Warum wird Diesel immer noch steuerlich begünstigt, wenn er doch erwiesenermaßen umweltschädlicher ist als Benziner?

9 Antworten

Erst mal zur steuerlichen Begünstigung:

Die bezieht sich auf den Fernverkehr. Diesel-Fahrzeuge verbrauchen deutlich weniger als Benziner. Dadurch ist auch der Ausstoß des früheren "Buhmanns" Co2 deutlich geringer. Zwar hat Diesel eine höhere Energiedichte und es entsteht mehr Co2 pro verbranntem Liter, aber der Verbrauch ist so niedrig, dass die Co2-Bilanz besser ist.

Große Motoren für große Fahrzeuge (Busse, LKW) funktionieren als Diesel einfach besser. Prinzipbedingt (Kraftentfaltung, Wirkungsgrad - pure Physik!, niedrigere Verbrennungstemperatur, ...) kann man so mehr Drehmoment und Kraft fördern, als man es bei einem Benziner könnte. In Amerika gibt es auc LKW mit Benzinern, aber auch genug Diesel. Die Benziner erweisen sich als sehr anfällig und verbrauchen Unmengen.

Notorische PKW-Langstreckenfahrer wie Vertreter, Taxifahrer, ... profitieren vom niedrigen Verbrauch.

Das Konzept ist daher, Dieselkraftstoff steuerlich zu fördern um prinzipbedingt mit Diesel fahrende LKW sowie PKW-Langstreckenverkehr generell zu entlasten, aber dafür die KFZ-Steuer deutlich anzuheben. Dadurch soll ein Diesel erst ab einer gewissen Jahreslaufleistung attraktiv werden.

Das funktioniert auch. Zwar holen sich vor dem Hintergrund Verbrauch, niedrige Spritpreise und bei modernen Dieseln auch toller Kraftentfaltung (teilweise deutlich besser als bei Benzinern) immer mehr Kurzstrecken-Privatleute einen Diesel, berücksichtigen dabei aber die Steuer nicht. Die zahlen drauf, und das nicht zu knapp.

Würde die steuerliche Begünstigung für Diesel aufgehoben, würde der LKW-Verkehr teurer und das würdest du im Supermarkt spüren. Alles wird plötzlich deutlich teurer, da die Transportkosten steigen und das wird auf dich umgewälzt. Also braucht man andere Mittel für politischen Aktionismus.

Ob ein Diesel umweltschädlicher ist?

Früher war CO2 das große Thema. Ein Treibhausgas, das mit Sicherheit den Zyklus der globalen Erwärmung begünstigt (die Erde durchläuft generell Temperaturzyklen und die globale Erwärmung würde auch ohne den Menschen stattfinden, wir befinden uns in einer "Aufheiz-Periode", aber CO2 macht das bestimmt nicht besser). Diesel stoßen weniger davon aus und es gibt Zielwerte für den CO2-Ausstoß.

Diesel verursachen dafür Stickokxide, die man allerdings mit aufwendiger Abgasreinigung stark reduzieren kann. Die sind giftig, aber auch in der aktuellen Situation vernachlässigbar. Die will man aber runter kriegen. Also ist CO2 plötzlich egal und NOx ist das große Thema.

Nach Feinstaub (Reduzierung macht Sinn, aber PKW sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein wie man an den immer noch schlechten Feinstaubwerten auch in grünen Umweltzonen sieht - die Industrie machts) ist also nun NOx ein Anlass für die Einführung neuer Umweltzonen und einer neuen Plakette. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, auch das wird das NOx Problem nicht lösen, wie beim Feinstaub auch schon.

Vielmehr spielen hier viele kleine Faktoren eine Rolle: Hilflose Politiker müssen Schadstoffgrenzwerte einhalten, kratzen dafür an der sichtbaren Oberfläche ohne den komplexen Gesamtzusammenhang zu sehen, Diesel-PKW sind aufgrund der steuerlichen Begünstigung auf Langstrecke ein Minus in der Steuerkasse (muss also unattraktiv gemacht werden) und zu guterletzt kann man so wieder eine ganze Fahrzeugkategorie (aber dieses Mal keine alten Stinker sondern teilweise nur 1-2 Jahre alte Fahrzeuge) entwerten und so den Verkauf von Neuwagen ankurbeln (dumm nur, dass die Deutschen keine sinnvollen verbrauchsarmen Benzin-Alternativen haben, so spielt man den japanischen Hybridfahrzeugen und koreanischen und amerikanischen Elektro- und Plugin-Hybrid-Fahrzeugen den Ball zu).

Zusätzlich berücksichtigt man nur eine Abgasnorm, keine echten Werte. Beispiel: Der Toyota D-CAT Motor hat eine enorm aufwendige Abgasreinigung. Die meisten Fahrzeuge haben Euro4 da es Euro5 bei der Zulassung noch garnicht gab. Erfüllen tun sie Euro 5 und zwar mit echten Werten. Die NOx Werte liegen nahe am Grenzbereich zu Euro 6. Die VW-Skandal-TDI sind mit Euro 6 geschlüsselt weil sie beim Abgastest mit einer Abschaltautomatik gemogelt haben. Der reale NOx-Ausstoß liegt ein vielfaches höher als beim D-CAT. Nach der Umrüstung wurde das besser, ist aber von Euro 6 immer noch weit entfernt und über den Werten von Toyota. Der TDI darf in die Umweltzone, der D-CAT nicht. Merkst du was?

All das ist den Politikern aber ziemlich egal. Man macht wieder was, zeigt Aktionismus und wundert sich dann, warum die CO2-Werte wieder durch die Decke schießen.

Insgesamt steht ein Diesel nämlich garnicht so schlecht in der Umweltbilanz da, aber die alwissenden Politiker behaupten das, die Medien verbreiten es (auch unsere zur Neutralität und Wahrheit verpflichteten öffentlich-rechtlichen Medien - wen wundert es, wenn der gesamte Rundfunkrat ein Parteibuch einer der großen Volksparteien hat) also mus das so sein und VW liefert mit seinem Abgas-Pfusch noch die ideale Steilvorlage und katapultiert sich und sein Vorzeige-Produkt TDI (galt lange Zeit als die Krone der Diesel-Entwicklung mit Kraft, Sparsamkeit und vorbildlichen Verbrauchswerten und VW-Benziner verbrauchen unverhältnismäßig viel) ins Aus.

Das liegt daran dass unsere gesamte Wirtschaft nur durch Transport funktionieren kann und dieser Transport zu einem wesentlichen Teil durch Diesel-betriebene Fahrzeuge erledigt wird.

Die ganzen LKWs sind nicht auf der Strasse um die meist unnütz rumfahrenden Autofahrer zu ärgern, die sind da weil sonst Keiner Irgendwas hätte, keine Arbeit, kein Geld, keine Lebensmittel, kein Zuhause, ....

Diese steuerliche Begünstigung gibt es um die Wirtschaft etwas zu entlasten, bzw müsste Alles teurer werden wenn dies nicht wäre. Jetzt profitiert nur der Eine oder Andere Autofahrer ebenfalls von dieser Steuererleichterung beim Sprit, im Gegenzug ist aber die KFZ-Steuer drastisch teurer. Also kann man nicht wirklich von einer steuerlichen Begünstigung reden.

Das ist kein Grund, man kann doch einfach für Privatnutzung und gewerbliche Nutzung unterschiedliche Steuersätze anwenden.

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@mgobla

Ja klar! Und an jeder Tankstelle muss man seinen Gewerbeschein vorlegen um steuerbegünstigt tanken zu können.

Es wäre natürlich möglich dem Transportgewerbe im Zuge der Steuerabrechnungen die höhere Steuer wieder zurückzugeben. Würde mich als privaten Dieselfahrer sehr freuen weil ich dann meinen Sprit von Fuhrunternehmern kaufen würde. Sparen bei der KFZ-Steuer und am Sprit würde das dann für mich bedeuten und sehr Viele würden dies sicherlich nachmachen.

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Da muss ich etwas widersprechen. Die gesamte aktuelle Diskussion mit Diesel-Gate und allem drum und drann dreht sich nur um Stickoxyd- und Feinstaub-Werte. Bei dem grösseren Umweltproblem, dem CO2-Ausstoss, ist Diesel immer noch wesentlich umweltschonender als Benzin. Tatsächlich momentan sogar in Summe besser als Hybrid- und Elektro-Autos.

Zudem übrigens die Diesel.-Motoren auch höher besteuert werden als die Benzin-Motoren.

Stimmt ca. 5% weniger CO2 als Benziner, wenn man das hochrechnet.

Übrigens ist es mir lieber wenn es wärmer wird, als das ich an Krebs sterbe der durch Feinstaub hervorgerufen wird.

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Und es wird ebenfalls gerne vergessen bzw. verschwiegen, dass auch Benziner Feinstaub ausstoßen. Mittlerweile stoßen moderne Benziner mehr Feinstaub aus als moderne Diesel. Darum werden die Partikelfilter für Benziner demnächst zum Standard.

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@Genesis82

Das betrifft Direkteinspritzer Benziner, sind absurderweise inzwischen die meisten, das ist die schlimmste technische Fehlentwicklung aller Zeiten. Es gibt aber auch viel sauberere Saugrohreinspritzer Benziner ohne das Problem, bei den Japanern hat man die größte Auswahl.

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Bitte verbreite nicht so einen Unsinn wenn du absolut keine Ahnung hast. Co2 ist kein Umweltproblem, weißt du überhaupt was Co2 ist? Lern erst mal die einfachsten Grundlagen von Chemie und Biologie bevor du absurde Märchen verbreitest. Umweltschonend ist an einem Diesl gar nichts.

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