Warum wird den Frauen eigentlich Rot und Pink, und Männern die Farbe Blau zugeordnet?

7 Antworten

Die Farbzuordnung zu Geschlechtern ist genauso entstanden wie jede andere Konvention (z. B., dass man sich per Handschlag begrüßt und nicht per "Scheibenwischer" oder dass Mann ein Brot "Brot" und nicht "Ogabif" nennt): Im Laufe der Zeit wurde aus mehreren an sich gleichwertigen Alternativen eine zur normalen, die allein dadurch auch den Status der richtigen Möglichkeit erhält, was wiederum dafür sorgt, dass die normale Alternative die normale bleibt, weil der Einzelne quasi gezwungen ist, ebenfalls diese Alternative zu wählen. Wenn du z. B. beim Bäcker "Ein Ogabif, bitte" sagen würdest, würde der Bäcker nicht verstehen, was du willst, und du bist darum gezwungen, "Ein Brot, bitte" zu sagen. Hätte es sich hingegen eingebürgert, Brote Ogabifs zu nennen, würde dich der Bäcker nicht verstehen, wenn Du "Ein Brot, bitte" sagen würdest, und du wärest gezwungen, "Ein Ogabif, bitte" zu sagen.

Soziale Konventionen entstehen also durch Verselbstständigungen kontingenter Handlungen, die, indem sie zur normalen Art werden, ein Problem zu lösen (Wie teile ich mit, dass ich ein Brot will? Wie begrüße ich jemanden?), normativen Charakter erhalten, sodass andere Arten der Problemlösung nicht als gleichberechtigte Alternativen, sondern als negativ zu sanktionierendes abweichendes Verhalten erscheinen.

Früher waren Rosa und Rot Jungsfarben, da die Färbung der Stoffe in dieser Farbe sehr teuer war. Da männliche Nachfolger einer Familie damals wichtiger als weibliche waren, bekamen die natürlich auch die kostbareren Kleidungsstücke.

Zum Glück gibt es jetzt eine Gegenbewegung gegen die ROSA Welle im Mädchenzimmer: http://www.pinkstinks.co.uk/

Eine in 2008 durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass Kinder sehr individuelle Farbvorlieben haben. Leider ist das Angebot an Farben bei Spielzeug teilweise sehr begrenzt und die scheinbare Vorliebe für Rosa resultiert aus dem fehlenden Angebot an Alternativen.

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