Warum wird Schulpolitik nicht zentral gesteuert?

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5 Antworten

Ist so in der Verfassung verwurzelt. Einen vernünftigen Grund dafür gibt es aber nicht. Man muss leider ganz klar sagen, dass vieles in Deutschland nicht rational geplant, sondern historisch gewuchert ist.

Das gilt für das Bildungssystem, das eben auch historisch immer Ländersache war(v.a. weil die deutsche Nation ja durch den Zusammenschluss der einzelnen Länder entstand).

Das gilt auch z.B. für den übermäßigen Föderalismus im allgemeinen oder für das chaotische Sozialsystem(wir haben eigentlich vier Rentensysteme: Eines für normale Arbeitnehmer, eines für Beamte, eines für Freiberufler und eines für Selbstständige). All das ist historischer Wildwuchs, keine rationale Planung. Entsprechend wäre es anders eben auch besser. 

Hat historische Ursache. Sinnvoll ist es nicht; eine zentrale Festlegung zumindest wäre viel besser, weil einheitlicher und übersichtlicher.

Aber weil die Väter und Mütter unserer Verfassung den schwerwiegenden Fehler gemacht haben, das Schulsystem den Ländern zu überlassen, haben wir mittlerweile reines Chaos. In einigen Ländern ist das Schulsystem nicht drei, sondern zweigliedrig(Hamburg und Bremen), in einigen dauert die Grundschule nicht 4, sondern 6 Jahre(z.B. Berlin), Baden-Württemberg versucht im Moment, das gegliederte Schulsystem ganz abzuschaffen und in einigen Ländern(NRW!) herrscht einfach nur noch Chaos.

Dieses System ist dringend reformbedürftig. 

Es ist in meinen Augen ein Trugschluss, dass alle die gleichen Chancen bräuchten.

Das wäre so, als würdest du jedes Tier in einen Teich setzen, auch wenn das gegen seine Natur wäre.
Denn es sollen ja alle die Chance nutzen können, im Wasser zu sein.

Jeder sollte die Chance bekommen, die er braucht.

Schlimm finde ich allerdings, dass die Schulpolitik noch über dem Grundgesetz steht.
Denn das Recht auf gewaltfreiem Umgang ist eine Farce durch den rigiden Schulbesuchszwang.

Aus historischen Gründen, wie auch in allen anderen Aussagen bereits festgehalten. Es gibt aber auch sachliche Gründe, auch wenn sich darüber streiten lässt und sie auch mir nicht zwingend erscheinen.

1. In einem Bundesland, das an Frankreich, Polen o.a.  grenzt, kann es sinnvoll sein, der betreffenden Sprache im Fremdsprachenunterricht einen größeren Stellenwert zu geben als in einem Land, in dem es keine solchen Grenzgebiete gibt. 

2. Im Geschichtsunterricht, aber auch in Geographie gibt es Gründe, regional bezogene Stoffe ausführlicher zu behandeln als die anderer Regionen, weil dazu ein stärkerer emotionaler Bezug besteht..

3. Im NS-Staat wurde es durch die Abschaffung der Landesregierungen erleichtert, regionale Widerstände gegen die totalitäre Herrschaft auszuschalten. - In sehr stark abgeschwächter Form gilt Ähnliches auch für Zentralstaaten. In Frankreich z.B. werden Entscheidungen oft vom Pariser Standpunkt aus gefällt und regionale Gesichtspunkte vernachlässigt.

4. Seit Montesquieu sieht man in Gewaltenteilung ein wesentliches Element des Rechtsstaates. In einer parlamentarischen Demokratie ist die Kontrolle der Regierung durch die Parlamentsmehrheit, die die Regierung gewählt hat, nicht sehr ebgagiert, weil Regierung und Parlament durch die Spitzenvertreter derselben Parteien bestimmt werden. Die Opposition aber ist - wie z.B. gegenwärtig bei der großen Koalition - zahlenmäßig zu schwach, um durchweg eine effektive Kontrolle zu gewährleisten. Deshalb tritt zur Gewaltenteilung in Exekutive, Legislative und Judikative bei uns auch die zwischen Bund und Ländern.

5. Dass es nicht nur ein kulturelles Zentrum gibt, macht die Regionen attraktiver. Es gibt nicht so eine starke Bevölkerungszusammenballung (mit all den Folgen für Mietpreise, Verkehrsprobleme u.a.) wie in einem einzigen Zentrum.

6. Regional unterschiedliche Ferienregelungen ermöglichen eine längere Urlaubssaison mit dementsprechend weniger Staus.

Sicher gibt es noch mehr Gründe, die mir gerade nicht einfallen. 

Hallo,

im Grundgesetz steht, dass die in unserer Bürokratenrepublik sog. "Bildung" Ländersache ist.

Inzwischen fordern alle Parteien, das System zu vereinheitlichen: Die Linke, SPD, Grüne, sogar die AfD. Einzig und allein die Unionsparteien und die FDP sind für das bestehnde System, welches ziemlich ********** ist.

V.a. die Lerninhalte.

MfG

Steven Armstrong

PS: Ich werde mich morgen mit einem Nachtrag melden.

Absolut falsch, dass die FDP für das jetzige Bildungssystem ist. 

https://www.liberale.de/content/bildungspolitik

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@telesphorus

Stimmt, die FDP will das Schulsystem auch vereinheitlichen. Es scheitert also- mal wieder- alles an der CDU/CSU, die sich nicht bewegt. Und anders als z.B. bei der Homo-Ehe(auch die scheitert an der Union) muss sie hier zustimmen, da man ohne sie praktisch nicht das GG ändern kann. 

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Nachtrag:

Es geht, wenn über unser sog. "Bildungssystem" diskutiert wird hauptsächlich um das "System".

Mir persönlich geht es um die sog. "Lerninhalte":

Sport:

Unnötig, stattdessen freiwillige Sport AG.

Deutsch:

Textinterpretationen und Gedichtsanalysen

Zitat von Naina: "Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder  Versicherungen. Aber ich kann 'ne gedcihtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen."

Prüfungslektüre in BW 2016: "Ins Nordlicht blicken"

Stinnklangweilig und es kommen mehrmals die Begriffe "P*rno", "P*rnos" und "Wichs*n" vor. Da braucht man sich über die heutige Jugend nicht zu wundern, wenn diese nur Sex, Drugs and Rock 'n Roll im Kopf hat.

Reli ev/Reli rk/Ethik:

Ersetzen durch Philosophie.

NWA:

Naturwissesnchaftliches Arbeiten. Aufgeteilt in Physik, Chemie und Biologie. Es gibt jedoch nur die NWA Note und keine in Bio, Physik und Chemie. Wenn man in Physik und Chemie 'ne fünf hat und in Bio 'ne 2 dann bekommt 'ne 4. Wenn man sich irgedwo als Biologin bewerben will, dann wird nicht angenommen, wegen der 4.

EWG:

Erd-, Wirtschafts- und Gemeinschaftskunde. Also Geographie, Wirtschaft und Politik. Man hat in Wirtschaft und Politik 'ne 5 und in Geo 'ne 2. Gleiches Ergebnis, wie bei NWA.

Geschichte:

Nur deutsche Geschichte; Man erfährt nicht mal Ansatzweise (Ansatzweise würde genügen) etwas über die Weltgeschichte, nicht einmmal die Mondlandung wird erwähnt; EU wird als das non-plus ultra dargestellt.

Französisch:

Man bringt uns bei, wie man in einer Boulangerie ein Baguette oder ein Croisannte kauft. Ganz zu schweigen vom sog. "Grammatikheft". dazu noch ein paar langweilige französich Lehrerinnen und alle SchülerInnen haben eine 4. 

Englisch:

Man lernt jeden "Fur*" in der Grammatik, im Gegensatz zu Französisch.

Dabei sind Englisch UND Französisch gleichermaßen wichtig: Auch in der ach so tollen EU, deren Amtssprachen Deutsch, Englisch und (wer vom Kuhm*sterium hätte das gedacht): Französisch!

Amtssprachen der UNO: Englisch UND (wer vom Kuhm*sterium hätte es gedacht): Französisch!

Meine Generation soll in Afrika Entwicklungshilfe leisten, ja? Dann bringt uns Französsich bei! Der großteil Arfikas, der unter Krieg, terror und Hunger leidet, spricht FRANZÖSISCH (Burkina Faso, Niger, die Zentralafrik. Rep., beide Kongos,...).

Und das wird als "Bildungssystem" genannt.

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