Warum wird in der deutschen Sprache eigentlich die hintere Zahl vor der vorderen genannt?

8 Antworten

Das gilt nur für den Zahlenraum von 13 - 99.

Im Niederländischen auch, im Englischen für den Zahlenraum 13 - 19, ist also kein rein deutsches Phänomen.

Als Ursache kann man sich denken, dass zunächst ausschließlich die Zahlen von 1 bis 9 (oder bis 12) verwendet wurden (in manchen Sprachen zählt man heute nch 1,2, "viele"). Später kamen dann die Zehner dazu, wobei die Einer wegen historischer Gewohnheiten weiterhin als erstes genannt wurden.

Erst als auch Zahlen ab 100 im täglichen Leben (des Alltagsbürgers, nicht des Kaufmanns!) gebraucht wurden, kam es bei diesen ab 100 zu einer Reihenfolge der Nennung, die uns heute "natürlich" erscheint. "Natürlich" ist das aber nur dann, wenn man mit entsprechend hohen Zahlen auch rechnet, und das konnten früher nur wenige Gebildete.

Es gibt weitere Zahlwortphänomene, die auf andere Gewohnheiten hindeuten. So die Sonderbenennungen von 11 und 12, die aus Zeiten stammen, in denen noch nicht das Dezimalsystem dominierte. Ähnlich deuten Bezeichungen wie "Dutzend", "Schock" (60) auf ein 12er-System hin.

Hat sich irgendwann mal herausgebildet. Wie so viele Merkwürdigkeiten aller menschlicher Sprachen.

Vielleicht haben wir hier einen Linguisten, der weiß, wann ungefähr mehr Zahlen als "Einer-und-Zehner" als als "Zehner-Einer" geschrieben wurden. Ob man daraus auf einen Grund schließen kann, ist dann immer noch eine eigene Frage.

Es gibt mehrere Sprachen, wo das auch so ist, z. B. im Holländischen.

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