Warum wird nicht demokratisch abgestimmt, ob es christliche religiöse Feste in Deutschland noch geben soll oder nicht?

17 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wir lösen uns ja immer mehr von der Kirche. Das war noch vor ein paar zig Jahren nicht der Fall - es ist also eher neu. Wir lernen langsam umdenken. Langsam! Nicht schnell! Dir Kirche hat vieles beeinflusst, bevor es überhaupt eine Regierung gab. Noch heute werden Einschulungen mit einem Gottesdienst begonnen. Warum, kann ich auch nicht nachvollziehen. Meine Hoffnung ist, dass Dein Wunsch irgendwann erfüllt wird - dann, wenn noch mehr Menschen entweder austreten oder gar nicht erst getauft werden. Irgendwann werden wir überwiegen. Noch ist es nicht so weit.

Es ist nunmal nicht erkennbar, dass ein Großteil der Menschen in diesem Land ein Problem mit christlichen Feiertagen hat. Es gibt keine Demos gegen diese Feste, keine Aufrufe zum Boykott von Weihnachtsmärkten, und zu Ostern finden sich keine Graffitis an den Supermärkten, auf denen steht "Es gibt keine Auferstehung und keinen Osterhasen!".

Wäre erkennbar, dass ein sehr großer Teil der Menschen antitheistisch denkt, müsste man natürlich eine Debatte zu dieser Frage führen. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall. Du befindest dich mit deiner Meinung allem Anschein nach in der absoluten Minderheit.

So lange das so bleibt, gibt es keinen Grund, darüber "abzustimmen". Wir stimmen ja auch nicht über die Legalisierung von Mord ab, denn die allermeisten Menschen sind keine Mörder und finden Mord auch nicht so toll. Wir stimmen auch nicht über ein Verbot des Fleischkonsums ab, denn die allermeisten Menschen essen sehr gerne Fleisch.

Es ist keine Demokratie, wenn radikale Minderheiten dem Rest der Bevölkerung ihre persönlichen moralischen Ansichten aufzwingen.

In unserer Form der Demokratie kann und darf darüber abgestimmt werden, sofern es erwünscht ist.

Angenommen, es käme dabei heraus, dass die Mehrheit solche Feste nicht will...dann tritt bei uns der Minderheitenschutz in den Vordergrund, der den Minderheiten im Rahmen der Legalität...ihre individuelle Religionsausübung zugestehen würde.

Kurz:

Du musst an keinem dieser religiösen Feste mitwirken, aber es anderen Menschen zugestehen

btw.:

Minderheitenschutz gibt es so nicht in jeder sog. 'Demokratie'

Hör mir nur auf mit Minderheitenschutz. Wer schützt mich oder besser gesagt, wen interessiert mein politisches Begehren und meine dazugehörige Partei? Pech gehabt, nicht wahr, dass sie mehrheitlich nicht gewählt wurde. Und ich sehe es sogar ein. Weil demokratisch darüber abgestimmt wurde

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Wer soll denn da "demokratisch" abstimmen? Die Christen, die diese Feste unbedingt beibehalten wollen, oder die anderen, die von Kirche & Co. nichts halten?

Es gibt ganz einfach Bereiche, in denen "demokratische Abstimmungen" nichts anderes als eskalationsträchtige Meinungsbeharrungen bleiben, deren Fronten nicht aufweichbar sind.

Soweit es Feiertage betrifft, gibt es auch noch auf ganz anderer Ebene zwei Gruppen mit unverrückbarer Meinung: Diejenigen Arbeitgeber, die den Hals nie voll genug bekommen können, und die Durchschnittsbürger, für die Feiertage willkommene Zusatzurlaubstage sind.

Du wirst nicht gezwungen das zu feiern. Wir haben Religionsfreiheit. Freue dich einfach über die geschenkten freien Tage. Kannst diese ja an einem Ort fernab der christlichen Kultur verbringen, dann bekommst du davon auch nichts mit.

Und je nach Beruf kannst du auch arbeiten gehen, die Kollegen freuen sich sicher.

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