Warum wird eigentlich der Bundespräsident nicht auch vom Volk gewählt?

13 Antworten

In unserer Verfassung ist festgelegt, dass der Bundespräsident nicht direkt, sondern von der Bundesversammlung gewählt wird. Wenn er direkt gewählt werden soll, muß vorher die Verfassung geändert werden.

Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt. Diese besteht aus den Bundestagsabgeordneten (z.Z. 614) und genauso vielen Mitgliedern aus den Bundesländern. Diese können Mitglieder der Landesparlamente sein, aber auch ehemalige Politiker, Prominente, Sportler, Künstler.

Die Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten wählt, ist eine schöne Spesenveranstaltung.

Einerseits besteht sie aus über 1000 Mitgliedern, auch der Franz Beckenbauer ist dort vertreten, andererseits haben die Parteien eine solche Stimmenmehrheit, dass man den Bundespräsidenten untereinander auskungeln kann.

Schlimme Beispiele waren dafür die Wahlen von Johannes Rau und von Horst Köhler.

das jetzige auswahlverfahren mit der sogenannten bundesversammlung bringt als ausleseverfahren mit sicherheit besser qualifizierte personen in dies amt als eine direkte wahl durch das volk. dies kann man an anderer stelle beobachten. in vielen teilen der republik sind wahlrechtsänderungen vorgenommen worden, so dass bürgermeister und landräte jetzt direkt gewählt werden, die früher von parlamentarischen gremien wie ortsparlamenten oder kreistagsversammlungen gewählt wurden, meist auch noch mit erforderlichen beruflichen qualifikationen wie volljurist oder verwaltungsfachmann. da findet man heute in umfragen dann oft die situation, dass die wähler für eine landratsposition keine ahnung haben, um was es geht, wer sich überhaupt bewirbt, und schon gar nicht, was der einzelne bewerber eigentlich an qualitäten vorzuweisen hat. da wollte man sehr "demokratisch" sein und hat der bevölkerung das direktwahlrecht verschafft, aber in der praxis kommen dann weniger qualifizierte leute in die positionen als beim früheren verfahren, leider.

So RICHTIG GENUTZT hat den Herren Köhler und Wulff ihre "Qualifikation" NICHTS. Wie wir wissen.

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Mir ist das eigentlich egal, wie diese Leute auf ihren Posten kommen. Letztendlich machen sie eh nur Politik im Interesse des Geldes.

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Die Verfassungsbestimmungen über Wahl, Aufgaben und Kompetenzen eines Bundespräsidenen sind im Grundgesetz festgelegt worden. Dabei spielten die schlechten Erfahrungen mit der großen Machtfülle eines in der Weimarer Repubklik direkt vom Volk gewählten Reichspräsidenten eine Rolle.

Auch gewichtige politische Gründe sprechen gegen eine Direktwahl: sie würde zu einem sehr viel heftigeren, womöglich bis ins Persönliche zugespitzten Wahlkampf führen. Bei der Kandidatenaufstellung könnten noch stärker Gesichtspunkte, die Beliebtheit vermuten lassen, aber nicht die Eignung für das Amt betreffen, eine Rolle spielen. Die entstehende Polarisierung im Wahlkampf würde der vorgesehenen Integrationsaufgabe zuwiderlaufen.

Zudem würde eine Direktwahl ein ungünstiges Verhältnis zwischen einem in seinen Zuständigkeiten weitgehend machtlosen Bundespräsidenten (Bundespräsidentin) und einem mächtigen, aber nicht durch Direktwahl legitimierten Bundeskanzler (Bundeskanzlerin) herstellen. Die Bevölkerung wäre dann über eine nur vorgetäuschte Beteiligung mit großer Auswirkung auf die Politik enttäuscht.

Eine Ausweitung der Machtbefugnisse würde die Stabilität und Effektivität des Regierens stören, weil durch ein Nebeneinander von Bundespräsident und Bundeskanzler keine klare Führungsspitze vorhanden wäre.

Wenn wir keinen mehr hätten würde es uns nicht schlechter gehen, aber viel SPAREN, denn wir zahlen auch noch für alle Altbundespräsidenten.Ich glaube selbst ein König wär billiger,aber auch genauso nötig.Wobei ich nicht die Ehre und Ehrung der Person vornehmen will.

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So schön kann man politische Ausreden formulieren.

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Bei der Schaffung des Grundgesetzes wurden ganz bewusst die stärkeren plebiszitären Elemente der Weimarer Verf. aufgrund der gemachten Erfahrungen zurückgedrängt zugunsten von repräsentativen Wahlen, denn in der Weimarer Zeit bildeten sich konkurrierende Machtsysteme heraus. Auch wurden die Rechte des Bundespräsidenten im Vergleich zum damaligen Reichspräsidenten aus diese Grunde erheblich eingeschränkt. Die Richtlinien der Politik bestimmt der Bundeskanzler. der Reichspräsident hatte den militärischen Oberbefehl, konnte den Reichstag auflösen, den Kanzler ernennen, den Ausnahmezustand verhängen etc., alles Dinge, die zu gefährlichen Situationen führen konnten, die man mit dem GG zu verhindern suchte.

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