Warum wirken Opiate und Kokain so unterschiedlich (sedierend und aufpuschend), wenn bei beiden Dopamin ausgeschüttet wird?

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5 Antworten

Verdammt gute Frage. Aber die Euphorie ist bei beiden Drogen das bestimmende Element. Ich nehme an dass die weiteren Wirkungen (also ob aufputschend oder "sedierend") an anderen Rezeptoren getroffen werden. Drogenwirkungen sind ja selten das Ergebnis eines einzigen Botenstoffs oder Rezeptors.
Am schönsten fand ich übrigens immer die gemeinsame Einnahme von Kokain und Heroin (bitte nicht nachmachen) was imho darauf hindeutet dass auch die Euphorie von unterschiedlich entsteht.

Ich hab dir mal folgendes aus Wikipedia rauskommet:

Heroin bindet nur schwach an die verschiedenen Opioid-Rezeptoren, wirkt aber als Prodrug, dessen aktive Metaboliten hauptsächlich die Wirkung vermitteln. Erwähnenswert ist die hohe intrinsische Aktivität von 6-MAM am µ-Opioidrezeptor, sie ist höher als die von Morphin und ist daher mitentscheidend für die starke Ausprägung des Rauschgefühls nach intravenöser Heroininjektion.

Kokain:
Kokain ist ein Wiederaufnahmehemmer an Dopamin-, Noradrenalin- und Serotonin-Nervenzellen. Es verhindert den Transport und somit die Wiederaufnahme dieser Neurotransmitter in die präsynaptische Zelle, was eine Erhöhung der Transmitterkonzentration im synaptischen Spalt und damit ein erhöhtes Signalaufkommen am Rezeptor zur Folge hat und unter anderem zu einer Erhöhung des Sympathikotonus führt.

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Danke man. Dass das von den verschiedenen Rezeptoren ausgeht hab ich auch schon vermutet. Also ist es so ungefähr wie dass bei mdma auch nicht alle Serotoninrezeptoren besetzt werden.

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Wie war denn die Wirkung von beiden Drogen zusammen? Hat der upper oder der downer letztendlich dominiert? Würde mich mal stark interessieren :D

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@WasEineFrage

Also die Frage war ja jetzt nicht an mich, aber ich würde sie gerne beantworten. Ich habe mir auch des öfteren einen Cocktail gemixt, also dass ist die Bezeichnung für einen Druck aus Kokain und Heroin. Die Wirkung ist durchgehend so, dass man immer wieder abwechselnd ein Hoch und ein Tief hat, beziehungsweise dass mal die Wirkung von Koks mega da ist und dich puscht, wenn du dich aber auf die Couch sitzt und die Augen zu machst nickst du wieder vom Heroin ein und kannst die wirkung geniessen. Beides ist dominant, kann man nicht unterscheiden.

Meiner Meinung nach ist ein Cocktail dass beste Gefühl unter den Drogen.

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Danke dass du das beantwortest hast, ich war aus irgendeinem Grund gesperrt (vielleicht wegen Drogenverharmlosung😀). Gut erklärt übrigens, wobei noch erwähnt werden sollte dass es imho nicht an den abwechselnden "Wellen" liegt dass es so ..... ist. Sondern es ist ....... das kann man nicht beschreiben (zumindest ich kanns nicht), sorry.

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@jimithechainsaw

Haha ok danke leute. jimi dieses "ich kanns nicht beschreiben" - feeling kenn ich :D aber eher von Haluzinogenen. Aber ich denk schon dass das die Wellen iwie sind oder?

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Schon möglich, aber eigentlich glaub ich das nicht. Das war bei mir auch gar nicht so stark ausgeprägt. Dafür hatte ich aber tatsächlich (ab und an) Halluzinationen. Einmal saß ich mir selbst gegenüber und unterhielt mich mit mir selbst. Das war aber schon total abgedreht.... Wie gesagt, ich kanns nicht beschreiben, ist auch schon lange her, und ich RATE ENTSCHIEDEN DAVON AB (bitte nicht wieder den Account sperren, das nervt..) 😉

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Nur bei der Kombi, und auch nur bei hoher Dosierung und längerer Konsumphase. War aber nicht so schlimm, ich wusste immer dass es Halus sind und fand dass auch irgendwie witzig. In der Situation hab ich mir auch keine Sorgen gemacht (schon klar irgendwie) aber es war mir nicht vollkommen egal. Ich weiß noch wie ich mir kurz dachte: "das wars jetzt, du hast es übertrieben und gehst jetzt drauf", Witze hab ich trotzdem gerissen (obwohl ich komplett allein war).  .... Na egal, warum fragst du eigentlich?

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Hallo, gleich vorweg, du kannst meinen Hintergrund über meine anderen Antworten nachvollziehen und auch abchecken, wie glaubwürdig meine Aussagen sind. Zu deiner Frage. Es liegt an den beteiligten Rezeptoren. Dopamin kann deine Stimmung heben, Euphorische Gefühle auslösen und dein Selbstbewusstsein stärken. Alles jedoch auf eine relativ kalte Art und Weise. Warme Euphorie erzeugt eher Serotonin, da es auch für Emphatie (Verbundenheit mit anderen Leuten) verantwortlich ist und so das »Miteinander« eher hervorhebt, als das »Ich-fokussierte« Dopamin. Die Dopaminkonzentration wird zudem nur bei Kokain erhöht, da es sich bei jenem um einen Dopaminwiederaufnahmehemmer handelt. Heroin (Diamorphin) wirkt an den Opioidrezeptoren und hat KEINEN direkten und nennenswerten Einfluss auf den Dopaminhaushalt. Das hast du wohl falsch verstanden. 😉 Diamorphin wirkt schmerzstillend, ebenso wie die Stammsubstanz Morphin, zu welcher Diamorphin (Heroin) im Körper auch metabolisiert wird, sowie auch qqund auf die für ähnliche Opiate charakteristische Art und Weise euphorisierend. Diesbezüglich ist der µ1-Rezeptor von Bedeutung. An diesem Rezeptor dockt die Droge an, sie erhöht die Konzentration der dortigen Endorphine, welche man sich als körpereigene Opioide vorstellen kann. Diese wiederum beeinflussen dann unsere Wahrnehmung und Gefühle. Heroin wirkt zwar nicht direkt, aber indirekt auf den Dopaminhaushalt, wie man inzwischen weiß. Die Endorphine können nämlich die Ausschüttung von Dopamin ankurbeln und somit die Konzentration im synaptischen Spalt erhöhen. Die sedierende Komponente entspricht der stark Schmerz lindernden und beruhigenden Wirkung. Ich hoffe, dass ich helfen konnte und bei weiteren Fragen kannst du dich gerne an mich wenden. MfG die Zelle

Hey, jo danke für die Antwort.

Das hab ich wohl falsch verstanden :P , hat mich auch sehr gewundert. Mit MDMA hab ich auch schon Erfahrungen gemacht, ist echt nicht schlecht, an Kokain kam ich bisher noch nicht ran. Ich meine bei E wird am meisten Serotonin, zweitrangig auch Dopamin und Noradrenalin und bei Koks am meisten Dopamin und zweitrangig Serotonin und Noradrenalin ausgeschüttet, oder? Findest du den Unterschied so extrem, bzw liegt der Fokus bei Kokain eher auf dem Dopamin, weil es vermehrt ausgeschüttet wird?

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Kokain ist generell schon mal gar nicht zu empfehlen. MDMA bewirkt als Releaser die vermehrte Ausschüttung der Neurotransmitter, Kokain hemmt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter. Zuerst einmal ist generell von Drogen abzuraten, ich war abhängig und habe auch lebensgefährliche Dosen eingenommen. Aber jetzt rein theoretisch betrachtet... Der Unterschied ist gewaltig. Die Wirkung von Kokain ist kalt und du wirst enorm selbstbewusst, aufgedreht und kurzzeitig euphorisch. MDMA ist viel wärmer, du bist mit den anderen viel enger verbunden, du hast Lust zu feiern, der Spaß steht im Vordergrund und es kann in hohen Dosen sehr »breit« machen, sowie auch zu Halluzinationen führen, was bedeutet, dass deine Wahrnehmung unter gegebenen Umständen gravierend beeinflusst wird. Kokain ist zudem sehr schädlich für deinen Cardio Kreislauf (Herz und Blut), wenn ich mich recht erinnere, lag das an der Veresterung im Molekül, aber da kann ich mich jetzt auch irren. Kokain wirkt auch viel kürzer, von der veränderten Version namens Crack mal abgesehen und ist erheblich teurer. Beides wird vertrieben, auch wenn es illegal ist und beides wird gestreckt. MDMA häufig mit Paramethoxyamphetamin, was sehr sehr gefährlich ist und auch vergleichsweise schnell zum Tod führen kann, aber auch die zugemischten Beistoffe im Kokain können sehr gefährlich sein. Aber insgesamt kann ich dir sagen, ja, der Unterschied ist groß. MfG die Zelle

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Rauschgifte blockieren bestimmte Übergänge von der einen nervenzelle zur nächsten. Hab grad den Fachbegriff nicht. Wo die einen Rauschgifte den Informationsfluss generell verlangsamen lassen und mam dadurch entspannt Wird fördern andere ihn wodurch man überdreht wird und sich fühlt als wäre man Gott :p Es kommt also nicht aufs Dopamin am sondern darauf wo das Gift wie wirkt.

Natürlich kommt es auf das Dopamin an. Das ist sogar hauptverantwortlich bei der Wirkung...

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Heroin wirkt nach Metabolisierung am Opioidrezeptor, Kokain ist ein Dopamin-/Serotonin-/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. D.h. durch keiner der beiden Drogen selbst wird Dopamin ausgeschüttet.

kokain ist zusätzlich noch ein noradrenalin und serotonin wiederaufnahmehemmer.

Ahh danke. Serotonin auch? Hätt ich nicht gedacht! Aber heisst das dass die Motivations/Aufputschwirkung dann gar nicht von dopamin kommt und kokainkonsumenten in dem Fall die gleiche Wirkung wie von Opiaten spüren?

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