Warum wird Freiheit wichtiger bewertet als Gerechtigkeit?

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20 Antworten

Ungerechtigkeit besteht oft in ungleicher Verteilung von Freiheit. Wenn A die Freiheit hat, B zu seinem Sklaven zu machen, schränkt er damit B's Freiheit ein. Wenn B sich das nicht gefallen lässt, schränkt er damit As Freiheit ein, ihn zu versklaven. Vulgo: Die eigene Freiheit sollte da enden, wo sie die Freiheit eines Anderen vermindert.

Wem also seine eigene Freiheit wichtiger ist, als die Freiheit anderer, nimmt Ungerechtigkeit in Kauf. Das kann er allerdings nur in einem gewaltförmigen System, das es ihm erlaubt, durch Androhung eigener oder staatlicher Gewalt die Ungerechtigkeit gegen den Willen der Benachteiligten durchzusetzen und aufrecht zu erhalten.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Autodidaktisches Studium, Bundestagskandidatur, NGO

> Die eigene Freiheit sollte da enden, wo sie die Freiheit eines Anderen vermindert.
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Richtig. Und Gerechtigkeit ist, zu verhindern dass das passiert.
Nur um das zu ermoeglichen BRAUCHT es eben auch staatliche Gewalt... Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Gerechtigkeit wird individuell wahrgenommen. Fuer 2beer ist es wohl schon Ungerecht Geld zu besitzen, fuer andere wiederum sind Steuern ungerecht..

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Ohne Freiheit ist Gerechtigkeit nicht möglich.

Gerechtigkeit ist sowieso schwer herzustellen und in unserem Rechtssystem auch nicht der Maßstab.

Was ist denn Gerechtigkeit? In der Natur gibt es das nicht. Das ist eine Erfindung der Menschen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es keine Gerechtigkeit gibt.

Allerdings haben wir Menschen die Macht, Gerechtigkeit zu schaffen, im Gegensatz zu den Tieren, die der Natur unterworfen sind. Wir haben ja andererseits schon die große Ungerechtigkeit geschaffen, die so im Tierreich auch nicht besteht!

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Gerechtigkeit ist etwas was immer wieder erkämpft werden muss. Wenn man fatalistisch sagt: "Gerechtigkeit gibt es nicht", dann wird es auch nie eine geben.

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gerechtigkeit ist subjektiv - in einer freien gesellschaft muss man akzeptieren, dass es nicht immer gerecht zugeht, weil alle menschen die gleichen rechte auf meinungsäußerung, lebensstil etc. haben, auch wenn sie damit andere vor den kopf stoßen.

Die Gesellschaft ist aber nicht wirklich frei, wenn alle dieselben Rechte, aber nicht dieselben Möglichkeiten haben, zu tun was sie tun wollen.

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@Riverplatense

freiheit bedeutet auch verantwortung für das eigene leben zu übernehmen. es ist natürlich schwerer, alles selbst zu entscheiden und dafür gerade zu stehen aber das ist der preis, den ich gerne dafür zahle. unsere gesellschaft ist schon sehr frei - es hapert aber an der verantwortung. bei uns wird lieber über ungerechtigkeit gejammert, statt selbst etwas zu tun, denke ich.

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@DollyPond

Was ist aber mit denen - nicht nur bei uns - die ohne Bildung oder Geld keine Möglichkeit haben, von der Freiheit Gebrauch zu machen? So weit geht sie ja nicht, dass man die Freiheit hat, selbst für Gerechtigkeit zu sorgen.

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@Riverplatense

doch, so weit geht sie. wir können wählen gehen, parteien gründen, revolutionen anzetteln, was immer nötig ist. denk nur an die ddr - die gibt es auch nicht mehr. die menschen können viel bewegen wenn sie wollen.

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@DollyPond

Natürlich, wenn die Freiheit so weit geht, Revolutionen machen zu dürfen, ist es in Ordnung. Allerdings gibt es diese Freiheit von politischer Seite ja nicht. Und die physische Freiheit kann ja sowieso kein Mensch wegnehmen.

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@Riverplatense

vom staat genehmigte revolutionen? ;o) ich glaube du bringst da etwas durcheinander!

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@DollyPond

Was meinst du dann damit, dass du sagst, wir haben die Freiheit, Revolutionen anzuzetteln? Das ist doch keine politische, gesellschaftliche Freiheit.

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Antwort auf Dollypond: Freiheit ist auch subjektiv.

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Zunächst einmal sollte man sich den Begriff Freiheit genauer anschauen wie auch Gerechtigkeit. Frei von was? Sklaven wurden frei von ihren Herren, von was sollen wir hier frei sein? Sind wir etwa frei von Ländergrenzen? Oder von den täglichen Notwendigkeiten, essen und trinken zu müssen oder willst du auch davon frei sein?

Ich denke, die meisten Menschen bei uns sind frei von den Mitteln, die sie brauchen, um sich Dinge, die sie benötigen und gerne wünschen, zu besorgen. Sie sind frei von Produktionsmitteln. Ich habe einen interessanten Gedanken von einer Frau aus der ehemaligen DDR gehört: Früher konnten wir nicht ausreisen, heute habe ich keine Arbeit und kein Geld, um irgendwohin zu reisen!

Freiheit ist für mich ein Schlagwort, das unhinterfragt von allen als Bekenntnis verlangt wird. Da kann ja niemand widersprechen. Es ist ein Totschlagsargument. Sobald man nachfragt, hieß es früher: Geh doch nach drüben, heute heißt es, geh doch woanders hin. Das ist verräterisch, soll doch der Andersmeinende ohne Argument ins Abseits gestellt werden.

Bei der Gerechtigkeit ist es auch so eine Sache! Was ist denn gerecht! Auch dafür muss man den Maßstab angeben. In einer Gesellschaft, in der es im Wirtschaftsleben darauf ankommt, aus Geld mehr Geld zu machen, wird wohl der eine mit Geld den anderen ohne Geld ausbeuten, das ist nach diesem Maßstab gerecht.

Weil das aber keiner so versteht, versucht man eine gedachte Gerechtigkeit an die Realität heranzutragen, und scheitert, weil man auf der anderen Seite die Grundlage bzw. den Maßstab, der dieser Gesellschaft zugrunde liegt, nicht verändern will.

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