Warum wird mehr Produkt gebildet wenn sich das Gleichgewicht nach rechts verschiebt?

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4 Antworten

Hey!
Ich hab Leistungskurs Chemie gehabt, ist aber schon lange her.

So ganz eindeutig ist deine Frage auch nicht formuliert, aber ich kann mir Einiges denken:
Eine endotherme Reaktion ist eine Reaktion, die Energie von außen benötigt, damit sie überhaupt abläuft. "Endo" heißt soviel wie "innen" oder "nach innen", du musst also Energie hineingeben.

Im Gegensatz dazu gibt eine exotherme Reaktion Energie ab, wenn sie abläuft. "Exo" heißt "nach außen".

Du beschreibst, dass bei einer endothermen Reaktion mehr Produkte gebildet werden, wenn die Temperatur erhöht wird.
Das ist doch klar, oder? Wenn du die Temperatur erhöhst, wird den Ausgangsstoffen mehr Energie zugeführt, die sie brauchen, damit sie miteinander reagieren können. Also laufen umso mehr Reaktionen ab, je mehr Energie zugeführt wird, also je höher die Temperatur ist.

Und je mehr Reaktionen ablaufen, desto mehr Produkte dieser Reaktionen entstehen.

Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt.

Omg logisch 😳 Ich danke dir!

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Die Antwort auf die Frage ist sehr einfach, aber vielleicht nicht die, die du brauchst/ willst.

Definitionsgemäß steht bei Reaktionsgleichungen das Produkt rechts. Daher bedeutet eine Rechtsverschiebung des GGW, per definitionem, dass mehr Produkt entsteht.

Was du eventuell eher wissen wolltest

Im Fall der von dir genannten endothermen Reaktion ist es so, dass die Reaktion, um abzulaufen, Wärme benötigt.

Wenn es eher kühl ist, dann entzieht die Reaktion der Umgebung zwar etwas Wärme und kühlt es ab, aber dadurch ist noch weniger Wärme da und ein weiteres Entziehen ist ungünstig.

Daher würde die Mischung eher nicht oder nur zu einem kleinen Teil reagieren und sonst liegen bleiben. Die Edukte, also die Reaktionsmischung, steht in der Gleichung auf der linken Seite, man sagt also, dass das GGW nach links verschoben ist.

Wenn jetzt aber Wärme im Überschuss da ist, dann können die Edukte leicht aus der Umgebung Wärme aufnehmen, und mehr davon reagiert auf die Produktseite, also nach rechts. Somit ist das GGW nach rechts verschoben.

Für exotherme Reaktionen gilt es genau andersrum; diese werden in der Kälte nach rechts verschoben, in der Wärme laufen sie schlechter ab.

Das ganze ist über die Gleichunt

ΔG = ΔH - TΔS

Wenn ΔG negativ ist, läuft eine Reaktion freiwillig ab, das GGW liegt rechts. Das ist der Fall wenn T groß ist (oder ΔS, aber das brauchen wir gerade nicht), also die Temperatur, oder ΔH (stark) negativ. Wenn die Entropieänderungen groß sind (ΔS), kann sich das noch deutlich ändern.

Erhöht man bei einem Gleichgewicht die Temperatur, so verlagert sich das Gleichgewicht unter Energieverbrauch. Bei einer exothermen Reaktion wird die Ausbeute kleiner, bei einer endothermen Reaktion größer.

Das sollte man sich als Merksatz merken.

Ich bin aus dem Thema schon eine Weile raus, aber versuche es trotzdem mal:

Bei chemischen Reaktionen stellt sich irgendwann ein Gleichgewicht ein. Das ist erreicht, wenn die Anzahl der neuen entstehenden Produkte etwa gleich der Anzahl der Produkte ist, die wieder zu ihrem Ausgangszustand reagieren/"zerfallen".

Wenn die thermische Energie in der Reaktion erhöht wird, dann wird die Entstehung des Produktes gefördert/beschleunigt, während gleichzeitig weniger Produkte zu den Edukten "zerfallen". Dadurch verschiebt sich das Gleichgewicht in Richtung der Produkte, da sich das Gleichgewicht erst bei einer höheren Konzentration des Produkts einstellt.

Meinst du, dass durch die Temperaturerhöhung die Reaktionsgeschwindigkeit steigt und daher die Bildung der Produkte gefördert wird weil es schneller abläuft?

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@MMansonfan

Ja, so in etwa. Dadurch, dass die Temperatur höher ist, reagieren die Edukte aber nicht nur schneller miteinander, sondern mehr Edukte gehen eine Verbindung zum Produkt ein.

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