warum wird Selbstmitleid als etwas Negatives angesehen?

... komplette Frage anzeigen

14 Antworten

Eine Definition von Selbstmitleid ist zum Verständnis nötig. Denn unter Selbstmitleid verstehen nicht alle das gleiche:

 

(Input) Wahrnehmung eines Ereignisses:

1.1 Ein Ereignis findet statt.

1.2 Das Ereignis wird wahrgenommen.

 

(Verarbeitung) Es folgt eine persönliche Einschätzung des Ereignisses als:

2.1 auf  mich bezogen

2.2 negativ

 

(Output) Es folgen Reaktionen:

3.1 Leiden. (Selbstmittleid)

3.2 Weitere Reaktionen.

 

 

Mein Fazit: Selbstmitleid ist etwas gutes.

Begründung: Angenommen Selbstmitleid wäre nicht gut. Dann wäre es folglich nicht gut bei einem Ereignis wie oben von mir festgelegt, ein Leidensgefühl zu erfahren. Das ist aber ein Wiederspruch. Denn Das Leidensgefühl ist eine wichtige Reaktion des Körpers, welches uns die Fähigkeit gibt, zu realisieren, dass etwas falsch gelaufen ist.

 

 

Jedoch bleiben Einflussfaktoren übrig.

Alle Punkte, ausser Punkt 1.1 besitzten einen gewissen Spielraum.

 

Beispiel zu Punkt 1.2:

Zur Wahrnehmung eines Ereignisses haben wir nur unsere Sinne. Deren Funktionalität unterliegt Schwankungen. Eine weitere Rolle spielt der Ort, an dem wir uns befinden, während ein Ereigniss stattfindet.

 

Beispiel zu Punkt 2.1 und 2.2:

Von zwei unterschiedlichen Personen kann das gleiche Ereignis unterschiedlich bewertet werden. So kann beispielsweise eine Aussage einer Person negativ, neutral oder positiv interpretiert werden.

 

Beispiel zu Punkt 3.1:

Mit Leiden, unter den Vorraussetzungen aus den vorhergehenden Punkten, ist das Selbstmitleid gemeint.

Die Intensivität des Leidens kann variieren.

 

Beispiel zu Punkt 3.2:

Als weitere Reaktion kann Wut empfunden werden. Weiterhin kann sich auch ein Aktionsdrang entwickeln. Es können auch Verhaltensmuster ausgelöst werden. Dazu gehört auch krankhaftes Verhalten.

 

 

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich keine externen Quellen für diesen Beitrag benutzt habe. Damit ist dieser Beitrag nicht als wissenschaftlich anzusehen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Natürlich ruft Selbstmitleid eine negative Empfindung hervor. Das wird schon in dem Wortstamm deutlich "mit Leid". Für mich bedeutet es also, dass ein wie auch immer geartetes Leid gibt und ich nehme an diesem Anteil, ich leide mit. Leiden ist immer negativ, was wohl jedem klar sein sollte. Und Leiden lähmt den Menschen (ob nun auf körperliche oder seelische Weise).

 

Ich weiß, dass das noch nicht deine Frage ist, aber ich halte diesen Einstieg für sinnvoll. Wenn ich über solche Sachen nachdenke, überlege ich mit vorher die Worte kommen, die den Sachverhalt beschreiben. Die Verbindung des "Mitleidens/Mitfühlens" findet man nicht nur in der deutschen Sprache (spanisch: compasivo; im englischen: compasionate, usw.). Diese Sprachen sind ja noch alle recht "neu", aber sie sind teilweise aus ähnlichen entstanden (bestes Beispiel ist hier ja wohl Latein). Ich gehe also davon aus, dass dieses Gefühl, was der Mensch empfinden kann, schon seit Hunderten von Jahren als "Mitleid/Mitgefühl" bezeichnet wird. Natürlich stellt sich hier die Frage nach dem Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl, ich finde dieser wurde hier schon deutlich dargestellt.

Mitleid ist also schon von dem Wort her mit negativen Assoziationen besetzt -eigentlich. Ich denke, dass es hier problematisch geworden, liegt an dem Sprachwandel. Mitleid und Mitgefühl werden synonym genutzt - eigentlich. So bekommt das "Mitleid" eine positivere Bedeutung - man fühlt mit, man nimmt Anteil, man ist aktiv, obwohl "mitleiden" eigentlich bedeutet, dass man sich von dem Leid überwältigen lässt und resigniert. Diese eigentliche Assoziation bleibt in dem Wort "Selbstmitleid" hängen.

Meine weiteren Gedanken hierzu wurden schon treffend genannt.

 

Es schade finde ich, dass bei einer solch interessanten Frage, die man so vielen Blickwinkeln betrachten kann, keine Diskussion aufkommen kann. Ich selbst bin auch ein Mensch, der recht beharrlich bei seiner Meinung verweilt und sich nur durch aussagekräfte Argumente überzeugen lässt, was ich nicht für eine schlechte Eigenschaft halte. Jedoch muss man sich auch eingestehen können, dass andere Meinungen ebenfalls "wahr" sein können (das gibt es sogar in der Wissenschaft, der Methodendualismus), den niemand kann für sich die völlige Wahrheit beanspruchen. Wahrheit ist meiner Meinung nach, immer relativ und niemals absolut.

 

Deine Unterstellungen, dass alle Menschen noch das Gedankengut der Nationalsozialisten (und das was du hier, davon erwähnst, mag vielleicht ein bekannter Ausspruch sein, aber gewiss wurde diese Ideologie schon weit vor den Nationalsozialisten weltweit gepredigt (hier meine ich natürlich, dieses Stark-sein, keine Schwäche-zeigen). Es ist also kein reines nationalsozialistisches Gedankengut. Ich will hier bestimmt nicht, irgendwelche Ideologien rechtfertigen. Ich halte es nur für eine fast schon diskriminierende Behauptung, dass ich ein Neonazi sei. Wahrscheinlich nur, weil ich deutsch spreche? So scheint mir deine Behauptung aufgebaut zu sein und daher empfinde ich sie als völlig fehl am Platz und unrelevant. Solltest du es ganz anders gemeint haben, kannst du es mir gerne erklären. Vielleicht habe ich etwas falsch verstanden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

also ich aus der sicht eines angehenden physiotherapeuten kann sagen: selbstmitleid is negativ, weil es heilungsprozesse verlangsamt bzw. neue symptome (meist psychische) mit einbringt. Ein großteil der patienten, die sich ein herz fassen und wieder gesund werden wollen, werden es auch, aber bei demotivierten, in selbstmitleid versinkenden Patienten zieht sich das meist in die Länge (betonung auf meist natürlich kann es auch anders sein aber in der regel ist es so). Selbstmitleid ist ein Stillstand im Denken und der Kopf ist immer dabei, wenn man eine Verletzung/Krankheit überwinden will.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von linnea3
15.02.2011, 17:22

komischerweise sagen aber die meisten Therapeuten den patienten; sie müssen doch jetzt aber auch mal an sich denken! wie geht denn das zusammen?

0

Hallo linnea3,

Selbstmitleid hat etwas mit leiden zu tun. Man befindet sich in einer oder begibt sich in eine Opferrole. Dies kann sogar zu psychischen Problemen führen und hat auch nichts mit Selbstliebe zu tun. Egoismus hat etwas mit Selbstliebe zu tun, die aber von destruktiver Art sind (wie z.B. Auch Narzissmus) und somit ebenso nichts mit der Liebe gemein hat. Was Du meintest, ist Mitgefühl (anstatt Mitleid). Mitgefühl für sich lässt auch Mitgefühl für andere zu. Im Selbstmitleid ist man in sich so gefangen, dass man kein Gefühl mehr für andere aufbringen kann. Erst durch das gefühl der Liebe, des Mitgefühls kann man sich und andere verstehen. Deshalb sollte man auch nicht Mitleid mit z.B. hungernden Kindern aufbringen und selbst mit leiden, sondern man sollte Mitgefühl aufbringen. Leid hat eine andere Energie, als Liebe. Sende diesen Kindern (gedankliche) Liebe, und nicht Leid; so wie Dir selbst auch.

MfG Fantho

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von linnea3
15.02.2011, 17:30

wenn man nun mal in einer Opferrolle ist? wenn man z.B Opfer von gewalt geworden ist? dann leidet man. Und sicher hat das dann auch mit Selbstliebe zu tun. Jemand der die gesellschaftliche NormSelbstmitleid ist ihhbah übernimmt kann sich nicht zugestehen über das ihm angetane unrecht wirklich traurig zu sein. Er ist ja ein "Opfer" inzwischen zum Schimpfwort mutiert,( was ich als unsinnig ansehe, denn sollte nicht eher "Täter" das Schimpfwort sein?)

0
Kommentar von linnea3
15.02.2011, 17:30

wenn man nun mal in einer Opferrolle ist? wenn man z.B Opfer von gewalt geworden ist? dann leidet man. Und sicher hat das dann auch mit Selbstliebe zu tun. Jemand der die gesellschaftliche NormSelbstmitleid ist ihhbah übernimmt kann sich nicht zugestehen über das ihm angetane unrecht wirklich traurig zu sein. Er ist ja ein "Opfer" inzwischen zum Schimpfwort mutiert,( was ich als unsinnig ansehe, denn sollte nicht eher "Täter" das Schimpfwort sein?)
Am Ende wird dein kommentar wirr. War haben jetzt die hungernden kinder damit zu tun? ich sprach von Mitleid mit der eigenen Person. Ordne mal deine gedanken.

0

ich denke mal weil keiner das gerne hören möchte wie jemand sich die ganze ziet selbst bemitleidet ich persöhnlich hätte auch keine lust da drauf und was gutes ist es ja auch nciht lg....

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von linnea3
15.02.2011, 17:22

keine Antwort. Meine Frage war ja, warum es allgemein als etwas Schlechtes angesehen wird.

0

Sagen wir so- natürlich darf man sich auch mal selber leid tun, kennt jeder. Aber "an sich selber denken" heißt ja vor allem, zu sehen, was man sich Gutes tun kann,damit es einem besser geht, dann muss man sich auch nimmer selbst bemitleiden...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von linnea3
15.02.2011, 17:27

nein, es heisst nicht nur "sich etwas Gutes tun". Es heisst bei viele psychischen Problemen auch, sehen was einem angetan worden ist und sich das recht herauszunhemen Mitleid für sich selbst zu empfinden, bzw z.B. bei einem missbrauchten Kind, Mitleid für das kind zu empfinden, dass man gewesen ist. Oder sagts du auch zu einer Person die unter Depressionen leidet weil sie als Kind missbraucht wurd, nu hör mal auf zu heulen, du versinkst ja hier in Selbstmitleid? ja, kann ich mir gut vorstellen, das passt in unsere gesellschaft

0

selbstmitleid ist was anderes als selbstmitgefühl ... selbstmitleid hindert dich daran, an deiner situation was zu ändern. deswegen finden das die meisten nich gut. selbstmitgefühlt dagegen ist gut und ganz wichtig"

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von linnea3
15.02.2011, 17:18

ich sehe keinen Unterschied zwischen Mitleid und mitgefühl

0

wenn du dir ständig sagen würdest "ich kann nichts", "ich bin nichts" oder "mich brauch keiner"... dann glaubst du igrdendwann daran...und glaub mir, viele menschen verzweifeln so und denken von sich selbst, dass sie schlecht sind.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von linnea3
15.02.2011, 17:20

das ist kein Selbstmitleid, das ist ein geringes Selbstwertgefühl, ein Unterschied.

1
Kommentar von Rubensstut6
27.09.2013, 12:29

sowas kann einem aber auch eingeredet worden sein, z.b.von neidischen Eltern, und zwar solange bis Du es selbst glaubst!

0

Selbstmitleid ist eine Lethargie und ein Gefühl , das dich lähmt und nicht voranbringt, das dich im Kreis laufen lässt und als unfähig darstellt. Unfähig, dich mit dir selbst kritisch auseinanderzusetzen. Nur mit den Erkenntnissen über dich selbst bist du fähig, etwas an dir zu ändern, weniger an den äußeren Umständen ;))

Selbstmitleid und Egozentrik sind unterschiedliche Dinge!!!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von linnea3
15.02.2011, 17:24

wer sagt denn, dass jemand der Selbstmitleid empfindet, nicht in der lage ist sich kritisch damit auseinanderzusetzen? das ist doch schon wieder deine eigene Negative Deutung. Ich weiß, dass Selbstmitleid und Egozentrik unterschiedliche Dinge sind. Liest du die fragen nicht richtig durch? Nur meine ich, wer an sich denkt und sich selbst liebt und akzeptiert, wiedos darf der nicht Mitleid mit sich selbst empfinden wenn ihm etwas Schlimmes wiederfährt oder widerfahren ist?

0

Man soll auch mal an sich denken,aber nicht immerzu. Man soll an sich denken,im Sinne von etwas an sich/eine Situation zu verbesser und nicht nur daran zu denken ,wie schlecht es einem geht - und das ist das einzige was beim Selbstmitleid passiert,daher ist es negativ.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von linnea3
15.02.2011, 17:21

Frage nicht verstanden

0
Kommentar von linnea3
17.02.2011, 03:04

"Man soll", wie ich Aussagen hasse, die mit !man soll..." beginnen

0

Ey,

Leute die sich des Selbstmitleids befleissigen suchen die Schuld für ihr vermeintliches Elend auch sehr gerne bei anderen, etwa den Kindern denen sie unterstellen, sich zu wenig um sie zu kümmern oder aber ihnen zuviel Ärger bereitet zu haben, obwohl das zum Einen nicht stimmt und zum anderen nur ein Vorwand ist hinter dem sich der wahre Grund verbirgt. Im Übrigen konnten sich Kinder nicht von allein zur Welt bringen! Hinzu kommt das in dieses Selbstmitleid dann die Umwelt mit einbezogen wird, die Öffentlichkeit wird als Theaterbühne missbraucht, z.b. im Krankenhaus wo man sich immer wieder wegen irgendwelcher Scheinkrankheiten einweisen lässt, bis man wirklich krank ist, und, und, und!

LG

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hmm ich weiß nicht. Ich finde einen gesunden Egoismus eigentlich gut. Solange man es nicht übertreibt und die Menschheit damit nervt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Man kann auch Selbstmitleid haben ohne die ganze Zeit herumzujammern und da wird wohl kaum jemand etwas gegen haben. Die Leute sind eben nur genervt, wenn es den ganzen Tag nur "Oh nein, mein Leben ist so schrecklich..." geht und man nichts dagegen tut. Man kann doch auch an sich denken und dabei nicht nur untätig jammern, sondern aktiv etwas gegen seine Probleme machen. :-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von linnea3
15.02.2011, 17:19

ja, du siehst dass du bei dem Wort Selbstmitleid schon mal ein ganz negatives Bild im Kopf hast. Und genau das meine ich. Leider bist du durch meine Frage nicht wirklich ins nachdenken gekommen, sondern holtst nur die altbekannten klischees aus der kiste.

0

Ich bin zwar keine Psychologin, aber ich denke, daß "Selbstmitleid" deshalb als negativ bewertet wird, weil es als ein Zeichen von Schwäche, Selbstaufgabe und Resignation bewertet wird. Jemand, der mit sich im Reinen ist, ein starkes Selbstbewußtsein/Selbstwertgefühl und Stärke hat, wird dieses Gefühl "Selbstmitleid" nicht zulassen.

Wenn ich so in meine Vergangenheit schaue, kann ich mich nicht an nur eine einzige Situation erinnern, in der ich mich selber bemittleidet habe. Ich habe immer nach vorne geschaut und nie zurück.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von syllis
15.02.2011, 17:34

Genau so sehe ich das auch ;))...

0
Kommentar von linnea3
15.02.2011, 17:35

du bist auch ein gutes beispiel für die Kollektive neurose und dafür wie dieses :hart wie kruppstahl noch in allen köpfen verankert ist. Du schreibst:Jemand, der mit sich im Reinen ist, ein starkes Selbstbewußtsein/Selbstwertgefühl und Stärke hat, wird dieses Gefühl "Selbstmitleid" nicht zulassen. deine Wortwahl ist schon mal verrätersich. Es nicht zulassen. Was heisst das? das gefühl ist vorhanden, aber es wird unterdrückt. Warum? weil man es sich nicht zugesteht, weil es gesellschaftlich nicht anerkannt ist. Was tun unterdrückte Gefühle? sie wirken aus dem Untergrund, verursachen neurosen und andere psychische probleme. und meine eigentliche frage, warum es zwar wichtig sein soll sich selbst zu lieben, aber nicht anerkannt ist mit sich selbst mitleid zu empfinden, den Widerspruch hat noch keiner aufgelöst. Ihr seid alle sehr in den gesellschaftlichen Vorgaben befangen. Huhu, gibt es hier noch Menschen die selbser denken?

0

Was möchtest Du wissen?