Warum wird so wenig über Mobbing geredet (München)?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Genau das ist das Problem, statt das die Medien sich mal nützlich machen könnten und eben aufklärend in Sachen Mobbing sind, wird nur das gezeigt, was Quote bringt. Es gibt keinen Berufsethos unter Journalisten, außer vielleicht ICIJ, o.ä., aber die habe kaum Reichweite.

zunächst mal:

Ich vermute, dass die Debatte ganz anders verlaufen würde, wenn Täter und Opfer deutsch gewesen wären.

Nein, das denke ich nicht. Wie wars denn bei den bisherigen Amokläufern? Da wurde das Thema Mobbing auch mal angeschnitten, war aber nie Hauptkritikpunkt. Bei den "Deutschen" Tätern wurde dann auch über Waffenbesitz, Killerspiele,... diskutiert und das Mobbing wurde nur "erwähnt".

Außerdem: Das Problem Mobbing ist schon lange bekannt, es gibt schon immer Mobbing-Opfer und das Thema wird auch an Schulen immer wichtiger, dass aufgeklärt wird.

Das in München war schrecklich, keine Frage, aber es ist nunmal nicht so, dass die Leute jetzt denken: "Oh, Mobbing ist ja was böses!" Das war den Menschen davor schon bewusst... Nur wurde es eben da schon tot geschwiegen von vielen...

Ja, meiner Meinung nach sollte man zu dem Thema unbedingt (!!) mehr Aufklärungsarbeit leisten, aber dafür habe ich schon vor dem Amoklauf plädiert.

Und: Nicht nur Mobbing. Psychische Krankheiten allgemein, denn das sind beides Themen, die leider immernoch zu sehr verschwiegen werden.

Das riesen Problem ist in meinen Augen: Depressionen (oÄ.) machen einen Menschen nicht zum Amokläufer, auch Mobbing macht einen Menschen nicht zum Amokläufer.... Es ist in meinen Augen die Kombination aus beidem.... Beides (in einer sehr starken Variante!!), das ist die tödliche Mischung, die einen jungen Menschen zum Amokläufer machen lässt.

Allerdings sagen zu viele Leute: "In dem Thema sollte man mal was machen!" Nur: Wer ist "man"? Es bringt herzlich wenig, wenn tausende sagen, was "man" tun sollte, aber keiner irgendwie das Ruder in die Hand nimmt....

Ich lass hier mal einen langen Text weg und werfe mal ein, dass nicht Mobbing das Problem ist, sondern Depression. Bzw der Umgang mit depressiven Leuten. Hilfe zu bekommen ist nicht leicht für jemanden, da man sich die meistens aus eigener Kraft besorgen muss - und das ist das, was so jemandem in dem Stadium meist bereits fehlt. Also meiner Meinung nach sollte die Aufmerksamkeit eher auf den Depressionspunkt gehen, nicht auf das Mobbing( ist ein schlimmes Thema und sollte auch besprochen werden, aber Depression das Stichwort bei einer solchen Tat in meinen Augen)

Kommentar von ShinyShadow
28.07.2016, 16:03

Das Mobbing (und allgemein der negative Umgang mit Depressiven) ist aber in meinen Augen genau das, was den Unterschied zwischen einem Selbstmörder und einem Amokläufer macht.

Viele depressive Menschen entwickeln einen Hass auf sich selbst, weil sie in ihren Augen nicht in unsere Welt passen.

Wenn solch ein Mensch allerdings von "der Welt" (in dem Fall von ihrem Umfeld, von Mitschülern, von Lehrern, von der Familie,...) schlecht behandelt werden, entwickeln sie stattdessen einen Hass auf Welt, dann sehen sie die Schuld nicht mehr bei sich selbst, sondern bei anderen.

Von dem her denke ich schon, dass Mobbing eine sehr sehr große Rolle spielt.

(Aber nochmal zum Verständnis: Ich möchte dir nicht widersprechen!! Auch psychische Probleme sind ein Thema, in dem viel Aufklärungsbedarf herrscht!)

0

"dass der Täter seine Tat damit begründet hatte, dass er gemobbt wurde, und dass er sich an seinen Peinigern rächen wollte." 

Häääh??? Wenn jeder, der gemobbt wird, sich an seinen Peinigern und dazu noch an anderen unschuldigen Menschen rächen würde, wäre ganz Deutschland ein Blutbad! Gegen Mobbing kann man sich wehren.

Kommentar von BTyker99
28.07.2016, 17:52

Er hat sich ja jetzt gewehrt. Aber dieser Schritt ist natürlich nicht ganz einfach, und viele trauen sich nicht, da das eigene Leben damit ebenfalls beendet wird. Die meisten wehren sich vermutlich erst, wenn sie denken, sie hätten sowieso nichts mehr zu verlieren.

Das außenstehende getroffen worden sind, hat wohl damit zu tun, dass die per Facebook eingeladenen "Freunde" nicht erschienen sind. Es trifft leider häufig die falschen...

0

Mobbing müsste richtig bestraft werden und dafür unterschreibe ich gerne 

Mobbing gibt es in jedem Land. Bei wichtigen Themen werden oft die Augen verschlossen oder die Themen werden klein geredet, sie seien nicht wichtig.

Ich finde die Schulen sollten mit den "Mobbern" konsequenter umgehen zwar ist es schwer sowas als nicht Schüler mit zu bekommen wer wann und wo gemobbt wird sowas findet ja nicht immer nur vor den Augen von Lehrern statt. Aufjedenfall sollte man sich da mal mehr Gedanken machen.

Kommentar von Cre3per
28.07.2016, 16:00

Das Problem bei sowas ist, dass ein guter Freund gemobbt wurde in der Grundschule - und zwar von fast der gesamtem Klasse - und als er sich an einen Lehrer wendete bekam er in etwa zu hören, dass er dann wohl irgendwas an sich ändern sollte...

Also er hat sich damals ziemlich verarscht gefühlt von den Lehrern im allgemeinen

2

Was möchtest Du wissen?