Warum wird immer gesagt dass man als Kind keine Sorgen hat?

9 Antworten

Ich finde es faszinierend, dass du dich an deine Zeit als 3 Jähriger Zurückerinnern kannst... ich kann das nicht und ich nehme es dir, um ehrlich zu sein auch nicht so GANZ ab.

Sorgen kann man sich in der Regel nur dann machen, wenn man ein Verständnis für Kausalitäten hat. Ich mache mir Sorgen, dass es zu einem Krieg kommt, weil dann meine ganze Familie sterben könnte. Ich mache mir Sorgen, dass die Heizkosten weiter steigen, weil ich mir dann meine Wohnung nicht mehr leisten kann usw. usw.

Im Alter von 3 Jahren sind solche Sachen für die meisten Kinder aber noch zu extrem. Sie verstehen abstrakte Kausalitäten nicht bzw. nur dann, wenn sie wirklich konkret werden z.B. 'Mama und Papa bekommen ein neues Baby, es geht immer nur um das neue Baby, das neue Baby ist doof, denn es nimmt mir Mama und Papa weg'.

Insofern würde ich sagen, dass ein 3 Jähriger mangels Verständnis eher ANGST hat als dass er sich wirklich Sorgen machen würde.

Also man kann ja nie wissen ob die Erinnerungen wirklich wahr sind....das sind sie wohl nie so ganz, aber ich kann mich z.B. gut erinnern dass mir meine Mutter immer leid getan hat weil sie immer so überfordert wirkte ^^

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@Lulu0w06

Natürlich, aber das ist eine Reaktion auf eine erlebte Situation. 'Mama sieht müde aus und trotzdem muss sie arbeiten; Mama tut mir leid'.

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ich habe mir mit 3 nicht weniger Gedanken oder Sorgen gemacht als jetzt.

Dann hast du keine Sorgen.

Es gibt auch Menschen, die, wenn sie weniger als 500.000 € besitzen, meinen, dass sie ziemlich pleite sind.

Du siehst, auch Sorgen sind relativ.

Naja auch relative Sorgen sind nicht weniger real meinst du nicht?

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@Lulu0w06

Ja. Das meine ich. Relative Sorgen sind eher nahe einer Einbildung.

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@LinusMemdos

Alle Sorgen sind selbst konstruiert und relativ....

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@Lulu0w06

Die selbstkonstruierten Sorgen ja. Die herangetragenen Sorgen nicht.

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@LinusMemdos

Äh doch was von außen kommt kommt auch von innen. Wenn du kein Geld hast um dein Kind zu ernähren, dann nur weil du in deinem inneren deinem Kind, dem Sterben/verhungern oder dem grundsätzlichem Leiden Gewichtung gegeben hast...also so denke ich zumindest :)

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@Lulu0w06

Ich muss nachfragen, ob ich dich richtig verstehe:
Sagst du, wer kein Geld hat, um sein Kind zu ernähren, hat sich in gewisser Weise dazu entschlossen? (weil, sonst hätte er/sie Geld?)

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@LinusMemdos

Hat zumindest entschlossen darunter zu leiden...obwohl "entschlossen" da ein bisschen falsches Wort für ist

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@Lulu0w06

Ist die unbewusste Gewichtung Teil deiner Sorgen?
Also, hast du als 3 Jährige dieselbe Nachlässigkeit erfahren, wie heute?
Oder in welchen Kontext setzt du es.

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Hm.. mir ging es als Kind so, dass ich einfach gemacht habe, was mir Spaß gemacht hat. Im Kindergarten war man die ganze Zeit am spielen, dann Grundschule über sich ergehen lassen und sonst nur spielen.
Hab mir da auch hin und wieder paar Sorgen gemacht.

Allerdings bin ich jetzt in der Ausbildung, mach den Haushalt alleine und durch das wachsende Verständnis vieler dinge, was mit dem Alter kam, kamen auch mehr Sorgen dazu.
Vielleicht sagt man immer, dass man als Kind eine „sorgenfreie Zeit“ hatte, weil man nicht so viel zu tun hatte und halt nur ein kleines Kind war.
(Wehe irgendein Depp schreibt mir jetzt, dass das nicht bei allen Kindern der Fall ist und nur bei Privilegierten. Ist mir selbst auch klar.)

Mit 3 Jahren? - ne, ich glaube, das ist ein Alter, in dem man sich noch nicht wirklich bewusst ist, was Probleme bedeuten oder man sich Sorgen um Gesundheit und Existenz macht. In der Regel sind Kinder von Ihren Eltern so umsorgt, dass sie sich eben noch keine solchen Gedanken machen müssen.

Ich habe aber noch Antworten zu den Beiträgen in diesem Thema von dir gelesen... und dabei hast du eben diese Sorgen erwähnt, bei denen es darum geht, ob man Schuld daran ist, dass sich die Eltern nicht vertragen... oder ob man selber minderwertig ist. - Ich gehe davon aus, dass du in diesem Fall ebenfalls eine sehr zerrüttete Kindheit erleben musstest, wie ich. - Ich denke, ich kann daher nachvollziehen, was du meinst.

Ich glaube auch, dass Kinder aus ganz schlechten Familien, sich viel öfters mit sehr vielen Problemen und Sorgen beschäftigen und quälen, als man ihnen überhaupt zumuten kann. Vor allem gab es früher weniger Möglichkeiten, Hilfe zu holen... und je nach dem, wie sehr einem die Eltern isoliert haben, fristete man ein Dasein in ständiger Angst und kompletter Aussichtslosigkeit.

Ich für meinen Teil würde jetzt sogar behaupten, dass ich als erwachsener Mensch, nach der Flucht aus dem Elternhaus, bedeutend weniger Sorgen und Probleme habe, als in meiner Kindheit und Jugend. - Ich habe zwar immernoch Probleme und Sorgen, wie sie viele andere Menschen auch haben... aber heute weiss ich, dass ich die Möglichkeit habe, die Probleme zu lösen. (Dies war mir unter der "Herrschaft" meiner Eltern nicht möglich)

Trotzdem wäre wohl der "Normalfall", dass sich Kinder bei ihren Eltern so geborgen fühlen können, dass sie sich eben keine Sorgen machen müssen. Für mich klingt das zwar ein wenig "unvorstellbar", weil ich das halt nur vom hören sagen kenne ^^

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Oh oh das mit dem "aber heute weiss ich, dass ich die Möglichkeit habe, die Probleme zu lösen" kommt bei mir so langsam und es fühlt sich echt wie eine neue Welt an. Thx ^^

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@Lulu0w06

ja, es fühlte sich damals auch für mich wie eine ganz neue Welt an. Und ich hatte anfänglich doch ein paar Probleme, weil ich plötzlich handeln und entscheiden musste/durfte... oft musste ich meinen ganzen Mut zusammen nehmen und mich überwinden, mich von diesem "nichts Wert sein", "nichts richtig zu machen", "keine eigene Meinung haben zu dürfen" zu lösen. - Doch ich wusste vom ersten Tag in der eigenen Wohnung, dass dies endlich die Freiheit ist.

Aber auch ich erinnere mich an Kindheitserlebnisse, bei denen ich vielleicht 4 oder 5 Jahre alt war... es sind schlechte Erinnerungen, die sich eingeprägt haben und an die ich mich erinnern kann, als wären sie erst gestern passiert. Und sie sind alle mit dieser Angst verbunden, dass ich eben Mama nicht genüge oder enttäusche... oder Papa aus unerklärlichen Gründen wütend gemacht habe. Meine Eltern hatten damals Probleme mit mir, weil ich Kirsch-Joghurt nicht mochte... oder weil ich eine Grippe oder einen Husten hatte... weil ich Salat lieber mit einer extra Portion Salat-Sauce gegessen hätte... weil ich sagte, dass ich mit den viel zu kleinen Schuhen schmerzen hatte... - Meist Sachen, bei denen ich heute nicht nachvollziehen kann, dass man deswegen ein Kind zur Schnecke macht. Mit so 6 Jahren wurde mir dann auch bewusst, wie sehr sich auch meine Eltern gegenseitig nicht leiden konnten... verstehen konnte ich es aber nicht. Es war halt einfach so, dass Papa laut ist... und Mama weint. Irgendwann wurden dann eben beide laut... und man wurde als Teenager zusätzlich in die Eheprobleme mit einbezogen... - manchmal wundere ich mich, wie ich so was überleben konnte.

Solche Erfahrungen machen einem vielleicht auch ein bissen resistenter gegenüber den alltäglichen Probleme und Sorgen, die man als Erwachsener so hat.

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Richtig heißt es: "Kleine Kinder, kleine Sorgen. Große Kinder, große Sorgen":))

Welche Sorgen hattest Du denn als 3-Jährige/r? Dass Du Deinen Schnuller verlierst? :))

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