Warum wird unser Planet nicht größer / bzw. wächst er?

...komplette Frage anzeigen Kometenstaub - (Erde, Universum, Weltall) Kometenbruchstücke - (Erde, Universum, Weltall)

10 Antworten

Hallo,

unser Planet gewinnt zwar permanent an Masse (durch allerhand Weltraumgestein etc.), allerdings verlieren wir auch permanent Masse in Form von elementarem Helium und Wasserstoff, weil die irdische Gravitation nicht ausreicht, um diese extrem leichten Gase permanent festzuhalten. Wobei dieser Prozess zudem von hereinfallendem Material zwar nicht verursacht, jedoch beschleunigt wird. (Vorstellbar ist dies in etwa wie ein randvolles Wasserglas, in welches Steine oder Sand gefüllt wird. Das Glas ist nur bis zu einer bestimmten Menge in der Lage, zusätzliches Volumen aufzunhmen, alles was zu viel ist wird ausgestoßen. Genauso wie dieses Glas kann die Erde durch ihre Gravitation und Rotation (-> Zentrifugalkraft) nur eine bestimmte Menge Material zusammen halten. Die durchschnittliche Dichte der Erde nimmt, ausgehend vom Erdkern immer weiter ab. Dichtere Materialien (wie etwa Eisen, Gold, Titan usw.) "sinken" mit der Zeit (in Zeiträumen von Millionen Jahren) immer weiter Richtung Erdkern bis zu dem Punkt, an dem die Dichte des zukommenden Materials deren der Umgebung gleicht.

Zum Beispiel: der Erdkern besteht vorwiegend aus schweren Metallen wie Titan, Nickel und Blei, der Erdmantel vorwiegend aus Eisen, die Erdkruste hat den höchsten Aluminiumanteil aller Erdschichten, tiefe Atmosphärenschichten haben höhere Anteile an schweren Gasen wie Kohlendioxid, Schwefelhexafluorid etc., und der Anteil besagter leichter Gase wie Wasserstoff und Helium bilden in höheren Atmosphärenschichten einen zunehmend großen Anteil.

Deshalb werden die leichtesten Gase bei einfallendem Material ähnlich wie bei einem Wasserglas ausgestoßen.

Da jedoch die dichteren Gesteine weniger Volumen einnehmen als eine äquivalente Masse an Gasen, wird weniger Masse an Gasen ausgestoßen, als Gesteine reinkommen.

Zudem wird bei radioaktivem Zerfall aller instabilen Isotope (Etwa Uran, Plutonium, aber zB. auch Kohlenstoff und Gold) Masse in Energie umgewandelt (nach Einsteins Relativitätstheorie). Damit verliert die Erde jede Masse die hierbei zu Energie umgewandelt wird.

Also: ja, die Erde wird schwere mit der Zeit; allerdings nur in sehr geringem Maße.

Zum Vergleich:

- Die Erde gewinnt täglich 40.000.000 kg an Masse in Form von eingefangenem Weltraumgestein.

- Die Erde verliert täglich ein paar hundert Tonnen in Form von Gasen (und allem, was Menschen an Technik und späterem Weltraumschrott ins All pusten.)

Die Erde hat allerdings eine Masse von 5,9*10^24 kg, (5,9 Trilliarden Tonnen); ausgeschrieben zum Vergleich:
5.900.000.000.000.000.000.000 t

Daher ist die täglich gewonnene Masse ein verschwindend geringer Anteil (+0,000.000.000.000.000.678 %)

Umgerechnet in einem Dreisatz (keine Gewähr hierbei für die Genauigkeit :-) ) braucht es also bei konstantem Zuwachs mehrere Millionen von Jahren dauern, bis die Erde überhaupt mal 1% schwerer wird als heute.

Soo, ich hoffe ich konnte dir mit dieser Antwort weiterhelfen ;-)

Falls du dich weiterhin für diese Thematik interessierst, kann ich dir den YouTuber "Vsauce" sehr empfehlen (allerdings auf Englisch). von diesem hab ich einen Großteil der Infos von oben. Der hat auch eine Menge FunFacts über Erde/Weltraum usw.

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Kommentar von Tturnwald
24.08.2016, 19:33

Supi, danke für gute und genau Erklärung, habe mir auch schon einiges auf besagten Youtube Kanal angeschaut, bzgl. English ist für mich kein Problem. Wie gesagt tausend Dank, nun kann ich beruhigt schlafen, grins

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Eine gute Frage. Im Prinzip dürfte die Erde durch den ständigen Regen von Staub und Gestein aus dem Weltall im Laufe Hunderter von Millionen Jahren durchaus größer werden. Die Erosion spielt dabei keine gegensätzliche Rolle, denn selbst staubfein zermahlenes Gestein verbleibt ja auf der Erde (auf dem Erd- oder Meeresboden). Allerdings scheint der Einschlag von Meteoriten, Kometen usw. zu Beginn der Entwicklung unseres Sonnensystems sehr viel größer als heute gewesen zu sein.

Es gibt sogar eine zugegeben recht gewagte Theorie, dass der ständige Strom von Teilchen von der Sonne her (der sogenannte Sonnenwind) zu einer Volumenzunahme der Erde führt und sich damit die Risse und Gräben in der Erdoberfläche erklären lassen.

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Kommentar von Tturnwald
24.08.2016, 18:50

So etwas ähnliches habe ich mir auch gedacht, nur war ich mir nicht sicher, denn aus der Doku geht da nichts hervor, auch habe ich im Internet bei meiner schnell Recherche leider nichts gefunden. Aber dank Deiner Erklärung bin ich mir nun auch sicher, dass unser Planet immer größer und größer wird, mal von den Kometen ganz abgesehen, denn dies ist ja bekannt.

Das mit der gewagten Theorie, könnte meines Erachtens auch zutreffen, wobei hier mit Sicherheit noch mehr Faktoren eine Rolle spielen.

Auf jeden Fall vielen Dank für die schnelle und gute Antwort

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Nein, die Erde wächst nicht, ihre Masse nimmt sogar leicht ab, trotz des Meteoritenstaubs. Grund: Die Erde verliert mehr Masse als sie bekommt, weil a) leichte Gase der oberen Atmosphäre durch den Sonnenwind in den Weltraum abgetragen werden und b) Energie durch radioaktive Elemente im Erdkern abgestrahlt wird. Energie ist eine Form der Masse, wodurch Masse verloren geht durch die Abstrahlung. Beides zusammen kann der herabfallende Meteoritenstaub nicht ausgleichen und damit kann die Erde auch nie anwachsen.

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Natürlich wird unsere Erde immer größer. Denn jedes Staubkorn, das als Sternschnuppe auf die Erde fällt, vergrößert die Gesamtmasse der Erde.

Aber da die Erde eigentlich schon recht groß ist, macht sie diese absolut vorhandene Vergrößerung relativ zur großen Erdmasse praktisch nicht bemerkbar.

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40.000Tonnen sind wahrscheinlich etwas übertrieben , aber im Vergleich zur Erde ist das nichts , deswegen gibt es keine spürbaren Veränderungen.

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Kommentar von Tturnwald
24.08.2016, 19:20

Ja, nee in der ZDF- Reportage war eben die Rede von , OHH- Sorry, 40 Tonnen pro Tag, habe mich verschrieben, danke für die Info

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Es schwindet ja auch im Gegenzug einiges durch die erhöhte Erderwärmung (Schmelzen/Verdunstung) oder man denke an hunderte von täglichen Waldbränden. Irgendwie gleicht sich das sicher aus......

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Kommentar von Tturnwald
10.09.2016, 10:56

Hi, das ist richtig was Du schreibst, jedoch muss ich Dir da ein wenig widersprechen, denn nach der gültigen Lehre derzeit, kann so einfach nichts verschwinden. Z.B. Wald brennt, Holz verwandelt sich dadurch in Holzkohle + co2 wird freigesetzt ect. Somit verschwindet nichts, es verwandelt sich nur in etwas anderes. So habe ich es zumindest gelernt.

Logisch werden auch div. Gase die in der obersten Atmosphärenschicht  sich befinden vom Sonnenwind weggetragen usw. Aber was die Mehrheit dieser Frage, also die Leute welche sie beantwortet haben mir mitteilten, müsste unser Planet größer werden und an Gewicht zunehmen. SO habe ich es zumindest herausgefunden. Es ist zwar nicht viel, jedoch ein wenig. Was vom Weltall auf uns herunter fällt.

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Unser Planet wird sogar kleiner, bzw. er schrumpft.
Das liegt daran das jährlich 100 tausende Tonnen von wasserstoffatome von der sonne gespalten werden und in den Weltraum fliegen

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"Ein Tropfen Spucke in einem Ozean" ;-)

40.000t?

Die Erde hat 1.000.000.000.000.000.000 mal so viel Masse.

(Pi mal Daumen)

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Die Erde ist 6,6 Trilliarden Tonnen schwer. 40.000 sind da nix.

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Kommentar von MonkeyKing
24.08.2016, 19:27

Abgesehen davon gib die Erde auch Materie in den Weltraum ab (Atmosphäre), das dürfte aber nicht so viel sein.

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Es ist auch so aber er "wächst" halt net so schnell.

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Kommentar von Tturnwald
24.08.2016, 18:41

also doch, weil das habe sie in der Doku nämlich nicht gesagt. Danke Dir. Bin also doch ned so dumm, wie ich dachte :-)

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