Warum wird die Inflation von vielen Instituten so verherrlicht und die Deflation so schlecht geredet bzw. gefürchtet?

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4 Antworten

Naja verherrlicht wird Inflation nicht, die zwei Prozent sind ein recht niedriger Wert, der aufgrund von statistischen Ungenauigkeiten und als Sicherheitsabstand gebraucht wird. Deflation produziert ja nicht nur Gewinner. Während z.B. Schulden bei Inflation entwertet werden, steigt ihr Realwert bei Deflation. Auch erhöht Deflation z.B. die Attraktivität von Geldhaltung, da Geld dann einen positiven Realzins erwirtschaftet, wenn es einfach nur herumliegt. Weniger Konsum bedeutet aber auch weniger Gewinn. Die Gesamtwirtschaft ist ja immer ein Kreislauf, der dann auch gerne mal in eine Abwärtsspirale aus weniger Konsum, weniger Gewinne, weniger Investitionen, weniger Arbeitsnachfrage, noch weniger Konsum, noch weniger Gewinne usw. mündet.

Und Notenbanken fürchten sich deshalb so sehr vor Deflation, weil sie mit geldpolitischen Mitteln oft nicht mehr bekämpft werden kann, wie man an folgendem einfachen Beispiel illustrieren kann. Nehmen wir z.B. an, die Notenbank will den Realzins senken, um so die Investitionen zu erhöhen. Der Realzins (r) setze sich aus Nominalzins (i) abzüglich Inflationserwartung (e) zusammen, also r = i - e. Wenn der Nominalzins aber schon null oder nahe bei null ist, dann gibt es keinen Spielraum mehr für Zinssenkungen. Und das wäre dann natürlich ein Problem.

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Inflation: Alles wird Teurer und ich verdiene (im normalfall) immer mehr Geld --> ich gebe Geld schnell aus damit ich es nicht verliere und die Wirtschaft wird angekurbelt.

Deflation: alles wird billiger und ich habe weniger Einkommen --> besonders große betriebe schieben Investitionen auf um mehr für ihr geldzu bekommen --> die wirtschaft verlangsamt sich und es gehen Arbeitsplätze verloren.

(Idealisiertes Modell)

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Kommentar von Infomercial
23.11.2016, 20:19

Deine Definition von Deflation beißt sich selbst.

Wenn alles billiger wird, wieso sollten dann Investitionen aufgeschoben werden? Wenn Rohstoffe, Materialien und Arbeitskraft billiger wird, investiere ich doch erst recht...

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Ist beides mehr oder weniger volkswirtschaftliche Spinnerei.

Die Inflation dient vor allem der Umverteilung von arm nach reich (maßgeblich über die Banken). Normalerweise standen früher mal Geldmenge und Waren/Dienstleistungen einer Volkswirtschaft in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander.

Wurden mehr Güter erzeugt, konnte die Geldmenge steigen und das Deckungsverhältnis war immer noch dasselbe. Seit Beginn des 20 Jahrhunderts wird immer mehr und mehr Geld in den Markt gepumpt, ohne daß die Güter zur Deckung ausreichen. Das Ergebnis ist Inflation.

...ein weites Thema. Google mal "Andreas Popp" und schau dir paar seiner Videos an.

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beides ist nicht gut?

es sollte sein wie beim seiltänzer der immer das gleichgewicht hält?

leider kennen die banken nur gier und die können heute selbst geld machen (buchgeld)

die politiker die sich weniger ums gleichgewicht kümmer und mehr an die lobbyisten denken machen noch mehr oder weniger gleichgewicht?

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