warum wirken 30mg Valium/diazepam nicht?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

mein notfallmedikament wurde auf diazepam umgestellt. (tropfen)

Kreuztoleranz wenn du vorher andere Benzos wie Midazolam bekommen hast.

Wenn du vom Midazolam was gemerkt hast, wirkt auch Diazepam bei dir. Es wirkt nur recht langsam und lange, nicht so wie das Midazolam kurz und stark.

Diazepam Tabletten wirken in der Regel oral nach ca. 20 min. und hat damit einen im Vgl. zu anderen Benzodiazepinen schnellen Wirkungseintritt. Allerdings muss man in Betracht ziehen, dass 1. jeder Mensch anders auf verschiedene BZD anspricht 2. Du eine „Vorerfahrung“ mit dem äußerst schnell und stark, aber nur kurz wirksamen Midazolam hast, das üblicherweise ambulant gar nicht verordnet wird, wenn Du es damit vergleichst, hast Du möglicherweise den subjektiven Eindruck, die Diazepam Tbl. wirken gar nicht 3. Diazepam nach Aufnahme aus dem Darm ins Blut aus dem Blut relativ rasch in periphere Gewebe (Muskel-, Fettgewebe) umverteilt wird. Es ist also möglich, dass man anfangs für eine nachhaltige Wirkung mehrere tägliche Diazepam-Dosen benötigt, um eine konstante und deutliche Wirkung zu erzielen (Loading) unter Berücksichtigung, dass der Plasmaspiegel von Diazepam wegen der langen Halbwertszeit von Diazepam und seinen Metaboliten dabei „kumuliert“, d.h. dysproportional stark ansteigt mit Gefahr der plötzlichen Übersedierung/Atemdepression/Bewusstseinsstörungen.

Dem gegenüber muss ich allerdings betonen, dass 30 mg Diazepam oral bei Patienten, die vorher keine BZD eingenommen haben (BZD-Naive), praktisch in 99% eine deutliche Wirkung nach 20 min verspüren. Zusätzliche  Angaben zur Grunerkrankung und der genauen bisherigen Behandlung inkl. anderer Medikamente (Antiepileptikum?) sind zur Beantwortung der Frage notwendig.

Korrektur: 

Diazepam Tropfen wirken in der Regel oral nach ca. 10-20 min. und hat damit einen im Vgl. zu anderen Benzodiazepinen schnellen Wirkungseintritt. 

Allerdings muss man in Betracht ziehen, dass
1. jeder Mensch anders auf verschiedene BZD anspricht 

2. Du eine „Vorerfahrung“ mit dem flüssigen, äußerst schnell und stark, aber nur kurz wirksamen Midazolam hast, das üblicherweise ambulant gar nicht verordnet wird. Wenn Du Diazepam damit vergleichst, hast Du möglicherweise den subjektiven Eindruck, die Diazepam Tbrpf. wirken gar nicht. 

3. Diazepam nach Aufnahme aus dem Darm ins Blut aus dem Blut relativ rasch in periphere Gewebe (Muskel-, Fettgewebe) umverteilt wird. Es ist also möglich, dass man bei Therapiebeginn für eine nachhaltige Wirkung mehrere tägliche Diazepam-Dosen benötigt, um eine konstante und deutliche Wirkung zu erzielen (Loading Doses) unter Berücksichtigung, dass der Plasmaspiegel von Diazepam wegen der langen Halbwertszeit von Diazepam und seinen Metaboliten dabei „kumuliert“, d.h. dysproportional stark ansteigt mit Gefahr der plötzlichen Übersedierung/ Atemdepression/ Bewusstseinsstörung. Unter engmaschiger ärztlicher Überwachung ist das jedoch möglich, irgendwann reicht eine 1x tgl. Gabe im Steady State aus.

4. Bei allen BZD besteht eine von der Einnahmedauer (<4 Wochen) und der Dosis abhängige hochgradige Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung (meist als Low-Dose-Dependency). Alle BZD sollten wenn überhaupt 1. nur bei klarer Indikation 2. möglichst kurz (und nicht > 4 Wochen) 3. in möglichst niedriger Dosierung und 4. nur in der kleinsten Packungsgröße verordnet werden. 


Dem gegenüber muss ich allerdings betonen, dass 30 mg Diazepam oral bei Patienten, die vorher keine BZD eingenommen haben (BZD-Naive), praktisch in 99% eine deutliche Wirkung nach 20 min verspüren. Zusätzliche Angaben zur Grunderkrankung und der genauen bisherigen Behandlung inkl. anderer Medikamente (Antiepileptikum?) sind zur Beantwortung der Frage notwendig.

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