Extravertierte deuten das Verhalten von Introvertierten so, als handele es sich auch bei diesen um Extravertierte. Das fuehrt dann zu folgenden Missverstaendnissen:

  • "Allein zu sein ist schlecht / problematisch, gesellig zu sein ist gut. Man muss also Introvertieren helfen, extravertierter zu werden" (s. den 1. Absatz der Frage). Wahr ist: Introvertierte sind von Natur aus, ohne ausloesende negative Erfahrung, gerne allein, und oft beim Lesen eines guten Buches oder bei einem Waldspaziergang viel gluecklicher als auf einer Party. Wenn Extravertierte das nicht verstehen, sind scheinbar unerklaerliche Konflikte vorprogrammiert, der Introvertierte erscheint als grundlos uneinsichtig gegenueber gut gemeinten Ratschlaegen.

  • "Introvertierte sind so oft allein, weil sie andere Menschen nicht moegen." Wahr ist: Das Zusammensein mit Menschen, auch mit Freunden, Partnern etc., kostet Introvertierte Energie, die sie zu anderen Zeiten regenerieren muessen. Dies heisst nicht, dass sie es nicht geniessen koennen - aber nur in begrenztem Rahmen. Eine passende Analogie bietet das Essen: Auch Menschen, die gerne essen, vebringen die meiste Zeit des Tages nicht mit Essen, weil es sonst zu viel wuerde.

  • "Introvertierte sind abweisend." Wahr ist: Introvertierte sind nicht abweisender als andere Menschen, die bei wichtigen Dingen gestoert werden - und das Alleinsein ist fuer Introvertierte erst einmal wichtig, weil sie so ihre Energie regenerieren.

Introvertiertheit und Einsamkeit sind zwei unterschiedliche Dinge.

Wer introvertiert ist, will vielleicht gar nicht so viele Kontakte und begnügt sich mit wenigen, dafür oft intensiveren Beziehungen zu anderen Menschen. Diese Menschen wirken weder abschreckend noch unsympathisch normalerweise. Sie fallen vielleicht nicht so sehr auf wie extrovertierte Leute.

Wer sich verlassen fühlt (verlassen wurden wir wohl alle schon mal) oder einsam, wird normalerweise etwas tun, um diese Einsamkeit zu beenden, also neue Kontakte suchen. Wer das über längere Zeit nicht tut, obwohl er/sie gerne mehr Kontakte hätte, wirkt wohl etwas "merkwürdig". Weil er oder sie es aus für außenstehende und für sich selbst oft unerklärlichen Gründen einen inneren Konflikt lieber aushält als ihn zu lösen. Wer innere Konflikte nicht angeht, wirkt eben nicht sympathisch, weil er/sie sich mehr (im negativen Sinne) mit sich selbst als mit anderen Menschen beschäftigt.

und drittens: Sensitive und "weiche" Menschen wirken nicht unsympathisch. Unsympathisch wirkt lediglich Lamoryanz und Selbstmitleid.

0

Mit introvertierten Menschen zu reden ist nicht so einfach. Sie reden nicht gern, dadurch bekommt man das Geüfhl, sie wollen nicht mit einem reden. Ich meine, selbst wenn ich 10 mal die Initiative ergreife und ein Gespräch mit so einem anfange, stop das Gespräch in dem moment, wenn ich aufhöre Fragen zu stellen. Es ist nicht abschrecken, es ist anstrengend. Und wenn Introvertierte anderen Menschen nicht entgegen kommen, ist es doch ihre Schuld finde ich. Ich meine ich muss 100% geben um am Ende 0 % zu haben.....

"Sie reden nicht gern"

Das stimmt so nicht. Die meisten Introvertierten betreiben erstens nicht gerne Smalltalk, und reden zweitens nicht gerne vor grossen Gruppen. Ueber interessante Themen und mit Menschen, die sie gerne haben, reden Introvertierte jedoch gerne.

1
@Tobias87

Bevor es also Sinn macht mit einem Introveriterten Menschen zu reden, muss ich herausfinden was er mag und ihn irgendwie dazu bringen mich zu mögen, nur damit ich ein wenig mit dieser Person reden kann?

Wow.........

0

Naja, viele Menschen sind eben auf ihren eigenen Vorteil oder überhaupt auf sich selber fixiert. Nicht alle, das will ich nicht sagen. Aber für Wärme und gegenseitige Fürsorge ist in unserer Welt kaum noch Platz.

Ein anderer Punkt, der mir einfällt, ist, dass einsame Menschen, die sich nach sozialen Beziehungen sehnen, dabei zur Aufdringlichkeit neigen können und dann als "Klette" angesehen werden. Das ist auch verständlch, aber auf Dauer kann das einen nerven.

Ich nehme an, da schwingt ein gewisses "irgendwas MUSS ja mit ihm/ihr nicht stimmen, wenn er/sie alleine ist, sonst wären nicht alle anderen schon weg". Oder sie wissen nicht, wie sie mit so jemandem umgehen sollen.

Im Gegenzug suchen solche einsamen Leute oft auch nicht von sich aus nach Gesellschaft, was dann oft so gedeutet wird, als wollten sie keine Gesellschaft, auch wenn diese Menschen eventuell nur zu schüchtern sind, sich aktiv irgendwo einzubringen.

So geht es mir zumindest.

Hallo PaSan, habe gerade mal auf dein Profil geklickt und deine sehr barsche und abweisende Mitteilung zum Thema "Freundschafts"anfragen gelesen. Hört sich von außen nicht wie Schüchternheit an, sondern eher wie Abwehr und Misstrauen an. Ich glaube niemand verwechselt hier die "Freundschaft" mit dem, was unter "einen guten Freund haben" gemeint ist. Ich mag das Wort auch nicht. Es ist wirklich traurig, wenn du einerseits von dir sagst, so schüchtern zu sein und anderer seits so aggressiv gegenüber Fremden bist.

0
@scben

So aggressiv finde ich das gar nicht, wobei ich den Namen "Horst" rausnehmen würde, da das den meisten Horsts der Welt gegenüber sehr ungerecht ist.

Dem Grunde nach bin ich der gleichen Ansicht wie PaSan. Zumindest ist der Begriff "Freundschaft" hier völlig deplaziert. Allein schon durch die Verwendung dieses Begriffs wird eine Oberflächlichkeit erzeugt, wie sie seit facebook & Co. leider immer stärker grassiert. Davon darf man sich schonmal distanzieren. Vielleicht sollte man sogar. :-) Ich habe meinen facebook-Account gelöscht (was gar nicht so einfach war) und lebe immer noch.

0
@scben

Du hast hier noch nicht die "Anfragen" bekommen, die ich erleben durfte, vermute ich. Ich halte gar nichts davon, hunderte Online-"Freunde" zu haben. Und die paar Leute, die ich im Internet kennengelernt habe und die ich als Freunde bezeichnen würde kommen ganz bestimmt nicht von hier ;)

Und ja, es ist eine Art Selbstschutz. Ich möchte weder wegen meiner Hobbies angepöbelt werden noch meine getragene Unterwäsche verkaufen.

Und ja, ich bin böse weil ich alle hier über diesen einen Kamm schere.

0

Was möchtest Du wissen?